Duwisib

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Schloss Duwisib
Nationales Denkmal in Namibia Flag of Namibia.svg
Duwisib-castle.jpg
Denkmaltyp Baudenkmal
Lage 72 km südwestlich
von Maltahöhe
Geographische Koordinaten: 25° 15′ 26″ S, 16° 32′ 29″ O-25.25718516.541341Koordinaten: 25° 15′ 26″ S, 16° 32′ 29″ O
Duwisib (Namibia)
Red pog.svg
Entstehung 1908
Anerkennung
durch den Rat für Nationales Erbe
1991
Aberkennung
Trägerschaft
Website www.farmduwisib.com

Das Schloss Duwisib gehört – seiner Optik, Lage und Entstehungsgeschichte wegen – zu den skurrilsten reichsdeutschen Kolonialbauwerken in Namibia. Die 1908 im Stil des Historismus erbaute, scheinbar aus dem europäischen Mittelalter stammende Festung mit roten Mauern, Wehrtürmen und Zinnen liegt etwa 72 Kilometer südwestlich von Maltahöhe.

Geschichte[Bearbeiten]

Seine Entstehung verdankt dieses Bauwerk dem Traum des sächsischen Artillerie-Offiziers Hansheinrich von Wolf. Er war während des Hererokriegs als Schutztruppen-Offizier nach Südwest-Afrika gekommen und beabsichtigte, nachdem er 1907 während eines Heimaturlaubs eine vermögende Amerikanerin geheiratet hatte, sich auf Dauer in Deutsch-Südwestafrika niederzulassen, um hier ein Pferdegestüt zu gründen. Er erwarb hierzu die Farm Duwisib und ließ auf ihr 1908 durch den in der Kolonie wohl bekannten Burgen-Architekten Wilhelm Sander (dem Erbauer der Schwerins-, Heinitz- und Sanderburg in Windhoek) das Schloss nach historischem Vorbild bauen. Von Wolf betrieb in den Folgejahren eine durchaus erfolgreiche Zucht mit Vollblutpferden. Während einer Schiffsreise 1914 nach Europa erreichte von Wolf die Nachricht vom Ausbruch des Ersten Weltkrieges; nach seiner Internierung in Südamerika gelang ihm die Flucht nach Deutschland, wo er sich zum Kriegsdienst meldete und 1916 in Frankreich fiel. Seine Frau kehrte nicht wieder nach Südwest-Afrika zurück, zog in die Schweiz und verkaufte nach dem Krieg das Schloss an eine schwedische Familie. Schloss und Pferdezucht verfielen (und spielten möglicherweise bei der Geschichte der Wüstenpferde eine entscheidende Rolle).

In den 1970er Jahren ging das Schloss in Staatsbesitz über. 1991 wurde es vollständig und stilgetreu renoviert und ist heute ein der Allgemeinheit zugängliches Museum. Es ist seitdem als nationales Denkmal anerkannt.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Harald Nestroy: Duwisib, die deutsche Ritterburg in Namibia, und ihr Burgherr, Hansheinrich von Wolf. Windhoek 2002. ISBN 99916-40-28-2.

Musik[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloss Duwisib – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Duwisib Castle – History