Schweißdrüse

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Säugetierhaut-Ausschnitt mit entsprechenden Hautanhangsgebilden

Als Schweißdrüse (lat. Glandula suderifera) bezeichnet man eine Drüse in der Lederhaut (Korium), die unterhalb der Oberhaut (Epidermis) liegt. Der dort produzierte Schweiß (Sudor) wird von den Poren in der Oberhaut ausgeschieden und dient vor allem der Regulation des Wärmehaushalts. In einigen Körperregionen kommen besondere Schweißdrüsen vor, Duftdrüsen, deren Absonderungen Duft (Odor) entwickelt.

Einteilung[Bearbeiten]

Die ekkrinen (merokrinen) Schweißdrüsen (lat. Glandulae suderiferae) haben einen Durchmesser von 0,4 mm und sind von einer dicken Basalmembran umgeben. Sie befinden sich an der Grenze zwischen Haut und Unterhaut. Diese Schweißdrüsen haben keine Beziehungen zu den Haaren und sind ungleichmäßig über den gesamten Körper verteilt.

Die apokrinen Schweißdrüsen werden auch Duftdrüsen genannt. Sie kommen nur in bestimmten Hautgebieten vor (Achselhöhle, Brustwarze, Genital- und Perianalgegend). Ihre Drüsenkörper sind deutlich größer und haben einen Durchmesser von 3 bis 5 mm. Sie liegen in der Subkutis (Unterhautgewebe) und stehen in enger Beziehung zu den Haarfollikeln, in deren Ausführungsgängen sie münden. Apokrine Schweißdrüsen werden erst in der Pubertät gebildet, die Sekretproduktion wird besonders durch emotionale Reize aktiviert (z. B. Angst, Erregung, Wut).

Beide Schweißdrüsenformen werden durch den Sympathikus innerviert, jedoch nicht mit demselben Neurotransmitter. Die ekkrinen Schweißdrüsen verfügen über cholinerge und die apokrinen über adrenerge Rezeptoren.

Funktion und Verteilung[Bearbeiten]

Ekkrine Schweißdrüsen[Bearbeiten]

Ekkrine Schweißdrüsen regulieren den Wärmehaushalt des Lebewesens durch den physikalischen Effekt der Verdunstungskälte. Ferner sorgt der Schweiß für die Geschmeidigkeit der Haut und für deren richtigen pH-Wert, da Schweiß leicht sauer ist. Die Schweißdrüsen können bei Funktionsstörung der Nieren einen kleinen Teil der Entgiftungstätigkeit übernehmen. Dies liegt daran, dass der Schweiß neben Wasser und Fettsäuren aus urinpflichtigen Stoffen wie z. B. stickstoffhaltigen Substanzen und Kochsalz besteht. Es werden auch Substanzen wie Dermcidin mit antibaktiereller Schutzwirkung abgesondert.

Insgesamt besitzt der Körper des Menschen mit zwei bis vier Millionen außerordentlich viele ekkrine Schweißdrüsen im Vergleich zu anderen Säugetieren. Die Anzahl ist je nach Körperregion unterschiedlich. Besonders zahlreich finden sich Schweißdrüsen an Fußsohlen, Handflächen und Stirn. Ihr Vorkommen ist mit 600/cm² an den Fußsohlen am dichtesten und mit ca. 100/cm² am Oberschenkel am spärlichsten.

Apokrine Schweißdrüsen[Bearbeiten]

Apokrine Schweißdrüsen geben Duftstoffe ab, die zusammen mit den Talgdrüsen maßgeblich für den Körpergeruch verantwortlich sind und so auch eine Rolle im Sozial- und Sexualverhalten spielen. Bei Tieren dienen sie auch zur Reviermarkierung (Analdrüsen, Analbeutel, Zwischenklauensäckchen, Sternalorgan, Metatarsalbürsten, Kinndrüse) oder dem Auffinden der Milchdrüse für Säuglinge (Inguinaltasche).

Krankheiten der Schweißdrüsen[Bearbeiten]

  • Adenom (gutartige Geschwulst)
  • Anhidrose (fehlende Schweißbildung)
  • Die Chromhidrose ist eine sehr seltene Krankheit, bei welcher der Patient farbigen Schweiß absondert. Mögliche Farben sind beispielsweise Grün, Blau und Schwarz. Die Ursache ist bislang ungeklärt, man vermutet jedoch, dass der Patient Metallteilchen mit der Nahrung aufgenommen hat.
  • Hyperhidrose (übermäßige Schweißbildung)

Literatur[Bearbeiten]

  • Johannes Sobotta und Ulrich Welsch: Lehrbuch Histologie. Zytologie, Histologie, Mikroskopische Anatomie. Urban & Fischer, 2. Auflage 2005. ISBN 3437424211
  • H. Geyer: Spezifische Hautdrüsen. In: Salomon et al. (Hrsg.): Anatomie für die Tiermedizin. Enke Stuttgart, 2. Auflage 2008, S. 641-645. ISBN 978-3-8304-1075-1
  • Peter Fritsch: Dermatologie, Venerologie. 2. Auflage. Springer, Berlin/Heidelberg/New York (u.a.) 2004; S. 28f, ISBN 3-540-00332-0
  • Detlev Drenckhahn und Wolfgang Zenker: Benninghoff Anatomie Band 2. 15. Auflage. Urban & Schwarzenberg, München/Wien/Baltimore 1993; S. 809, ISBN 3-54100255-7