Schwingel

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Dieser Artikel behandelt eine Pflanzengattung. Zum deutschen Filmproduzenten siehe Ralph Schwingel.
Schwingel
Schaf-Schwingel (Festuca ovina), Illustration.

Schaf-Schwingel (Festuca ovina), Illustration.

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Pooideae
Gattung: Schwingel
Wissenschaftlicher Name
Festuca
L.

Die Schwingel (Festuca) sind eine Pflanzengattung der Familie der Süßgräser (Poaceae), mit über 200 Arten. Die Gattung Festuca ist weltweit verbreitet (Kosmopolit).

Es sind Rispengräser mit spitzen, auf dem Rücken rundlichen Ähren.

Arten (Auswahl)[Bearbeiten]

In Mitteleuropa kommen folgende Arten vor:

  • Wald-Schwingel (Festuca altissima All.); Verbreitungsgebiet: Europa, Kaukasus, Zentralasien, Sibirien
  • Amethyst-Schwingel (Festuca amethystina L.); Verbreitungsgebiet: Europa, Türkei, Kaukasus
  • Apennin-Schwingel (Festuca apennina De Not.; auch als Unterart subsp. apennina (De Not.) Hack. ex Hegi zu F. pratensis); Verbreitungsgebiet: Alpen, Apennin, Sizilien, Slowenien, Karpaten
  • Rohr-Schwingel (Festuca arundinacea Schreb.); verbreitungsgebiet: Europa, Türkei
  • Riesen-Schwingel (Festuca gigantea (L.) Vill.); Verbreitungsgebiet: Europa, Kaukasus, Zentralasien, Sibirien
  • Felsen-Schwingel (Festuca halleri All.); Verbreitungsgebiet: Alpen von Frankreich, Schweiz, Italien und Österreich
  • Verschiedenblättriger Schwingel (Festuca heterophylla Lam.); kommt in Europa, in der Türkei und im Kaukasus vor
  • Jura-Schwingel (Festuca jurana Gren. ex Nym.; Syn.: F. pulchella subsp. jurana (Gren.) Markgr.-Dann.); Verbreitungsgebiet: Jura, Alpen
  • Schlaffer Schwingel (Festuca laxa Host); Verbreitungsgebiet: Südostalpen
  • Norischer Schwingel (Festuca norica (Hack.) K. Richt.); Verbreitungsgebiet: Ostalpen, Slowenien, Österreich, Schweiz, Deutschland, Italien
  • Schaf-Schwingel (Festuca ovina agg.): eine Artengruppe mit zahlreichen Kleinarten, beispielsweise:
  • Gold-Schwingel (Festuca paniculata (L.) Schinz & Thell.); Verbreitungsgebiet: Europa, Nordafrika
  • Wiesen-Schwingel (Festuca pratensis Huds.); Verbreitungsgebiet: Eurasien
  • Dunkelvioletter Schwingel oder Schwärzlicher Schwingel (Festuca puccinellii Parl.; Syn.: F. nigricans (Hack.) K. Richt.); Verbreitungsgebiet: Alpen, Apennin, Jura
  • Schöner Schwingel (Festuca pulchella Schrad.); Verbreitungsgebiet: Alpen und Jura
  • Niedriger Schwingel (Festuca quadriflora Honck.; Syn.: F. pumila Vill.); Verbreitungsgebiet: Pyrenäen, Alpen, Jura
  • Ritschls Schwingel (Festuca ritschlii (Spribille) Patzke & G.H. Loos; Syn.: F. amethystina subsp. ritschlii (Spribille) Lemke ex Markgr.-Dann.), benannt nach dem Lehrer in Posen, Georg Adolf Ritschl (1816-1866); Verbreitungsgebiet: Bayern, Tschechien, Slowakei, Polen
  • Rot-Schwingel (Festuca rubra agg.), eine Artengruppe mit mehreren Kleinarten, beispielsweise:
  • Violettschwingel (Festuca violacea Schleicher ex Gaudin); Verbreitungsgebiet: Zentralalpen, Südwestalpen, Jura

Weitere Arten aus Europa (Auswahl):

  • Blauschwingel (Festuca cinerea Vill.); Verbreitungsgebiet: Südostfrankreich, Nordwestitalien
  • Festuca eskia Ramond ex DC.; Verbreitungsgebiet: Pyrenäen
  • Bärenfellschwingel (Festuca gautieri (Hack.) K. Richt.); Verbreitungsgebiet: Südwestfrankreich, Nordostspanien
  • Festuca polita (Halácsy) Tzvelev var. cretica Markgr.-Dann., kommt in Griechenland (Kreta) vor
  • Brutknospen-Schwingel (Festuca vivipara (L.) Sm.); Verbreitungsgebiet: Nordeuropa, Sibirien, Nordamerika, Grönland

Nutzung[Bearbeiten]

Am bekanntesten ist der Rot-Schwingel, da er in vielen Rasenmischungen vorkommt. Vor allem in sogenannten Zierrasen ist der Rot-Schwingel ein wichtiger Bestandteil. Aufgrund seines sehr feinen Blattes und des dichten Wuchses eignet sich der Rot-Schwingel für anspruchsvolle Rasenflächen. Auch tiefe Rasenschnitte, wie sie vor allem auf Golfgrüns vorkommen, verträgt der Rot-Schwingel gut. Allerdings hat der Rotschwingel bei regelmäßiger Belastung hohe Ansprüche bei der Pflege und der Nährstoffversorgung.

Bei Neuanlagen von Rasenflächen eignet sich der Schwingel nur bedingt, da er eine lange Keimdauer von 10 bis 18 Tagen hat, daher empfiehlt sich eine Beimischung von Deutschem Weidelgras, da dieses eine Keimdauer von etwa 7 Tagen hat. Dadurch wird die Ausbreitung von unerwünschten zweikeimblättrigen Pflanzen (wie z. B. Gänseblümchen) frühzeitig behindert.

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Unsere Gräser. Süßgräser, Sauergräser, Binsen. 11. Auflage. Kosmos, 1998, ISBN 3-440-07613-X.
  • Ernst Klapp (Begr.), Peter Boeker: Taschenbuch der Gräser. 11., überarb. Auflage. Paul Parey, Berlin/Hamburg 1983, ISBN 3-489-60810-0
  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7, S. 1415–1417.
  • Hans Joachim Conert: Festuca.  Hans Joachim Conert (Hrsg.): Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Begründet von Gustav Hegi. 3., völlig neubearbeitete Auflage. Band I. Teil 3: Spermatophyta: Angiospermae: Monocotyledones 1(2). Poaceae (Echte Gräser oder Süßgräser), Parey Buchverlag, Berlin 1979–1998, ISBN 3-8263-2868-X, S. 530–633 (7. und 8./9. Lieferung, 1994 und 1996).
  • Ingeborg Markgraf-Dannenberg: Festuca L.. In: Thomas Gaskell Tutin u.a.: Flora Europaea. Band 5, Seite 125-153. Cambridge University Press 1980. ISBN 0-521-20108-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwingel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien