Selkenfelde

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Fundamentreste der Selkirche
Infotafel: Wüstung Selkenfelde

Selkenfelde im Harz ist eine Wüstung im Stadtgebiet von Oberharz am Brocken im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Wüstung Selkenfelde liegt im Unterharz im Naturpark Harz/Sachsen-Anhalt. Sie befindet sich etwa 1,7 km (Luftlinie) nordwestlich des Abzweigs der nach Breitenstein (zur Gemeinde Südharz) führenden Landesstraße 263 von der Bundesstraße 242 (Harzhochstraße) zwischen den an dieser Bundesstraße gelegenen Ortschaften Stiege (zu Oberharz am Brocken) und Güntersberge (zu Harzgerode). Zwischen der Bundesstraße im Osten und der Selketalbahn im Westen liegt sie auf etwa 500 m ü. NN[1] im Wald des Forst Stiege, am Rand des Naturschutzgebiets Oberes Selketal. Wenige Hundert Meter entfernt entspringt die Selke.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ursprünge des Ortes sollen der Legende nach auf Karl dem Großen zurückgehen. Die Ersterwähnung erfolgte 961 in zwei Urkunden des Königs Otto I. bzw. Mitkönigs Otto II. vom 15. und 25. Juli als Silicanvelth.[2]. Selkenfelde wird ausdrücklich als "villa" bezeichnet, was so viel wie Dorf bedeutet. Kaiser Otto IV. gab im Jahre 1203 den Ort Stiege und mit ihm auch Selkenfelde dem Grafen Siegfried von für geleistete Waffenhilfe zu Lehen. Der Ort wird 1209/27 im Güterverzeichnes des Grafen als "villa que dicitur Selekenvelde" genannt. Bis Ende des 14. Jahrhunderts hatte die Dorfgemeinde noch ihren eigenen Pfarrer. Aus dem 15. Jahrhundert sind dann keine urkundlichen Erwähnungen des Ortes mehr erfolgt. Es ist also anzunehmen, dass der Ort bereits lange vor dem Dreißigjährigen Krieg wüst war.

1885 bis 1887 ist von H. Brinkmann die Kirche des Ortes ausgegraben worden. Hohlwegspuren lassen offensichtlich den Anschluss an Fernverbindung über die Hohe Straße von Güntersberge nach Stiege erkennen.

Nordöstlich entstand im Siebenjährigen Krieg die Selkenfelder Schanze

Wandern[Bearbeiten]

Vorbei an der Wüstung Selkenfelde verläuft der Selketalstieg. Die Wüstung ist als Nr. 55[3] in das System der Stempelstellen der Harzer Wandernadel einbezogen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sachsen-Anhalt-Viewer
  2. RI II 1, 1 Nr. 302; DO I Nr. 228; DO II Nr. 1
  3. Harzer Wandernadel: Stempelstelle 55 – Wüstung Selkefeld / Kirche auf harzer-wandernadel.de

51.6504510.91885Koordinaten: 51° 39′ N, 10° 55′ O