Semah
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Der Semah ist ein wichtiger ritueller Tanz der Aleviten. Er gehört zu den zwölf Pflichten in der Cem-Veranstaltung, der spirituellen Versammlung der Aleviten. Zum Semah werden spirituelle Lieder gespielt und gesungen.
Die Musik wird vom usul (Rhythmus/Metrum) aksak bestimmt. Die Tänzer und Tänzerinnen wechseln zwischen langsamen und schnellen Schritten sowie zwischen kreisförmigen und zum Mittelpunkt ausgerichteten Bewegungen. Charakteristisch sind Drehbewegungen um die eigene Achse, womit eine Vereinigung des Menschen mit Gott und der Natur angestrebt wird. Dabei zeigt die Handinnenfläche der rechten Hand nach oben und die linke Handinnenfläche zum Boden. Das sich Drehen in einer Kreisbahn und um die eigene Achse symbolisiert Drehbewegungen der Planeten in ihrer Umlaufbahn um die Sonne, aber auch die ewigen Kreisläufe des Lebens und der Natur. Außerdem werden beim Tanzen die Tanz- und Flugbewegungen des den Aleviten heiligen Kranichs (türkisch turna) nachgeahmt.[1]
In den Texten geht es sowohl um Allah und den Propheten Mohammed sowie Ali und Hızır, als auch um den Menschen selber: Man solle immer an das Gute im Menschen glauben, um nicht vom richtigen Weg abzukommen.
Im fernen Osten wird dieser ursprünglich schamanistisch-spirituelle Tanz als „Kranichtanz“ bezeichnet (wie im Türkischen turnalar semahi).

