Sender Dobl

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Sender Dobl
Sendeanlage Dobl mit Sendeturm
Sendeanlage Dobl mit Sendeturm
Basisdaten
Ort: Dobl
Bundesland: Steiermark
Staat: Österreich
Höhenlage: 349 m ü. A.
Verwendung: Fernmeldeanlage
Besitzer: Gemeinde Dobl
Daten des Mastes
Bauzeit: 1939–1941
Bauherr: Deutsche Reichspost
Architekt: Walther Schmidt
Baustoff: Stahl
Betriebszeit: seit 1942
Gesamthöhe: 156 m
Gesamtmasse: 47 t
Umbauter Raum: 7800 
Daten der Sendeanlage
Sendetyp: Amateurfunkdienst
Positionskarte
Sender Dobl (Österreich)
Sender Dobl
Sender Dobl
46.94999415.380017Koordinaten: 46° 57′ 0″ N, 15° 22′ 48,1″ O

Der Sender Dobl war eine Mittelwellen-Sendeanlage in Dobl, 14 km südwestlich von Graz, die 1939 bis 1941 erbaut wurde und im selben Jahr noch in Betrieb ging. Geplant wurde die Anlage von Walther Schmidt in seiner Funktion als Ministerialrat des Reichspostministeriums.

Geschichte[Bearbeiten]

Errichtet wurde der Sender als einer der 56 nationalsozialistischen Deutschen Europa Sender mit der Bezeichnung ALPEN. Der Sender strahlte mit einer Leistung von 100 kW in den südosteuropäischen Raum. Nach der Eröffnung waren 24 Personen beschäftigt.

Als Antennenträger und Sendeturm verwendete er einen 156 Meter hohen, gegen Erde isolierten und abgespannten Stahlfachwerkmast, der in 63 und 113 Metern Höhe abgespannt ist. Der Mast hat ein Gewicht von 47 Tonnen und steht auf einer Fläche von etwa 50 m².

Trotz Angriffen von Tieffliegern war die längste Ausfallzeit 2 Stunden.

Bei Kriegsende sollte der Sender gesprengt werden. Die Zerstörung wurde aber von den Angestellten, die den Sender bis zum Eintreffen der Roten Armee besetzt hielten, verhindert.

Nach dem Krieg kam der Sender zu der von den Engländern eingerichteten Sendergruppe Alpenland. Dabei wurde vorerst aber auch nur das Programm der BBC in Richtung Jugoslawien gesendet. Erst 1950 wurde ein zweites Programm der Sendergruppe Alpenland über den Sender Dobl ausgestrahlt.

Nach dem Staatsvertrag von 1955 kam der Sender zu jenen des ORF. Bis 1967 wurde das Programm Österreich 2 übertragen, später Ö1 und Ö Mix.

Der Sendebetrieb wurde mit 1. März 1984 eingestellt. Die gesamte Sendeanlage wurde vom ORF 1988 an die Gemeinde Dobl verkauft. Im technischhistorischen Gutachten heißt es unter anderem:

„Es handelt sich um die letzte in Europa erhaltene Anlage der Umbausender aus der Zeit um 1940 …“

Peter Donhauser (Technisches Museum Wien)

Aktuelle Verwendung[Bearbeiten]

Heute ist der Sender als technisches Denkmal erhalten. Im Sendergebäude befinden sich jetzt die Studios des Privatsenders Antenne Steiermark.

Der Mast und das Masthaus werden für den Amateurfunkdienst verwendet. Für Funkamateure stehen in Dobl folgende Dienste zur Verfügung:

Dobl beherbergt auch die Clubfunkstelle von ADL619 (Graz-Umgebung) mit dem Rufzeichen OE6XAD, dieselbe veranstaltet jedes Jahr zusammen mit ADL601 (Graz) einen Fieldday [1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Donhauser: 100 kW Mittelwelle - Rundfunkgeschichte am Beispiel des steirischen Senders Dobl. In: Blätter für Technikgeschichte Band 64, S. 47, Wien 2002.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sender Dobl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FunkIndex Sender Dobl. Abgerufen am 8. Januar 2012.