Steiermark

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt das Land Steiermark, weitere Bedeutungen finden sich unter Steiermark (Begriffsklärung).
Steiermark
Landesflagge Landeswappen
Landesflagge Landeswappen
Basisdaten
Amtssprache: Deutsch
Landeshauptstadt: Graz
Größte Stadt: Graz
Landeshymne: Dachsteinlied
ISO 3166-2: AT-6
Kürzel: St
Website: www.steiermark.at
Karte: Steiermark in Österreich
Liechtenstein Schweiz Bodensee Vorarlberg Tirol Tirol Salzburg Kärnten Burgenland Wien Steiermark Oberösterreich Niederösterreich Italien Slowenien Deutschland Kroatien Slowakei Tschechien UngarnSteiermark in Austria.svg
Über dieses Bild
Politik
Landeshauptmann: Franz Voves (SPÖ)
Regierende Parteien: SPÖ, ÖVP und FPÖ
(Arbeitsübereinkommen zwischen
SPÖ und ÖVP)
Sitzverteilung im Landtag
(56 Sitze):
SPÖ 23
ÖVP 22
FPÖ 6
Grüne 3
KPÖ 2
Letzte Wahl: 26. September 2010
Nächste Wahl: 2015
Bevölkerung
Einwohner: 1.215.246 (1. Jänner 2014)[1]
– Rang: 4. von 9
Bevölkerungsdichte: 74 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 6,5 %[2] (2010)
Geographie
Fläche: 16.401,04 km²
– Rang: 2. von 9
Höchster Punkt: 2.995 m
(Hoher Dachstein)
Verwaltungsgliederung
Bezirke: 1 Statutarstadt
12 Bezirke
1 Expositur
Gemeinden: 539
– davon Städte: 35
– davon Marktgemeinden: 127
Karte: Steiermark und Bezirke
Bezirk Bruck-Mürzzuschlag Bezirk Deutschlandsberg Bezirk Südoststeiermark Bezirk Hartberg-Fürstenfeld Graz Bezirk Graz-Umgebung Bezirk Hartberg-Fürstenfeld Bezirk Leibnitz Bezirk Leoben Bezirk Murtal Bezirk Liezen Bezirk Murau Bezirk Bruck-Mürzzuschlag Bezirk Südoststeiermark Bezirk Voitsberg Bezirk WeizLage des Bezirks Karte A Stmk ohne.svg im Bundesland Steiermark (anklickbare Karte)
Über dieses Bild

Die Steiermark ist ein Bundesland von Österreich mit der Hauptstadt Graz. Die Steiermark ist flächenbezogen das zweitgrößte, der Einwohnerzahl nach das viertgrößte Bundesland Österreichs. Sie grenzt an Kärnten, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich und das Burgenland sowie im Süden an Slowenien. Die Bewohner werden als Steirer bezeichnet.

Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges war das Herzogtum Steiermark ein Kronland der österreichisch-ungarischen Monarchie. Seit dem Vertrag von Saint-Germain (1919) gehört die Untersteiermark zu Slowenien.

Geografie[Bearbeiten]

Das Bundesland Steiermark hat eine Fläche von 16.401,04 km² und ist damit das zweitgrößte Bundesland Österreichs. Es verfügt über eine 145 km lange Außengrenze mit Slowenien, womit es − abgesehen vom Ausnahmefall Wien − das Bundesland mit der geringsten Grenzlänge an das Ausland ist. Die Binnengrenze zu den angrenzenden Bundesländern ist 870 km lang.

Die Steiermark ist in mehrere Regionen gegliedert. Flächenmäßig am größten ist die Obersteiermark, die von den nördlichen Landesgrenzen bis zum Steirischen Randgebirge südlich der Mur-Mürz-Furche reicht. Die Weststeiermark liegt südlich davon und westlich der Mur. Die Oststeiermark liegt östlich der Mur und südlich des Wechsels und der Fischbacher Alpen. Zwischen Ost- und Weststeiermark liegt die Landeshauptstadt Graz. Diese Einteilung der Steiermark, der zufolge große Teile der Obersteiermark westlicher als die Weststeiermark liegen, stiftet manchmal bei Nichtkundigen Verwirrung. Sie rührt aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg her, als Ost- und Weststeiermark zusammen die „Mittelsteiermark“ bildeten, während die Untersteiermark das gemischtsprachige deutsch-slowenische Gebiet mit der Hauptstadt Marburg an der Drau (slowenisch Maribor) war. Dieses kam nach dem Ende des Ersten Weltkrieges zum Königreich Jugoslawien und gehört heute zu Slowenien. Der südliche Landesteil ab etwa der Linie Deutschlandsberg – Leibnitz – Bad Radkersburg wird Südsteiermark genannt und ist nicht mit der Untersteiermark zu verwechseln. Umgangssprachlich jedoch wird (zumindest in der Obersteiermark) heute noch öfters die Südsteiermark mit der Untersteiermark namentlich gleichgesetzt.

Panoramabild der Nordoststeiermark, aufgenommen von der Ringwarte am Ringkogel – Der Blick reicht vom Stuhleck (ganz links), über den Hochwechsel und das Hartberger Land bis weit hinein in das Burgenland und nach Ungarn.
Grenzmaut zwischen Kärnten und Steiermark, um 1820, Lith. Anstalt J.F. Kaiser, Graz
Logo des Bundeslandes Steiermark
Der Stubenbergsee ist ein künstlicher Badesee im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld.
Murau, Bezirkshauptstadt des Bezirkes Murau
Am Erzberg bei Eisenerz wird seit Jahrhunderten Bergbau betrieben.
Auf der Feistritztalbahn kann man auch einen Sonderzug mit Dampflok mieten.
Das Geburtshaus des steirischen Dichters Peter Rosegger

Die Steiermark wird im Volksmund auch die „Grüne Mark“ und − vorwiegend im Tourismus − das „Grüne Herz Österreichs“ genannt, da rund 61 Prozent ihrer Bodenfläche bewaldet ist und ein weiteres Viertel von Wiesen, Weiden sowie Obst- und Weingärten eingenommen wird.

Das im Norden des Landes befindliche Ennstal mit seinen schroffen Felsen, vom Dachstein bis zum Nationalpark Gesäuse, und die Gebirgsplateaus zwischen Hochschwab und Rax machten die Steiermark auch als alpines Bundesland bekannt. Der Süden des Landes ist größtenteils hügelig (Weinbaugebiet), das Grazer- und Leibnitzer Feld entlang der Mur ist dagegen eben.

Der Hauptfluss der Steiermark ist die Mur, die im Salzburger Lungau entspringt, bald danach in der westlichen Obersteiermark bei Predlitz die Landesgrenze passiert und bis Bruck an der Mur in vorwiegend östliche Richtung fließt. Dort macht der Fluss eine Biegung und verläuft bis an die slowenische Grenze bei Spielfeld in südliche Richtung. Ab dort fließt die Mur wieder in östliche Richtung bis Bad Radkersburg und bildet dabei die Grenze zum südlichen Nachbarstaat. Die Länge der Mur auf steirischem Gebiet beträgt 290,9 km.

Größter See in der Steiermark ist der Grundlsee mit 4,3 km².

Statutarstadt[Bearbeiten]

  • Landeshauptstadt Graz

Bezirke[Bearbeiten]

Im Zuge von Verwaltungsreformen entstanden durch Bezirksfusionen 2012 der Bezirk Murtal (Zusammenlegung der ehemaligen Bezirke Judenburg und Knittelfeld) und 2013 die Bezirke Bruck-Mürzzuschlag (aus Bruck an der Mur und Mürzzuschlag), Hartberg-Fürstenfeld (aus Hartberg und Fürstenfeld) sowie Südoststeiermark (aus Feldbach und Radkersburg).

Bezirk Verwaltungssitz Fläche
km²
Einwohner
(1. Januar 2014)[3]
Kfz-Kenn-
zeichen
Bruck-Mürzzuschlag Bruck an der Mur 2.154,80 100.855 BM (ab 1.7.2013; alt BM bzw. MZ)
Deutschlandsberg Deutschlandsberg 863,49 60.466 DL
Graz [Anm. 1] Graz 127,58 269.997 G
Graz-Umgebung Graz 1.100,71 145.660 GU
Hartberg-Fürstenfeld [Anm. 2] Hartberg 1.223,03 89.252 HF (ab 1.7.2013; alt HB bzw. FF)
Leibnitz Leibnitz 681,50 77.774 LB
Leoben Leoben 1.099,69 61.771 LE, LN
Liezen Liezen, Gröbming 3.270,37 78.893 LI, GB
Murau Murau 1.384,58 28.740 MU
Murtal [Anm. 3] Judenburg 1.675,38 73.041 MT (ab 1.7.2012; alt JU bzw. KF)
Südoststeiermark [Anm. 4] Feldbach 1.068,86 88.843 SO (ab 1.7.2013; alt FB bzw. RA)
Voitsberg Voitsberg 678,60 51.599 VO
Weiz Weiz 1.070,48 88.355 WZ

Anmerkung:

  1. Graz ist als Stadt mit eigenem Statut sowohl Gemeinde als auch Bezirk gleichzeitig.
  2. Entstand am 1. Jänner 2013 durch Zusammenlegung der Bezirke Hartberg und Fürstenfeld
  3. Entstand am 1. Jänner 2012 durch Zusammenlegung der Bezirke Judenburg und Knittelfeld
  4. Entstand am 1. Jänner 2013 durch Zusammenlegung der Bezirke Feldbach und Radkersburg

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Einwohnerstärkste Gemeinden
Stadt/Gemeinde Einwohner
1. Januar 2014
Graz 269.997
Leoben 24.466
Kapfenberg 21.503
Bruck an der Mur 12.541
Knittelfeld 11.301
Trofaiach 11.190
Köflach 9567
Voitsberg 9535
Judenburg 9191
Mürzzuschlag 8468
Flächengrößte Gemeinden
Stadt/Gemeinde Bezirk Fläche
km²
Gußwerk BM 285,36
Wildalpen LI 203,08
Gaal MT 197,37
Grundlsee LI 153,22
Predlitz-Turrach MU 150,12
Rohrmoos-Untertal LI, GB 146,34
Trofaiach LE 142,98
St. Nikolai im Sölktal LI, GB 135,38
Turnau BM 135,05
Kleinsölk LI, GB 132,29

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte der Steiermark

1180 wurde die Steiermark unter den Traungauern zum Herzogtum erhoben und die lehnsrechtlichen Bindungen an das Herzogtum Bayern und das Herzogtum Kärnten gelöst.

Aufgrund eines 1186 mündlich abgeschlossenen (in der Georgenberger Handfeste dokumentierten) Erbvertrages wurden die Herzöge von Österreich aus der Dynastie der Babenberger 1192 Herzöge der Steiermark (bis 1246).

Nach dem Aussterben der Babenberger gelangte die Steiermark zunächst an Ungarn, 1261 an Böhmen. Im Frieden von Ofen wurde 1254 der mit der Steiermark verbundene Traungau von jener abgetrennt. Er wurde ein wesentlicher Teil des entstehenden „Fürstenthums ob der Enns“ (Oberösterreich). Gleichzeitig wurde auch die zur Steiermark gehörige Grafschaft Pitten ausgegliedert und dem Herzogtum Österreich, das damals ungefähr dem heutigen Niederösterreich entsprach, zugeschlagen.

1282 gelangte das Herzogtum Steiermark gemeinsam mit dem Herzogtum Österreich an die Habsburger. Im Zuge der habsburgischen Erbteilungen wurde die Steiermark der zentrale Teil Innerösterreichs (mit der Residenz Graz).

1918 wurde gemäß den Bestimmungen des Vertrages von Saint-Germain der südliche Teil des Herzogtums, die Untersteiermark, abgetrennt und an das Königreich Jugoslawien, das spätere Jugoslawien angeschlossen und ist heute ein bedeutender Teil von Slowenien.

1938, nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich, wurde das im äußersten Nordwesten des Bundeslandes liegende Ausseerland nach Oberösterreich („Oberdonau“) ausgegliedert und im Gegenzug das südliche Burgenland der Steiermark zugeschlagen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden diese Gebietsveränderungen rückgängig gemacht; so wurde das Ausseerland am 1. Juli 1948[4] wieder der Steiermark angeschlossen. Im Mai 1945 wurde die Steiermark von den sowjetischen Truppen besetzt, kam aber noch im selben Jahr bis 1955 unter britische Verwaltung.

Name[Bearbeiten]

Der Name Steiermark leitet sich von der Stadt Steyr (heute in Oberösterreich) und der dort erstmals 985 erwähnten Styraburg, dem heutigen Schloss Lamberg her, wo die Traungauer Grafen damals ihren Sitz hatten. Die aus der Familie der Traungauer stammenden Markgrafen von Steyr haben entscheidend zur Entstehung der Steiermark beigetragen. Auf die gemeinsame Geschichte der Stadt und des Landes weisen noch der lateinische (und ins Englische übernommene) Name des Bundeslandes (Styria) und das gemeinsame Wappen, der silberne, rot gewaffnete und gehörnte, flammenspeiende, aufgerichtete Panther auf Grün hin. Der Wortteil -mark weist auf die Eigenschaft als Grenzgebiet (Mark) hin, was sich aus der Mark an der Mur erklärt.

Der Duden und das Österreichische Wörterbuch führen steirisch und steiermärkisch als Synonyme. Im örtlichen Sprachgebrauch jedoch wird steiermärkisch vorwiegend als Namensbestandteil von Behörden, Ämtern, Unternehmen und Vereinen verwendet.

Landeshymne[Bearbeiten]

Seit 1929 ist das Dachsteinlied, das mit den Worten „Hoch vom Dachstein an …“ beginnt, offizielle Landeshymne der Steiermark. Obwohl − entgegen der politischen Realität – in der ersten Strophe auf das ehemalige Gebiet der Untersteiermark Bezug genommen wird, wurde der Text bislang nicht geändert.

Bevölkerung[Bearbeiten]

  • Der Bevölkerungsstand der Steiermark am 1. Jänner 2014 war: 1.215.246 Einwohner
  • Geschlechtsverteilung: 51 % weiblich, 49 % männlich
  • Altersstufen: 13,4 % unter 15 Jahre alt, 19,2 % ab 65 Jahre alt, 5,6 % 80 Jahre und älter
  • Lebenserwartung bei Geburt 2012: 78,8 Jahre für Männer; 83,4 Jahre für Frauen
  • Anzahl der Familien 2012: 346.200
  • Durchschnittliche Kinderzahl pro Familie mit Kindern 2012: 1,60

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Einschließlich der Untersteiermark hatte die Steiermark im Jahr 1900 insgesamt 1.356.494 Einwohner.

Ballungsräume[Bearbeiten]

Der Uhrturm ist das Wahrzeichen der steirischen Landeshauptstadt Graz.

Graz[Bearbeiten]

Hauptartikel: Graz

Der größte Ballungsraum der Steiermark ist die Landeshauptstadt Graz mit 269.997 Einwohnern. In der Agglomeration wohnen ca. 320.000 Menschen (Hauptwohnsitz). Das Einzugsgebiet der Stadt umfasst über 700.000 Menschen und reicht von der südlichen Obersteiermark über das Grazer Feld ins Südburgenland bis nach Nordslowenien. Besonders die Nachbargemeinden Seiersberg, Feldkirchen bei Graz, Gössendorf und Kalsdorf werden immer größer.

Die Altstadt von Leoben liegt in einer Schleife der Mur, des bedeutendsten Flusses der Steiermark.

Mur-Mürz-Furche[Bearbeiten]

Hauptartikel: Mur-Mürz-Furche

Die größten Städte der Mur-Mürz-Furche sind Leoben, Bruck an der Mur und Kapfenberg. Hier befindet sich das Zentrum der Schwerindustrie. Zusammen mit ihrem Einzugsgebiet bilden sie den zweiten Ballungsraum der Steiermark mit ca. 150.000 Einwohnern.

Aichfeld[Bearbeiten]

Hauptartikel: Aichfeld

Das Aichfeld als westlicher Teil der Mur-Mürz-Furche befindet sich im oberen Murtal und bildet mit den Gemeinden Knittelfeld, Judenburg, Fohnsdorf, Zeltweg und Spielberg bei Knittelfeld den dritten steirischen Ballungsraum. Im Einzugsgebiet leben etwa 44.000 Menschen. Weiters befindet sich hier der Red Bull Ring und mit dem Fliegerhorst Hinterstoisser der größte militärische Flugplatz Österreichs.

Minderheiten[Bearbeiten]

Die Volkszählung von 2001 ergab 4.250 slowenische Steirer. Sie sind erst seit 2004 als autochthone Minderheit laut Staatsvertrag (regelt maßgeblich die Minderheitenrechte der Slowenen und Kroaten in Österreich) anerkannt und haben daher im Volksgruppenbeirat Sitz und Stimmrecht.

Religion[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 wurden bei einer Gesamtbevölkerung von 1.183.303 Einwohnern 961.630 Katholiken erhoben, was 81 % entsprach. Zuständig ist die Diözese Graz-Seckau. Ohne religiöses Bekenntnis bezeichneten sich 117.589 (9,9 %). Es wurden 51.005 Evangelische (4,3 %) erhoben, die durch die Evangelische Superintendentur A. B. Steiermark betreut werden. Als Hochburg gilt das obere Ennstal, und insbesondere die Ramsau (78,1 %).[5] 19.007 (1,6 %) bekannten sich islamisch. 16.345 (1,4 %) schlugen die Angabe aus. Jeweils unter einem Promille lag der Anteil der Altkatholiken (1.183) sowie der Juden (161), die durch die IKG Graz betreut werden.[6] Zu allen anderen Religionsgemeinschaften bekannten sich 16.383 (1,4 %).

Bis 1938 gab es in der Steiermark mehrere jüdische Gemeinden mit Synagogen in Bad Aussee, Bad Gleichenberg, Graz, Judenburg und Leoben.[7][8][9]

Bildungswesen (Schuljahr 2012/13)[Bearbeiten]

  • Vorschulisch:
    • Kinderkrippen: 155 (2.508 Kinder)
    • Kindergärten: 704 (27.413 Kinder)
    • Horte: 63 (2.584 Kinder)
    • Altersgemischte Betreuungseinrichtungen: 14 (522 Kinder)
  • Pflichtschulen:
    • Volksschulen: 484 (43.645 Schüler)
    • Hauptschulen: 139 (19.068 Schüler)
    • Sonderschulen 24 (676 Schüler)
    • Polytechnische Schulen: 42 (2.233 Schüler)
    • Neue Mittelschulen: 107 (10.805 Schüler)
  • Weiterführende Schulen:
    • Allgemeinbildende Höhere Schulen: 48 (27.112 Schüler)
    • Berufsbildende Pflichtschulen: 20 (18.882 Schüler)
    • Berufsbildende mittlere Schulen: 69 (5.576 Schüler)
    • Berufsbildende höhere Schulen: 43 (17.441 Schüler)
    • Lehrerbildende mittlere und höhere Schulen: 8 (2.507 Schüler)
    • Schulen im Gesundheitswesen: 35 (3.693 Schüler)
  • Fachhochschulen:
    • Campus 02 Fachhochschule der Wirtschaft Steiermark: 1.167 Studierende
    • FH Joanneum: 3.700 Studierende

Politik[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Landtag seit der Landtagswahl 2010

Landesregierung[Bearbeiten]

Arkadenhof des Grazer Landhauses

Die neun Sitze der amtierenden Landesregierung werden nach Proporz besetzt.

Sitzverteilung: 4 SPÖ, 4 ÖVP, 1 FPÖ:

Landtag[Bearbeiten]

Der Landtag Steiermark besteht aus 56 Mitgliedern. Neben den beiden Regierungsparteien sind seit der Landtagswahl am 2. Oktober 2005 auch die Kommunistische Partei Österreichs mit derzeit 2 Mandaten und die Grünen mit 3 Mandaten vertreten. Die KPÖ, die seit 1970 nicht mehr im Landtag vertreten war und auch sonst weder in einem anderen österreichischen Landtag noch im Nationalrat über Mandate verfügt, verdankt den größten steirischen Erfolg der Parteigeschichte wohl vor allem ihrem Spitzenkandidaten Ernest Kaltenegger, der sich in Graz als Wohnbaustadtrat einen Namen gemacht hatte.

Euregio Graz-Maribor[Bearbeiten]

Hauptartikel: Euregio Graz-Maribor

Das Gebiet umfasst die südliche Steiermark und das nördliche Slowenien. In der Region leben ca. 1,61 Millionen Menschen. Durch bilaterale Zusammenarbeit soll ein starker Wirtschaftsraum entstehen. Es wird aber auch im gesellschaftlichen und kulturellen Bereich zusammengearbeitet.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Mit einem Wirtschaftswachstum von 3,4 Prozent erreichte die Steiermark 2007 [10] das höchste Wachstum aller österreichischen Bundesländer, besonders der schnell wachsende Ballungsraum Graz mit einer Vielzahl von innovativen Unternehmen ist hierfür verantwortlich. Durch die zahlreichen in Graz befindlichen Hochschulen, universitären Einrichtungen und Forschungszentren ist die Steiermark nicht nur Anziehungspunkt zwecks Aus- und Weiterbildung für junge Menschen aus ganz Österreich, sondern auch eines der hervorragendsten und dynamischsten Wissenschaftszentren Österreichs, was sich im Bezug auf die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen äußerst günstig auswirkt.

Die landwirtschaftlichen Betriebe der Steiermark sind darüber hinaus weit über die Landesgrenzen bekannt für zahlreiche regionale Spezialitäten, die ihren Weg in die internationale Spitzengastronomie gefunden haben. Das Land ist mit 1400 Hektar Anbaufläche das größte Anbauzentrum Österreichs und Europas für Schwarzen Holunder. Aufgrund der großen Nachfrage nach Holunderprodukten wuchs die Anbaufläche innerhalb der Steiermark von 2010 bis 2013 jährlich zweistellig.[11] Der Bio – Anteil an der Gesamtproduktion von lokalen Agrargütern ist dabei äußerst hoch. Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte die Steiermark 2006 einen Index von 107,6 (EU-27 = 100).[12]

Unternehmensgruppen[Bearbeiten]

  • Autocluster

Der Autocluster Steiermark (oder „ACstyria“) ist ein loser Zusammenschluss von mehr als 180 steirischen Unternehmen, die alle in der Autozulieferindustrie tätig sind. Das Zentrum des Autoclusters ist die Landeshauptstadt Graz. Der größte Betrieb und Leitbetrieb ist der Magna Konzern. Im Autocluster arbeiteten im Jahr 2006 44.000 Menschen, die einen Umsatz von 9,6 Mrd. Euro und eine Wertschöpfung von 1,6 Mrd. Euro erwirtschafteten.

  • Eco World Styria

In der Steiermark existiert mit ECO WORLD STYRIA[13] einer der größten Umwelttechnik Cluster Europas, welcher die bisherigen Rankings als weltbester Cleantech Cluster anführt (2010, 2012).[14] Das Umsatzwachstum der rund 170 Cluster-Unternehmen in diesem „Green Tech Valley“ betrug zwischen 2006 und 2012 durchschnittlich 16,4 % pro Jahr, weiters kamen im Schnitt 1.000 Umwelttechnik-Beschäftigte pro Jahr hinzu. Vom Gesamtumsatz mit 10,2 Mrd. Euro wurden 3,6 Mrd. Euro rein mit Umwelttechnik erzielt. Das entspricht rund 10 % vom Brutto-Regional-Produkt der Steiermark und einer der höchsten Umwelttechnik-Konzentrationen weltweit. Die Cluster-Unternehmen beschäftigten 39.300 Menschen, davon die Hälfte im Bereich der Erneuerbaren Energie und Umwelttechnik. Zu den bekanntesten Unternehmen zählen die Andritz AG, Roth, KWB und das Joanneum Research. Der Cluster wurde mit dem Regiostars Award der EU 2012 für innovatives Wachstum und mit dem Cluster Management Excellence Label in Gold ausgezeichnet. [15]

Tourismus[Bearbeiten]

Die Obersteiermark, dabei besonders das Steirische Salzkammergut und die Region Schladming–Dachstein, sowie die Thermenregion im oststeirischen Hügelland sind wichtige Fremdenverkehrsgebiete. Hohe Übernachtungszahlen gibt es auch in der Hauptstadt Graz mit ihrem Umland.

Im Tourismusjahr 2013 (November 2012 bis Oktober 2013) wurden in der gesamten Steiermark knapp 11,270.000 Übernachtungen[16] gezählt, was einem Plus von 1,6 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Von den Gästen waren 62,4 % Inländer und 37,6 % Ausländer. Bei den Herkunftsländern liegt gemessen an den Gästenächtigungen Deutschland weit vor den anderen (2,203.600)[17]; danach folgen Ungarn (431.400), Tschechische Republik (223.300) und die Niederlande (192.800) vor Italien (110.100), Polen (105.500) sowie Schweiz und Liechtenstein (99.900).

Aus touristischen Gründen wurde für den östlichen Teil der Obersteiermark die künstliche Bezeichnung Hochsteiermark geschaffen, die als Tourismusregion vermarktet wird.[18] Eine ebenfalls künstliche Namensgebung liegt im Falle des im Südosten des Landes befindlichen sogenannten Vulkanlandes vor.

Verkehr[Bearbeiten]

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

Desiro-Nahverkehrszug am Grazer Hauptbahnhof
Die Haupthalle des Grazer Hauptbahnhofs
Triebwagen (Baujahr 1930), im Planeinsatz auf der Bahnstrecke Feldbach–Bad Gleichenberg

Die wichtigste Bahnlinie in der Steiermark ist die Südbahn, die von Wien kommend über das UNESCO-Weltkulturerbe Semmeringbahn und den Bahnknoten Bruck an der Mur durch die steirische Landeshauptstadt Graz und von dort weiter an die österreichisch-slowenische Grenze bei Spielfeld führt. Auf dieser Strecke gibt es stündliche Verbindungen zwischen Graz und Wien mit ÖBB-InterCity-Zügen und Railjets.

Eine weitere bedeutende Bahnstrecke in der Steiermark ist die Rudolfsbahn, die von Sankt Valentin in Niederösterreich nach Tarvis in Italien führt. In der Steiermark befinden sich an dieser Strecke der Bahnknoten Selzthal, an dem über die Pyhrnbahn Anschluss nach Linz und über die Ennstalbahn nach Salzburg besteht, der Knoten Leoben, an dem über eine kurze Strecke eine Verbindung zur Südbahn bei Bruck an der Mur besteht, sowie die Städte Knittelfeld, Zeltweg und Judenburg. Bei Neumarkt in Steiermark erreicht die Bahnstrecke die Landesgrenze zu Kärnten. Teile der Rudolfsbahn werden unter anderem auf den Relationen von Graz nach Salzburg und von Wien nach Klagenfurt am Wörthersee befahren.

Die Weststeiermark wird durch die Graz-Köflacher Bahn mit den beiden Linien Köflacherbahn S7, Wieserbahn S61 und der Linie S6 über Kalsdorf und den Hengsbergtunnel zur Wieserbahn erschlossen.

Die Koralmbahn, die eine direkte Verbindung zwischen Graz und der Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt herstellen soll, ist derzeit im Bau. Die Strecke, deren Herzstück der 33 Kilometer lange Koralmtunnel sein soll, wird voraussichtlich bis zum Jahr 2020 fertiggestellt und läuft zum Teil entlang der Wieserbahn.

Internationale Zugverbindungen, die über die Steiermark führen, sind etwa die Relationen von Wien nach Ljubljana (über Graz), von Wien nach Zagreb (über Graz), von Graz nach Zürich, von Graz nach Budapest, von Graz nach Frankfurt am Main sowie von Graz nach Saarbrücken. Bedeutende österreichische Städte, in die Direktverbindungen von Graz bestehen, sind unter anderem Innsbruck, Salzburg und Wien.

Bahnstrecken von untergeordneter Bedeutung, die regelmäßig von Regionalzügen im Personenverkehr befahren werden, sind etwa die Steirische Ostbahn, die Landesbahn Gleisdorf–Weiz, die Radkersburger Bahn, die Bahnstrecke Feldbach–Bad Gleichenberg, die Köflacherbahn und die Wieserbahn, die Lokalbahn Peggau–Übelbach, die Murtalbahn und die Thermenbahn. Auf manchen Bahnstrecken wie der Lokalbahn Mixnitz–Sankt Erhard und der Feistritztalbahn findet planmäßig nur noch Güterverkehr statt. Die Erzbergbahn und die Stainzerbahn verkehren nur noch als Museumsbahnen.

S-Bahn Steiermark[Bearbeiten]

Hauptartikel: S-Bahn Steiermark

Die S-Bahn Graz wurde im Dezember 2007 mit sechs Linien eröffnet und ist noch in der Ausbauphase. An diesem Projekt wird seit 1998 gearbeitet. Die Inbetriebnahme erfolgte am 9. Dezember 2007 und die Fertigstellung soll bis 2016 erfolgen. Die S-Bahn bietet bessere Verbindungen im 15-Minuten-Takt. Insgesamt werden im Vollbetrieb neun S-Bahn-Linien im Großraum Graz im Einsatz sein. Die S-Bahn ist eine Kooperation zwischen den Bahngesellschaften ÖBB, StLB und GKB.

Fernstraßen[Bearbeiten]

Süd Autobahn A 2 zwischen Laßnitzhöhe und Graz

Durch die Steiermark führen derzeit zwei Autobahnen und drei Schnellstraßen.

Die in Planung befindliche Fürstenfelder Schnellstraße S 7 soll von Riegersdorf zum österreichisch-ungarischen Grenzübergang Heiligenkreuz führen und damit die Städte Graz und Budapest direkt verbinden. Sie ist von der Asfinag im Halbausbau geplant (wechselweise 2+1 Verkehrsführung).

Wegweiser für Radfahrer in Graz

Radverkehr[Bearbeiten]

In der steirischen Hauptstadt Graz ist der Radverkehr mit 16 % Anteil am Modal Split für österreichische Verhältnisse sehr stark ausgeprägt. In der gesamten Steiermark beträgt der Anteil des Radverkehrs am Verkehrsaufkommen rund 6 % und liegt damit in etwa im gesamtösterreichischen Durchschnitt. In der Strategie Radverkehr Steiermark 2008–2012 des Landes Steiermark wird als Ziel für das Jahr 2012 eine Verdopplung des Radverkehrsanteils auf 12 % angegeben. Besonders das Radfahren im Alltag soll damit gefördert werden.

Eine große Bedeutung hat der Radtourismus in der Steiermark. Der Murradweg, der zum größten Teil auf steirischem Gebiet, und zwar von Predlitz an der Grenze zum Lungau bis an die steirisch-slowenische Grenze bei Bad Radkersburg verläuft, ist der bedeutendste touristische Radweg des Landes. Insgesamt gibt es in der Steiermark über 2000 Kilometer überregionale Radwege.

MD-90 am Flughafen Graz

Flughafen Graz-Thalerhof[Bearbeiten]

Hauptartikel: Flughafen Graz

Etwa 10 km südlich des Grazer Stadtzentrums liegt der mit Autobus und Bahn erreichbare Flughafen Graz-Thalerhof, der im Linienverkehr als Zubringer für die internationalen Flughäfen München, Frankfurt und Wien fungiert. Der Flughafen ist nach Wien und Salzburg der drittgrößte Flughafen in Österreich und liegt im Frachtaufkommen in Österreich auf Platz zwei. Es werden verschiedene Ziele im In- und Ausland angeflogen, die Austrian Airlines hat Verkehre nach Wien, Düsseldorf und Linz im Programm, die Lufthansa nach Frankfurt, München und Stuttgart und Friedrichshafen, die Welcome Air nach Innsbruck, Hannover, Göteborg, Stavanger und Kristiansand, die TUIfly nach Köln/Bonn und Hamburg (in Planung), die Ryanair nach London-Stansted und Barcelona-Girona, die Robin Hood Aviation nach Zürich, Rheinair nach Zürich und die Niki nach Palma de Mallorca.

Im Charterverkehr werden vor allem die Mittelmeer-Ferienziele angeflogen.

Am Flughafen befindet sich seit 1981 auch das österreichische Luftfahrtmuseum.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Alte Schmiede im Österreichischen Freilichtmuseum in Stübing bei Graz

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Steiermark zählen die größte Marien-Wallfahrtskirche Österreichs Mariazell, der Erzberg in Eisenerz, das Benediktinerstift Admont, der Tier- und Naturpark Schloss Herberstein, das Bundesgestüt Piber, der Dachstein, das Österreichisches Freilichtmuseum in Stübing bei Graz, die Riegersburg, die Skiflugschanze Kulm in Bad Mitterndorf/Tauplitz sowie die Landeshauptstadt Graz, deren Altstadt zum Weltkulturerbe zählt.

Die bekannteste barocke Schlossanlage der Steiermark ist das Schloss Eggenberg in Graz, in dem heute die Alte Galerie des Universalmuseums Joanneum untergebracht ist. Den Schlosspark besuchen im Jahr etwa 1 Mio. zahlende Gäste.

Der Tier- und Naturpark Schloss Herberstein ist ein Zoo in der steirischen Gemeinde Stubenberg am See, nahe St. Johann bei Herberstein mit einer Größe von ungefähr 40 ha. Im Park befindet sich auch das Schloss Herberstein dessen Anfänge ins 12. Jahrhundert zurück reichen.

Die größte Burg in der Steiermark ist die Riegersburg, deren Anfänge ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Sie befindet sich im gleichnamigen Ort, Riegersburg im Bezirk Südoststeiermark. Die zweitgrößte Burg ist die Burg Strechau in der Obersteiermark.

Die Burg Oberkapfenberg in der Stadt Kapfenberg beherbergt heute eine Sammlung von historischen Waffen und eine Greifvogelschau. Die größte Festung der Steiermark war der Grazer Schlossberg. Die Festung steht als eine nie eingenommene Anlage im Guinness-Buch der Rekorde. Erst nachdem Napoleon Wien eroberte und mit der Zerstörung der Hauptstadt drohte, ergab sich der Schlossberg und französische Truppen schleiften den Großteil der Bauten.

Kunst und Kultur[Bearbeiten]

Peter Rosegger (1843–1918)

Die Steiermark war bereits im Mittelalter ein kulturelles Zentrum. Ulrich von Liechtenstein (1200–1275) war einer der bedeutendsten Minnesänger; die Steirische Reimchronik aus der Zeit um 1300 gilt als erstes umfassendes Geschichtswerk in deutscher Sprache.

Im Bereich der Literatur ist insbesondere Peter Rosegger zu nennen, dessen sozialkritische Romane meist in seiner obersteirischen Heimat spielten, daneben im frühen 20. Jahrhundert auch Franz Nabl und Max Mell. Seit Beginn der 1960er Jahre ist Graz ein bedeutender Kristallisationspunkt der zeitgenössischen österreichischen Literatur: Um das Forum Stadtpark und die Zeitschrift manuskripte gruppierten sich Autoren wie Alfred Kolleritsch, Wolfgang Bauer und Peter Handke. Reinhard P. Gruber hat mit seinem Roman Aus dem Leben Hödlmosers der Steiermark ein satirisches Denkmals gesetzt.

Die Komponisten Hugo Wolf, Johann Joseph Fux und Robert Stolz stammen aus der Steiermark. Das klassische Musikfestival Styriarte findet seit 1985 jährlich statt. Im Bereich der populären Musik sind Künstler wie S.T.S. und Andreas Gabalier zu internationaler Bekanntheit gelangt.

In der Steiermark wird das kulturelle Leben maßgeblich durch regelmäßige Veranstaltungen wie die Regionale, die die früheren steirischen Landesausstellungen abgelöst hat, das Filmfestival Diagonale und den Steirischen Herbst geprägt.

Mit dem 1811 von Erzherzog Johann gegründeten Universalmuseum Joanneum (vormals Landesmuseum Joanneum) beheimatet die Steiermark Österreichs ältestes Museum, das mit seinen 10 Standorten und 17 Museen – darunter etwa das Kunsthaus Graz, Schloss Eggenberg, das Landeszeughaus, das Landschaftsmuseum Schloss Trautenfels, Schloss Stainz mit seinem Jagd- und Landwirtschaftsmuseum und dem 2011 eröffneten Joanneumsviertel, in dem sich auch die Neue Galerie Graz befindet – als das größte seiner Art in Mitteleuropa gilt.[19]

Darüber hinaus verfügt die Steiermark über eine lebendige Volkskultur. Durch die Bemühungen Erzherzog Johanns und bedeutender Gelehrter wie Viktor Geramb und Konrad Mautner wurde sehr viel Kulturgut erhalten, welches in anderen Teilen Mitteleuropas verloren ging. Volksmusik, Tracht (Steireranzug) und Volkstanz werden im Land gepflegt. Veranstaltungen wie Aufsteirern und das Narzissenfest sind in diesem Zusammenhang erwähnenswert.

Kulinarik[Bearbeiten]

Die bekannteste kulinarische Spezialität der Steiermark ist vermutlich das Kernöl. Die Bezeichnung Steirisches Kürbiskernöl ist seit 1992 ein patentrechtlich geschütztes Markenzeichen.[20] Weiters sind zu nennen Käferbohnen, Schilcher, Steirischer Junker und die Produkte der Zotter Schokoladen Manufaktur. Die bekanntesten Brauerzeugnisse sind Murauer, Schladminger, Puntigamer, Reininghaus und Gösser Bier.

Zu den berühmten typisch steirischen Mahlzeiten zählt unter anderem der Sterz. Dieser kann auf verschiedenste Arten zubereitet werden und wird zusammen mit Kaffee oder auch Suppen gegessen. So ist auch in dem zum Volkslied gewordenen Lied der Kern-Buam Da Steirische Brauch vom „(…) Türkensterz mit ana Schwaumm’suppn drauf (…)“ die Rede. Gemeint ist eine Pilzsuppe.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz Held: Kärnten und Steiermark. DuMont Kunst-Reiseführer; DuMont Buchverlag, Köln; 2. Auflage 1981; ISBN 3-7701-1097-8.
  • Manfred Jasser: Hoch vom Dachstein an. Das Steiermark-Brevier. Paul Neff Verlag, Wien, 1990 ISBN 3-7014-0131-4.
  • Hans Pirchegger: Geschichte der Steiermark. Leykam Verlag, Graz 1996 ISBN 3-7011-7350-8.
  • Sigrid Rahm: Steiermark: ein Reiseführer. Styria Verlag, Graz 2008 ISBN 978-3-222-13242-1.
  • Gery Wolf, Reinhard P. Gruber: Steiermark. Ein Bildband. Leykam Verlag, Graz 2009 ISBN 978-3-7011-7658-8.
  • Theodor Unger: Steirischer Wortschatz als Ergänzung zu Schmellers Bayerischem Wörterbuch. Für den Druck bearbeitet und hrsg. von Ferdinand Khull. Leuschner und Lubensky’s Universitätsbuchhandlung. Graz 1903. Reprint: Akademische Druck- und Verlagsanstalt. Graz 2009. ISBN 978-3-201-01898-2.
  • E. Baumgarten: Die Juden in der Steiermark. Eine historische Skizze. Wien 1903.

Atlanten zur Geschichte:

  • Atlas der Steiermark. Akademische Druck- und Verlagsanstalt Graz 1953–1970, zunächst herausgegeben 1949–1961 vom naturwissenschaftlichen Verein für Steiermark, danach 1961–1970 hg. von der Steiermärkischen Landesregierung unter Mitarbeit dieses Vereines. Wissenschaftliche Leitung 1949–1950 Robert Mayer, 1951–1961 Sieghard Morawetz und 1961–1970 Manfred Straka. Kartographische Leitung bzw. Redaktion 1951–1961 Wilhelm Wolf, 1961–1963 Heinrich Reschenhofer und 1963–1970 Manfred Straka.
  • Atlas zur Geschichte des steirischen Bauerntums. Wissenschaftliche Leitung: Fritz Posch. Kartographische Leitung: Manfred Straka. Redaktion: Gerhard Pferschy. Veröffentlichungen des steiermärkischen Landesarchives Band 8. Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 1976, ISBN 3-201-01001-4.
  • Heimat-Atlas der Steiermark Hg. vom Historischen Verein für Steiermark mit Unterstützung der Historischen Landeskommission für Steiermark. Verlag des Historischen Verein für Steiermark. Graz 1946 (danach eingestellt, weiter siehe „Atlas der Steiermark“).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Steiermark – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Steiermark – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria - Bevölkerung zu Jahres- und Quartalsanfang
  2. Bevölkerung zu Jahresbeginn seit 2002 nach zusammengefasster Staatsangehörigkeit – Steiermark, Statistik Austria
  3. Statistik Austria - Bevölkerung zu Jahres- und Quartalsanfang
  4. Homepage > Unser Land > Landesgeschichte > Chronik > 1948
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Format[http://www.statistik.at/blickgem/vz7/g61236.pdf Volkszählung vom 15. Mai 2001 Demografische Daten–Ramsau am Dachstein.] Statistik Austria, abgerufen am 18. September 2012 (PDF; 10 kB).
  6. Kontakt. IKG Graz, abgerufen am 21. September 2012.
  7. Synagogen Internet Archiv. Abgerufen am 31. Dezember 2012.
  8. Die Juden in der Steiermark. Wien 1903. Abgerufen am 31. Dezember 2012.
  9. Bevölkerung nach dem Religionsbekenntnis und Bundesländern 1951 bis 2001. Statistik Austria, abgerufen am 18. September 2012.
  10. Steirische Wirtschaft wächst besonders stark – oesterreich.ORF.at
  11. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHans-Peter Siebenhaar: Beerenhunger. Themenwoche Landwirtschaft. Handelsblatt, 13. Januar 2014, abgerufen am 13. Januar 2014.
  12. Eurostat Pressemitteilung 23/2009: Regionales BIP je Einwohner in der EU27 (PDF-Datei; 360 kB)
  13. ECO WORLD STYRIA
  14. 2012 Global Cleantech Directory
  15. ECO WORLD STYRIA - Fakten
  16. Die Daten stammen aus der Landesstatistik Steiermark, hier konkret aus der Tabelle gegliedert nach Bezirken und Herkunftsländern der Gäste, abgerufen am 24. Dezember 2013.
  17. Zahlenangaben gerundet.
  18. Vgl. www.hochsteiermark.at.
  19. www.museum-joanneum.at
  20. Vgl. patentamt.at.