Settignano

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Die Piazza von Settignano von Telemaco Signorini, 1880

Settignano ist ein nordöstlich von Florenz in Hanglage liegendes Dorf. Es gehört administrativ zum Quartiere 2 (Campo di Marte) von Florenz. Der Name geht auf den römischen Kaiser Septimius Severus zurück, den angeblichen Gründer des Ortes, der wie das benachbarte Fiesole bereits im Mittelalter als kühlerer Sommerwohnsitz von Florentiner Familien geschätzt wurde, wovon die Villa Gamberaia mit ihrem Terrassengarten heute noch zeugt. Michelangelo hat hier bei einem Marmorarbeiter und seiner Frau seine Kindheit verbracht. Der Ort brachte wegen der nahen Marmorsteinbrüche von Maiano und Trassinaia zahlreiche Bildhauer hervor: Desiderio da Settignano, dessen Werke u.a. den Dom von Florenz schmücken, Bartolomeo Ammanati sowie Antonio und Bernardo Rossellino. Auch der Maler Bartolomeo Bimbi wurde hier geboren.

Giovanni Boccaccio und Niccolò Tommaseo schätzten die erholsame Frische des Ortes zwischen Weinbergen und Olivenhainen. 1898 kaufte Gabriele d'Annunzio die Villa della Capponcina im Randbereich von Settignano, um so seiner Geliebten Eleonora Duse näher zu sein, die in der Villa Porziuncola lebte. In der Villa I Tatti lebte der Kunsthistoriker Bernard Berenson; hier unterhält heute die Harvard University ein Zentrum für Kunstgeschichte. Berensons Freund, der Kunstsammler und Mäzen Leo Stein, zog 1914 nach der Trennung von seiner Schwester Gertrude hierher und starb hier 1947. Settignano ist auch der Schauplatz der Novelle Pippo Spano von Heinrich Mann.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Die Buslinie 10 der Florentiner Verkehrsbetriebe (ataf) verkehrt alle 20 Minuten zwischen dem Florentiner Hauptbahnhof und Settignano.

Weblinks[Bearbeiten]

43.806211.2466Koordinaten: 43° 48′ N, 11° 15′ O