Niccolò Tommaseo

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Gravur Niccolò Tommaseo
von Václav Mára (gedruckt 1881)
Niccolò Tommaseo (Photographie)
Niccolò Tommaseo. Statue in Venedig

Niccolò Tommaseo (* 1802 in Šibenik; † 1. Mai 1874 in Florenz) war ein italienischer Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Tommaseo studierte in Padua die Rechte, folgte aber seiner Neigung für die Literatur. Er war seit 1827 in Florenz journalistisch tätig und ging 1833 nach Frankreich.

1834 veröffentlichte er seine Schrift Dell' educazione (1834), die innerhalb von zwei Jahren drei Auflagen erlebte, die politische Schrift L'Italia (1835) und den Roman Il duca d'Atene (1836).

Von 1838 an lebte er in Venedig, wo ein Jahr vorher sein Kommentar zu Dante erschienen war. Dort veröffentlichte er seine Nuovi critti (1839–1840, 4 Bände), die Studj critici (1843, 2 Bände) sowie seine berühmte Sammlung Canti popolari toscani, corsici, illirici, greci (1843, 2 Bände).

Auch erschien eine Bearbeitung der auf die Geschichte Frankreichs im 16. Jahrhunderts bezogenen Gesandtschaftsberichte (1838, 2 Bände) und er gab die Lettere di Pasquale de' Paoli (1846) heraus. Seine streng katholische Gesinnung hinderte ihn nicht, sich 1848 zur liberalen und nationalen Partei zu bekennen.

Aufgrund seines freimütigen Auftretens mit Daniele Manin wurde er verhaftet, aber vom Volke gewaltsam befreit und als Minister des Unterrichts mit Manin an die Spitze der provisorischen Regierung Venedigs gestellt. Er verließ die Stadt vor dem Einzug der Österreicher und reiste nach Korfu, wo eine Krankheit seine Erblindung zur Folge hatte. 1852 veröffentlichte er in Mailand seinen psychologischen Roman Fede e bellezza, der mehrmals neu aufgelegt wurde. 1854–1859 lebte er in Turin, dann ging er nach Florenz.

Tommaseo war einer der angesehensten Schriftsteller seiner Zeit. Er besaß einen vielseitigen und lebhaft beweglichen Geist und galt als Kritiker von großem Einfluss. Seit 1851 gehörte er der Accademia della Crusca in Florenz an.[1]

Werke[Bearbeiten]

  • Le lettere di Santa Caterina di Siena (1860, 4 Bde.)
  • Il secondo esilio (1862, 3 Bde.), eine Sammlung seiner politischen Schriften
  • Sulla pena di morte (1865)
  • Nuovi studj su Dante (1865).
  • Dizionario di sinonimi della lingua italiana (7. Aufl. 1887, 2 Bde.)
  • Leben Rosminis
  • Dizionario estetico (neue Aufl. 1872).

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernardi Vita e scritti di Niccolò Tommaseo (Turin 1874)
  • K. Hillebrand in der Allgemeinen Zeitung (Mai 1874).

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Mitgliederliste der Crusca
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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