Signalmeister (Eisenbahn)

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Signalmeister, (Abk.: Sm), auch Signalwerker[1], ist ein Funktionsbezeichnung im Eisenbahnbetrieb für einen technischen Eisenbahnbediensteten, der innerhalb eines Streckenbereichs (einer Signalmeisterei oder Fernmeldemeisterei) für die Herstellung, Wartung und betriebssichere Unterhaltung der Sicherungs- und Fernmeldetechnik von Eisenbahnanlagen (Sicherungstechnik) verantwortlich ist.

Die Diensträume und eine allfällige Dienstunterkunft eines Signalmeisters wird als Signalmeisterei oder Fernmeldemeisterei bezeichnet. Untergeordnet sind die Signal- und Fernmeldeposten.

Weichenmechaniker[Bearbeiten]

Im Bereich der Deutsche Bahn AG werden die signaltechnischen Einrichtungen einer Weiche durch einen Weichenmechaniker instand gehalten. Im obliegt eigenverantwortlich die Inspektion, Wartung, Entstörung und Mängelbeseitigung an den sicherungstechnischen Einrichtungen der Weiche. Zu den sicherungstechnischen Einrichtungen der Weiche zählen der Weichenantrieb, Weichensignale und der Weichenverschluss mit den zugehörigen Übertragungsteilen. Die Arbeiten können auch durch externe Unternehmen ausgeführt werden. Die Verantwortung für diese Arbeiten verbleibt jedoch beim Eisenbahninfrastrukturunternehmen. Der Weichenmechaniker kann sich zum Fahrbahnmechaniker weiter qualifizieren.[2]

Signalmechaniker[Bearbeiten]

Im Bereich der Deutschen Bahn AG werden die signaltechnischen Einrichtungen von Stellwerks- und Bahnübergangsanlagen durch Signalmechaniker instand gehalten. Zu diesen Einrichtungen zählen die Einrichtungen zur Sicherung der Zug- und Rangierfahrten, wie Schalteinrichtungen im Stellwerk und technisch gesicherten Bahnübergängen. Der Signalmechaniker ist in den meisten Fällen zugleich Weichenmechaniker. Wie bei den Weichenmechanikern können diese Arbeiten auch von externen Unternehmen ausgeführt werden.

Voraussetzung und Prüfung[Bearbeiten]

Weichenmechaniker und Signalmechaniker sind Betriebsbeamte im Sinne der EBO [3]. Sie müssen eine einschlägige Berufsausbildung nachweisen. Nach einer fachlichen Ausbildung ist die Befähigung vor dem Fachbeauftragten unter Beteiligung des EBA nachzuweisen.

Situation bei den deutschen Bahnen vor 1994[Bearbeiten]

Bis zur Bahnreform im Jahre 1994 lautete die Berufsbezeichnung bei der Deutschen Bundesbahn Werkführer. Durch eine Beförderung konnte der Titel eines Werkmeisters, Oberwerkmeisters, Hauptwerkmeisters oder Betriebsinspektors erworben werden.

Bei der Deutschen Reichsbahn war die Unterhaltung von Sicherungstechnik und Weichenverschlüssen seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges getrennt. Für letztere waren Weichenschlosser, die bei den Bahnmeistereien beschäftigt waren und damit zum Hauptdienstzweig Bahnanlagen gehörten, zuständig. Die Instandhaltungsgrenze lag am Anschlussbolzen in der Schieberstange. Für Signalwerker gab es den Lehrberuf Elektrosignalschlosser, später Elektrosignalmechaniker. Die Tätigkeitsbezeichnungen der Signalwerker waren

  • Signalbetriebshelfer (S-Btrh), die (wenigen) un- oder angelernten Mitarbeiter,
  • Signalbetriebsmonteure (S-Btrmt), gelernte Teilfacharbeiter (Signal- und Fernmeldebaumonteur) nach dem Abschluss der 8. Klasse,
  • Signalbetriebsmechaniker (S-Btrm), Facharbeiter,
  • Signalbetriebsobermechaniker (S-Btrom), Zusatzqualifikation, berechtigt zur selbstständigen Arbeit an mit grünem Sicherheitsschloss gesicherten Anlagen (die meisten Außenanlagen und beispielsweise Wegübergangssicherungsanlagen ohne Abhängigkeiten zu Hauptsignalen) und
  • Signalbetriebshauptmechaniker (S-Btrhm), diese Qualifikationsstufe entspricht dem Werkmeister Signaltechnik, berechtigt zur selbstständigen und eigenverantwortlichen Arbeit an allen Sicherungsanlagen, auch an den mit rotem Sicherheitsverschluss. Signalbetriebsober- und -hauptmechaniker besaßen neben den Schlüsseln eine Siegelzange zum Anlegen von Sicherheits- und Überwachungssiegeln.
  • Bereichsmechaniker war der Vertreter des Instandhaltungsbereichsleiters. Diese Bezeichnung stand für die klassische und mit der Industrie vergleichbare Meisterposition.

Siehe auch[Bearbeiten]

Für weitere Bedeutungen des Begriffs Signalmeister, siehe die Begriffsklärung Signalmeister

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Günther Böhm, Eberhard Lorenz, Hartmut Renner: Jugendlexikon Eisenbahn; transpress VEB, Berlin 1986. ISBN 3-344-00055-1
  2. Funktionsausbildung zum Fahrbahnmechaniker Pdf 60 KB, Abgerufen am 26. September 2009
  3. Betriebsbeamte