Siliciumtetrabromid

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Strukturformel
Strukturformel von Silicium(IV)-bromid
Allgemeines
Name Siliciumtetrabromid
Andere Namen
  • Silicium(IV)-bromid
  • Tetrabromsilan
Summenformel SiBr4
CAS-Nummer 7789-66-4
PubChem 82247
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit beißendem Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse 347,72 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[1]

Dichte

2,800 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

5 °C[1]

Siedepunkt

154 °C[1]

Löslichkeit

reagiert heftig mit Wasser[1]

Brechungsindex

1,5685 (31 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335
EUH: 014
P: 261​‐​305+351+338​‐​302+352​‐​321​‐​405​‐​501Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][1]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 14​‐​36/37/38
S: 7/8​‐​26
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Siliciumtetrabromid ist eine anorganische chemische Verbindung des Siliciums aus der Gruppe der Bromide und Siliciumtetrahalogenide.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Siliciumtetrabromid kann durch Reaktion von Silicium mit Bromwasserstoff bei 600 °C gewonnen werden.[4]

\mathrm{Si + 4 \ HBr \longrightarrow SiBr_4 + 2 \ H_2}

Ebenfalls möglich ist die Darstellung durch Reaktion von Silicium mit Brom bei 600 °C oder Silicium mit Silberbromid bei 650 °C.[5]

\mathrm{Si + 2 \ Br_2 \longrightarrow SiBr_4}
\mathrm{Si + 4 \ AgBr \longrightarrow SiBr_4 + 4 \ Ag}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Siliciumtetrabromid ist eine feuchtigkeitsempfindliche farblose Flüssigkeit mit beißendem Geruch, die mit Wasser heftig reagiert wobei Bromwasserstoff entsteht.[1] Die Verbindung hat eine tetrahedrale Struktur.[6]

Verwendung[Bearbeiten]

Siliciumtetrabromid wird in der Halbleiterindustrie verwendet.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Datenblatt Silicium(IV) bromide bei AlfaAesar, abgerufen am 2. August 2013 (JavaScript erforderlich).
  2. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Index of Refraction of Inorganic Liquids, S. 4-140.
  3. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. Schumb, W. B. Silicobromoform" Inorganic Syntheses 1939, Volume 1, S. 38-42. doi:10.1002/9780470132326.
  5.  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band I, Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 671.
  6.  A. F. Holleman, Egon Wiberg, Nils Wiberg: Inorganic Chemistry. Academic Press, 2001, ISBN 012352651-5, S. 852 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7.  Matthias Christoph Golling: Molekularstrahlepitaxie vertikal emittierender InGaAs-Laser-Strukturen mit .... Cuvillier Verlag, 2004, ISBN 386537350-X, S. 30 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).