Bromwasserstoff

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Strukturformel
Struktur von Bromwasserstoff
Allgemeines
Name Bromwasserstoff
Andere Namen
  • Hydrogenbromid
  • Broman
Summenformel HBr
CAS-Nummer 10035-10-6
Kurzbeschreibung

farbloses, an feuchter Luft rauchendes Gas mit stechendem Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse 80,91 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig

Dichte

3,6452 kg·m−3 (0 °C, 1013 hPa)[2]

Schmelzpunkt

−86,9 °C [2]

Siedepunkt

−66,4 °C [2]

Dampfdruck

2,00 MPa (20 °C) [2]

pKs-Wert

−8,9 [3]

Löslichkeit

gut in Wasser (700 g·l−1 bei 20 °C)[2]

Dipolmoment

0,8272(3) D[4] (2,76 · 10−30 C · m)

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [5]
04 – Gasflasche 05 – Ätzend 06 – Giftig oder sehr giftig

Gefahr

H- und P-Sätze H: 331​‐​314​‐​280​‐​335
P: 260​‐​280​‐​304+340​‐​303+361+353​‐​305+351+338​‐​405Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze​‐​403 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [6] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [5]
Ätzend
Ätzend
(C)
R- und S-Sätze R: 35​‐​37
S: (1/2)​‐​7/9​‐​26​‐​45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

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Bromwasserstoff ist ein farbloses Gas, welches an feuchter Luft Nebel bildet, weil sich die Verbindung aus Brom und Wasserstoff gut in Wasser unter Bildung von Bromwasserstoffsäure löst.

Darstellung[Bearbeiten]

Bromwasserstoff kann mit Hilfe einer Substitutionsreaktion dargestellt werden. Ein Beispiel ist die Reaktion von Toluol mit Brom. Durch Erwärmen oder durch Lichteinfall reagiert das Brom mit dem Toluol u. a. zu Benzylbromid und Bromwasserstoff, wobei die Flüssigkeit, die vorher braun war, entfärbt wird.[7]

Formation of hydrogen bromide.svg

Toluol und Brom reagieren zu Benzylbromid und Bromwasserstoff

Auch aus Natriumbromid kann Bromwasserstoff freigesetzt werden. Hierzu wird konzentrierte Phosphorsäure bei schwach erhöhter Temperatur auf den Feststoff getropft.

\mathrm{2\ NaBr\ +\ H_3PO_4\ \xrightarrow {\Delta T} \ 2\ HBr \uparrow +\ Na_2HPO_4}
Natriumbromid reagiert mit Phosphorsäure unter Entstehung von Bromwasserstoff und Dinatriumhydrogenphosphat

Alternativ kann auch Essigsäure anstatt Phosphorsäure verwendet werden:

\mathrm{NaBr + CH_3COOH \longrightarrow CH_3COONa + HBr}

Reaktion mit Wasser[Bearbeiten]

Wird Bromwasserstoff in Wasser gelöst, dissoziiert das Bromwasserstoff-Molekül, es bilden sich Oxonium- und Bromidionen. Daher sinkt der pH-Wert, die Lösung reagiert als starke Säure.

\mathrm{H_2O + HBr \longrightarrow H_3O^+ + Br^-}

Sicherheitshinweise[Bearbeiten]

Durch Säurebildung in Wasser wirkt Bromwasserstoffgas reizend auf Augen und Atemwege und in hoher Konzentration auch giftig. (Gas-)Vergiftungen sind jedoch selten, weil es meist als wässrige Lösung (s.o.) verwendet wird und nach eventuellem Ausgasen rasch Nebel bildet. Bei vollständiger Verbrennung bromhaltiger organischer Stoffe kann neben Bromwasserstoff auch elementares Brom entstehen, das wesentlich giftiger ist.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Roempp Online – Version 3.5, 2009, Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  2. a b c d e f Eintrag zu Bromwasserstoff in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 20.08.2013 (JavaScript erforderlich)
  3.  Eberhard Gerdes: Qualitative Anorganische Analyse: Ein Begleiter für Theorie und Praxis. Springer DE, 2000, ISBN 354067875-1, S. 154 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)..
  4. David R. Lide (Ed.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90th Edition (Internet Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Dipole Moments, S. 9-51.
  5. a b Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 10035-10-6 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich)
  6. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  7. G. Brauer (Hrsg.), Handbook of Preparative Inorganic Chemistry 2. Auflage, Band 1, Academic Press 1963, S. 282-6.