Simian-Virus 40

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Simian-Virus 40
Systematik
Reich: Viren
Ordnung: nicht klassifiziert
Familie: Polyomaviridae
Gattung: Polyomavirus
Art: Simianes Virus 40
Taxonomische Merkmale
Genom: dsDNA
Baltimore: Gruppe 1
Wissenschaftlicher Name
Simian Virus 40 (engl.)
Taxon-Kurzbezeichnung
SV
Links
NCBI Taxonomie:
NCBI Reference:
ICTVdB Virus Code:
Graphische Darstellung von SV40

Das Simian-Virus 40 (engl. für „Affenvirus 40“), hauptsächlich unter der Abkürzung SV-40 bekannt, ist ein Virus aus der Familie der Polyomaviridae und gehört zur Gattung der Polyomaviren.

Beschreibung und Vorkommen[Bearbeiten]

SV40 kann sowohl Affen als auch Menschen infizieren, die natürlichen Wirte sind vor allem Asiatische Makaken und Rhesusaffen. Wie andere Polyomaviren kann SV40 unter bestimmten Bedingungen Tumore hervorrufen, die Infektion bleibt jedoch in den meisten Fällen symptomlos. In Menschen selbst wurden keine direkten Zusammenhänge von einer SV40-Infektion und der Entstehung von Krebs nachgewiesen, jedoch spielen Onkogene des SV40-Virus bei der Entstehung von Krebszellen aus humanen Zellen in der Zellkultur eine Rolle.[1][2] Der Zusammenhang von humanen Tumoren und dem SV40 als kausale Ursache konnte jedoch noch nicht sicher nachgewiesen werden.[3] Ein gleichzeitiger Nachweis von SV40 in verschiedenen Tumoren war nicht zwingend mit deren Ätiologie in Verbindung zu bringen.[4] Selbst in Brustkrebspräparaten wurde der Zusammenhang von SV40 und einem veränderten Methylierungsmuster zellulärer Gene vermutet,[5] eine abschließende Beurteilung des Zusammenhangs ist derzeit noch nicht möglich.

SV40 wurde 1960 in Zellkulturen von Nierenzellen von Rhesusaffen entdeckt[6], die zur Herstellung von Polioimpfstoffen verwendet wurden. Von 1955 bis 1963 wurden vermutlich Millionen Menschen mit oralen und injizierbaren Impfstoffen geimpft und dabei mit SV40 infiziert.

Aufbau[Bearbeiten]

SV40 hat ein zirkuläres doppelsträngiges DNA-Genom mit etwa 5,2 kb, das mit Histonen der Wirtszelle verpackt wird. Das Virion ist ikosaedrisch.

Quellen und Belege[Bearbeiten]

  1. W. C. Hahn, C. M. Counter, A. S. Lundberg, R. L. Beijersbergen, M. W. Brooks, R. A. Weinberg: Creation of human tumour cells with defined genetic elements. In: Nature Band 400, Nummer 6743, Juli 1999, S. 464–468, ISSN 0028-0836. doi:10.1038/22780. PMID 10440377.
  2. P. M. Voorhoeve, R. Agami: The tumor-suppressive functions of the human INK4A locus. In: Cancer Cell Band 4, Nummer 4, Oktober 2003, S. 311–319, ISSN 1535-6108. PMID 14585358.
  3. K. V. Shah: SV40 and human cancer: a review of recent data. In: International Journal of Cancer. Band 120, Nummer 2, Januar 2007, S. 215–223, ISSN 0020-7136. doi:10.1002/ijc.22425. PMID 17131333. (Review).
  4. E. A. Engels: Does simian virus 40 cause non-Hodgkin lymphoma? A review of the laboratory and epidemiological evidence. In: Cancer investigation Band 23, Nummer 6, 2005, S. 529–536, ISSN 0735-7907. doi:10.1080/07357900500202820. PMID 16203661. (Review).
  5. M. Hachana, M. Trimeche, S. Ziadi, K. Amara, S. Korbi: Evidence for a role of the Simian Virus 40 in human breast carcinomas. In: Breast Cancer Research and Treatment Band 113, Nummer 1, Januar 2009, S. 43–58, ISSN 1573-7217. doi:10.1007/s10549-008-9901-z. PMID 18205041.
  6. B. H. Sweet, M. R. Hilleman: The vacuolating virus, S.V. 40. In: Proceedings of the Society for Experimental Biology and Medicine Band 105, November 1960, S. 420–427, ISSN 0037-9727. PMID 13774265.

Literatur[Bearbeiten]

  • K. Shah, N. Nathanson: Human exposure to SV40: review and comment. In: American journal of epidemiology Band 103, Nummer 1, Januar 1976, S. 1–12, ISSN 0002-9262. PMID 174424. (Review).

Weblinks[Bearbeiten]