Siraf

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Sirāf
Strand von Sirāf
Strand von Sirāf
Sirāf (Iran)
Sirāf
Sirāf
Basisdaten
Staat: IranIran Iran
Provinz: Buschehr
Koordinaten: 27° 39′ N, 52° 20′ O27.6552.333333333333Koordinaten: 27° 39′ N, 52° 20′ O
Einwohner: 3771[1] (Berechnung 2012)
Zeitzone: UTC+3:30
Indo-Sasanidischer Seeweg während der Sasanidenzeit
Sirāf

Siraf (auch Sirāf, Bandar-e Sirāf, Bandar-e Taheri, Bandar-i Tahiri, Tāhiri, Tāheri, Tābiri)[2] (persisch ‏سیراف‎), war ein Hafen und bedeutendes frühislamisches Handelszentrum an der Küste des Persischen Golfs in der heutigen Provinz Buschehr im Iran. Die Ruinen des Ortes befinden sich ca. 220 km südlich der Stadt Buschehr und 380 km westlich von Bandar Abbas in der Nähe der gleichnamigen modernen Kleinstadt.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Der erste Kontakt zwischen Siraf und China erfolgte zur Zeit der Parther um 185 n. Chr. Im 4. Jahrhundert war die Stadt bereits ein belebter Hafen und zwischen dem 8. und Ende des 10. Jahrhunderts gehörte sie wohl zu den florierendsten Städten der Welt.[4] Gemäß David Whitehouse, einem der ersten Archäologen, der die Ruinen der Hafenstadt von 1966 bis 1973 freilegte, blühte der Seehandel zwischen dem Persischen Golf und den östlich gelegenen Ländern auf Grund der starken Zunahme des Handels von Konsum- und Luxusgütern.[5]

Der Persische Golf diente als Seeweg zwischen der Arabischen Halbinsel und Indien über das Arabische Meer. Kleine Schiffe, wie die Dhau, konnten die lange Strecke bewältigen, indem sie sich in Sichtweite zum Festland an der Küste hielten.[6]

Mit der Zeit verlor der Hafen an Bedeutung und die Handelswege verlegten sich an das Rote Meer.[7] Der Hafen wurde gegen 970 n. Chr. zerstört.[8]

Funde[Bearbeiten]

Zu den archäologischen Funden der Hafenstadt zählen neben zahlreichen Tonscherben und Glasschalen Elfenbein–Objekte aus Ostafrika, Steine aus Indien und Lapislazuli aus Afghanistan.[9]

Nach Whitehouse stammt die älteste Moschee Sirafs aus dem 9. Jahrhundert. Er fand Ruinen einer Gemeindemoschee, die von mehreren weiteren umgeben war.[10] Andere Ruinen stammen von Häusern außerordentlich reicher Händler [11], die mit einer internationalen Klientel verkehrten. Besonders einflussreich waren jene aus Südindien, die während ihrer Besuche ausgiebig verköstigt wurden. Aufzeichnungen über Speiseplatten, die für sie bereitgestellt wurden, berichten davon.[12]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.de[3]
  2. Bandar-e Taheri, Iran Page
  3. Internationaler Kongress zum Sirāf- Hafen
  4. Sirāf- Projekt des British Museum
  5. Sirāf, a Legendary Ancient Port (Cultural Heritage News Agency)
  6. The Seas of Sindbad
  7. Sirāf, a Legendary Ancient Port (Cultural Heritage News Agency)
  8. Luce Boulnois, Silk Road: Monks, Warriors & Merchants. Odyssey Books, Hong Kong: 2005, S. 68 ISBN 962-217-721-2
  9. Foreign Experts Talk of Sirāf History
  10. Artikel Sirāf auf archnet.org
  11. Sirāf,a Legendary Ancient Port (Cultural Heritage News Agency)
  12. Nilakanta Sastri. A History of South India. Oxford University Press, New Delhi 1955 (Neuauflage 2002) ISBN 0-19-560686-8