Sophie Calle

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Sophie Calle (* 9. Oktober 1953 in Paris) ist eine der bedeutendsten französischen Künstlerinnen der Gegenwart. Ihr Werk umfasst Fotografie, Installationen und Konzeptkunst. Sophie Calle lebt und arbeitet in Malakoff bei Paris und in New York.

Die Grenzen zwischen Kunst und Leben, Fiktion und Realität, zwischen privat und öffentlich werden in ihren zugleich konzeptionellen wie poetischen Arbeiten gezielt vermischt. Zumeist werden die Performances in über selbst gesetzte Handlungsanweisungen und Rituale verwandelt in der sie ihren Alltag in einer Abfolge in Kombinationen von Texten und Fotografien präsentiert werden.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben und Werk

Nach Tätigkeiten als Barfrau und Tänzerin unternahm Sophie Calle in den 70er Jahren eine Weltreise, die sie in den Libanon, nach Mexiko und in die USA führte. Sieben Jahre lang bereiste sie die Welt. 1978, während eines Aufenthalts in Kalifornien, begann sie zu fotografieren. 1979 kehrte sie zurück nach Paris und hatte bald ihre erste Kunstaktion.

Um sich wieder an Paris zu gewöhnen begann sie fremden Menschen zu folgen. Verdeckt mit Perücke und Regenmantel und ausgestattet mit einer 35 mm Kamera und einem Notizbuch verfolgte sie ihre „unbekannten Stadtführer“ durch eine Stadt in der sie sich einsam und fremd fühlte. Das Ergebnis ihrer Untersuchung wird anhand von Fotos und geschriebenen Berichten dokumentiert und ausgestellt.

Bis sie schließlich 45 Menschen (Freunde, Bekannte, Unbekannte) einlädt, in ihrem Bett zu schlafen, und sich dabei von ihr fotografieren zu lassen. So entsteht ihre erste Arbeit "Die Schläfer" (1979). Die erste Veröffentlichung ihrer "unglaublich anmutenden, abenteuerlichen Einbrüche in eigene und fremde Privatsphären." [1]

Der Wunsch, in die Privatsphäre eines Anderen einzudringen, findet seine Entsprechung in ihren Nachforschungen über ihr eigenes Leben als Künstlerin. Für das Werk „The Detective“ bat sie im Jahre 1981 ihre Mutter, einen Detektiv zu beauftragen, sie zu beschatten. Die Fotos des Detektivs wurden daraufhin ausgestellt und veröffentlicht.

Im Projekt „Hotel” arbeitete Sophie Calle als Zimmermädchen in einem Hotel in Venedig, wodurch sie die Gegenstände und Schriftstücke der Hotelgäste erforschen konnte. Während der Aktion “Room with a view” (2003) verbrachte sie die Nacht in einem Bett auf der Spitze des Eiffelturms und lud 28 Menschen ein, ihr Gute-Nacht-Geschichten vorzulesen um sie wach zu halten.

Bei Ihrem Beitrag für den französischen Pavillon der im Sommer 2007 stattfindenden Biennale di Venezia war Sophie Calles` Inspiration nahe angelehnt an ihrem Liebesleben. So wurde die Nachricht der Trennung ihres Liebesgefährten die Grundlage des Werks „Prenez soin de vous“. Sophie Calle wurde die schlechte Nachricht ganz modern per E-Mail übermittelt. Nach Angaben der Künstlerin wußte sie nicht, was sie antworten sollte. Die Nachricht schloss mit dem Satz: „Kümmern Sie sich um sich.“ Daraufhin wurde der Text von 107 Frauen interpretiert, darunter eine Richterin, eine Wahrsagerin, eine Psychoanalytikerin, eine Bharatanatyam-Tänzerin. [2]

2002 wurde Calle mit dem international renommierten Preis für Fotografie »Spectrum« der Stiftung Niedersachsen ausgezeichnet.

Sophie Calle war das Vorbild für die Figur der Maria im Roman Leviathan von Paul Auster.

[Bearbeiten] Literatur

  • Sophie Calle: Did you see me?. Prestel Verlag, München 2003, ISBN 3-7913-3035-7.
  • Sophie Calle: Wahre Geschichten. Prestel Verlag, München, Berlin, London, New York 2004, ISBN 3-7913-3262-7.

[Bearbeiten] Weblinks

Galerien & Museen
Weiterführende Informationen
Presse

[Bearbeiten] Quellen

  1. Heinemann, Elke: "Das Drama vom Beobachten und Beobachtetwerden"
  2. Die Welt, Ackermann Timm, „Die Kunst der Krise in Venedig”, Artikel vom 13. Mai 2007 [1]
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