Libération

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Dieser Artikel beschreibt die französische Zeitung. Zur Befreiung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg siehe La Libération, zu weiteren Bedeutungen siehe Liberation.
Libération
Logo der Zeitung
Beschreibung französische Tageszeitung
Verlag SARL Libération
Erstausgabe 18. April 1973
Erscheinungsweise täglich
Verkaufte Auflage ca. 100.000 Exemplare
Chefredakteur Gérard Lefort
Herausgeber Laurent Joffrin,
Johan Hufnagel
Weblink liberation.fr
ISSN 0335-1793

Die Libération („Libé“) ist eine linksliberale französische Tageszeitung. 1973 gegründet und in Paris herausgegeben, gilt die Libération nach Le Monde und Le Figaro als eine der wichtigsten überregionalen Zeitungen Frankreichs. Hauptaktionär ist seit 2005 Édouard de Rothschild.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Libération entstand im Frühjahr 1973 als Sprachrohr der französischen 68er-Bewegung und der Neuen Linken. Frühe Mitarbeiter waren unter anderem der Philosoph Michel Foucault und der Zeitungsgründer war der Philosoph Jean-Paul Sartre. Im Laufe der Jahre bewegte sich das Blatt vom linken Rand des politischen Spektrums in eine linksliberale Position, die in der deutschen Presse am ehesten mit der Haltung der früheren taz oder auch der Frankfurter Rundschau vor der Insolvenz 2012 vergleichbar war.

Laut Recherchen der taz verringerte sich zwischen 2000 und 2004 die Auflage kontinuierlich von 161.000 auf zuletzt 139.000 verkaufte Exemplare. Das bedeutete allein für das Jahr 2004 einen Auflagenrückgang von fast acht Prozent.

Die Gewerkschaft Societé civile des personnels de Libération (SCPL) war über viele Jahre mit 39,4 Prozent Hauptaktionär des Blattes. Sie verringerte aus Finanznot Anfang 2005 ihren Anteil auf 20 Prozent. Auch die britische Fondsgesellschaft3i“ hatte im November 2004 ihren Rückzug aus ihrer Fünftelbeteiligung erklärt.

Der Privatbankier und Rennstallbesitzer Édouard de Rothschild übernahm diese Kapitalbeteiligungen von zusammen 37 Prozent für 20 Millionen Euro im Januar 2005 und wurde damit zum Hauptaktionär des Blattes.[1] Er sagt bislang, er wolle sich nicht in die inhaltliche Linie der Zeitung einmischen und somit die Unabhängigkeit der angeschlagenen Zeitung respektieren. Sein Ziel sei es, eine eigene Mediengruppe zu schaffen, die Paroli bieten könne.

Mitte September 2006 wandte sich die Libération mit einem eindringlichen Text an ihre Aktionäre und Leser; sie beschrieb ihre desolate Finanzlage und bat um jegliche Art von Ideen zur Unterstützung. Der Text endet mit einem persönlichen Appell:

«Avec vous, Libération vivra. Sans vous, il n’a plus de raison d’être, ni de paraître chaque jour.»

„Mit Ihnen wird die ‚Libération‘ leben. Ohne Sie hat sie weder Grund zu existieren, noch jeden Tag zu erscheinen.“

Im Jahre 2010 lag die Auflage schließlich nur noch bei 118.000.

Im Februar 2014 wurde bekannt, dass die Zeitung kurz vor der Insolvenz steht. Im vorangegangenen Jahr war die Auflage um 15 Prozent zurückgegangen und steht nun bei nur noch 100.000 Exemplaren. Die Haupteigentümer Bruno Ledoux und Edouard de Rothschild kündigten weitere tiefgreifende Sparmaßnahmen an; sie seien nicht mehr gewillt, neues Geld in die Zeitung zu investieren. Bereits in den vergangenen Jahren konnte Liberation nur durch staatliche Presseförderungen in der Höhe von zehn Millionen Euro jährlich überleben.[2]

Name[Bearbeiten]

Das Wort Libération ist in Frankreich verbunden mit dem historischen Vorgang der Befreiung von der Okkupation durch Nazi-Deutschland (1944/45). Ab 1941 gab die Résistance-Gruppe Libération in Lyon mit Emmanuel d’Astier und anderen eine Untergrundzeitung dieses Namens heraus, die mit der Befreiung von Paris bis zu ihrer Einstellung 1964 legal erschien.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Edouard de Rothschild lebt nun in Tel Aviv, nachrichten.ch, 3. August 2010
  2. Französisches "taz"-Vorbild steht vor der Pleite Die Welt, 10. Februar 2014