Sophie Christiane von Wolfstein

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Sophie Christiane von Wolfstein (* 24. Oktober 1667 in Sulzbürg; † 23. August 1737 im Schloss Fredensborg) war eine Gräfin von Wolfstein und durch Heirat Markgräfin von Brandenburg-Kulmbach.

Leben[Bearbeiten]

Sophie Christiane war eine Tochter des Grafen Albrecht Friedrich von Wolfstein zu Sulzbürg (1644–1693) aus dessen Ehe mit Sophia Luise (1645–1717), Tochter des Grafen Wolfgang Georg zu Castell und Remlingen. Sophie Christianes Onkel mütterlicherseits war mit einer Tante des Grafen Nikolaus Ludwig von Zinzendorf verheiratet und Sophie Christiane wurde deshalb streng religiös im Sinne des Pietismus erzogen.

Sie heiratete am 14. August 1687 im Schloss Obersulzbürg den apanagierten Markgrafen Christian Heinrich von Brandenburg-Kulmbach (1661–1708). Für den markgräflichen Hof in Bayreuth war die Ehe allerdings „nicht standesgemäß“.

Nach der Geburt des ersten Kindes bezog die Familie das Schloss Schönberg wo sich die als vortrefflich[1] beschriebene Sophie Christine um die sorgfältige Erziehung der Kinder kümmerte. Die für die „Haus-Betstunden“ benutzten Gebete fasste sie zu dem so genannten Schönberger Gesangbuch zusammen.[2] Durch den Schönberger Vertrag 1703 trat Christian Heinrich an König Friedrich I. von Preußen die bayreuthisch-ansbachische Erbfolge ab und erhielt dafür das Amt Weferlingen bei Magdeburg, in dessen Schloss die Familie anschließend lebte.

Nach dem Tod ihres Mannes lebte sie auf Einladung ihres Schwiegersohnes auf Dauer in Dänemark, das dadurch zu einer Fluchtstätte deutscher Pietisten wurde.[3] Sophie Christiane wurde in der Kathedrale von Roskilde bestattet.

Nachkommen[Bearbeiten]

Aus ihrer Ehe hatte Christiane Sophie 14 Kinder:

∞ 1709 (gesch. 1724) Prinzessin Dorothea von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck (1685–1761)
∞ 1711 Graf Karl Ludwig von Hohenlohe-Weikersheim (1674–1756)
  • Friedrich Emanuel (1692–1693)
  • Christiane Henriette (1693–1695)
  • Friedrich Wilhelm (*/† 1695)
  • Christiane (1698–1698)
  • Christian August (1699–1700)
  • Sophie Magdalene (1700–1770)
∞ 1721 König Christian VI. von Dänemark und Norwegen (1699–1746)
  • Christine Wilhelmine (1702–1704)
  • Friedrich Ernst (1703–1762), Statthalter der Herzogtümer Schleswig und Holstein
∞ 1731 Prinzessin Christine Sophie von Braunschweig-Bevern (1717–1779)
∞ 1723 Fürst Georg Albrecht von Ostfriesland (1690–1734)
∞ 1732 (gesch. 1764) Prinzessin Viktoria Charlotte von Anhalt-Bernburg-Schaumburg (1715–1792)

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst Weigelt: Geschichte des Pietismus in Bayern, Vandenhoeck & Ruprecht, 2001, S. 226

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Archiv für Geschichte von Oberfranken, Band 5–6, 1851, S. 27 (Digitalisat)
  2. Barbara Becker-Cantarino:Daphnis: Zeitschrift fur Mittlere Deutsche Literatur und Kultur der Fruhen Neuzeit, Band 31, Rodopi, 2004, S. 598
  3. August Tholuck: Geschichte des Rationalismus, Wiegandt und Grieben, 1865, S. 70