Sophie von Brandenburg (1568–1622)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Prinzessin Sophie von Brandenburg
Kurfürstin Sophie von Sachsen
Sophiendukat, Münzstätte Dresden. Geprägt von 1616 bis 1838 als Münze, von 1846 bis 1873 als Medaille mit der Jahreszahl 1616. Die Dukatenprägung wurde von der Kurfürstin Sophia für ihre Kinder veranlasst.

Sophie von Brandenburg (* 6. Juni 1568 in Flecken Zechlin; † 7. Dezember 1622 auf Schloss Colditz) war eine Prinzessin von Brandenburg und durch Heirat Kurfürstin von Sachsen.

Leben[Bearbeiten]

Sophie war eine Tochter des brandenburgischen Kurfürsten Johann Georg (1525–1598) aus dessen zweiter Ehe mit Sabina (1548–1575), Tochter des Markgrafen Georg von Brandenburg-Ansbach.

Am 25. April 1582 heiratete Sophie in Dresden Kurfürst Christian I. von Sachsen (1560–1591). Zum Zeitpunkt der Hochzeit war Sophie 14 Jahre alt, bereits ein Jahr später bekam sie ihr erstes Kind.

Nach dem Tod ihres Ehemanns, der bereits mit 31 Jahren starb, wurde Sophie, gemeinsam mit Herzog Friedrich Wilhelm von Sachsen-Weimar Regentin des Kurfürstentums für ihren ältesten Sohn.

Sophie war eine orthodoxe Lutheranerin und bekämpfte den Kryptokalvinismus in Sachsen. Nach Christians I. Tod im Jahr 1591 ließ sie dessen calvinistischen Kanzler Nikolaus Krell, einen Gegner der Lutherischen Orthodoxie, auf der Festung Königstein gefangensetzen und 1601 auf dem Dresdener Neumarkt hinrichten. In Anspielung auf die gläubige Witwe Judith im Buch Judit feierten die orthodoxen Lutheraner sie daraufhin als „Judith von Sachsen“.

Als Witwe lebte Sophie bis 1602 auf Schloss Rochlitz, dann bis 1611 auf Schloss Colditz, das sie mit aufwändigen Gartenanlagen schmücken ließ, und später im sogenannten „Fraumutterhaus“ in Dresden. Mit dem Sophiendukaten ließ sie eine eigene Münze prägen und die alte Franziskanerkirche in Dresden wieder zum Gottesdienst herrichten (1599–1610), die nach ihr Sophienkirche genannt wird. Von Herzogin Sophie hat außerdem Der Herzogin Garten in Dresden seinen Namen.

Nachkommen[Bearbeiten]

Aus ihrer Ehe hatte Sophie folgende Kinder:

∞ 1602 Prinzessin Hedwig von Dänemark (1581–1641)
∞ 1604 Prinzessin Sibylle Elisabeth von Württemberg (1584–1606)
∞ 1607 Prinzessin Magdalena Sibylle von Preußen (1587–1659)
  • Anna Sabine (*/† 1586)
  • Sophie (1587–1635)
∞ 1610 Herzog Franz I. von Pommern-Stettin (1577–1620)
  • Elisabeth (1588–1589)
  • August (1589–1615)
∞ 1612 Prinzessin Elisabeth von Braunschweig-Wolfenbüttel (1593–1650)
  • Dorothea (1591–1617), Äbtissin von Quedlinburg

Literatur[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Zum Tode Sophies erschien eine Reihe von Gedächtnispredigten. Exemplarisch:

  • Matthias Hoë von Hoënegg: Trawrige/ aber hochansehligste Heimfahrt/ und schüldigstes Christliches Ehrengedächtnüß: Der weiland … Frawen Sophiae, Hertzogin zu Sachsen/ und Churfürstin/ gebohrner Marggräffin aus Churfürstlichem Stamme Brandenburg … Wittib/ Christseligster Gedächtniß: als Ihrer Churf. Gn. verblichener Cörper/ den 15. Decemb. 1622. in die SchloßKirchen zu Dreßden/ nachmals den 26. Januar. 1623. in die Creutz-Kirchen daselbst geführt/ und den 28. Januar. in das schöne Churfürstliche RuheKämmerlein zu Freyberg gesetzet worden; Mit dreyen unterschiedlichen Predigten/ auff sonderbaren gnedigsten befehlch/ in vieler Chur- und Fürstlicher Personen … versamlung/ gehalten/ und in Druck gegeben, Leipzig 1623.
  • Aegidius Strauch: Aeterna Iustorum Memoria = Ewiges Ehrengedechtnüß der Gerechten. Aus dem 112 Psalmen. Der/ weiland/ Durchlauchtigsten/ Hochgebornen Fürstin/ und Frawen/ Frawen Sophien, Hertzogin/ und ChurFürstin zu Sachssen/ geborner auß ChurFürstlichem Stamme zu Brandenburg … Wittiben/ Christmilder gedechtnüß: Deren Churfürstl. Gn. den 7. Decembris, Anno 1622. zu Dreßden … entschlaffen/ den 26. Ianuarii, Anno 1623. auß der Chur-Fürstl. Schloß- in die CreutzKirchen begleitet/ und den 28. hernach in daß … Erbbegräbnüß/ zu Freyberg … beygesetzet worden ist/ Zu Christlichem … Ehrengedechtnüß/ zu Dreßden/ in der Kirchen zum Heiligen Creutz/ in dreyen Predigten erkleret …, Dresden 1623.
  • Friedrich Balduin: Juditha Saxonica. Das ist/ Erklärung der Historien von der Judith heiligen Wandel/ unnd seligen Tode aus dem Buch Judith cap. 16.: Gethan in der Pfarrkirchen zu Wittenberg/ den 28. Januar. des 1623. Jahrs … wegen des Seligen hintrits Der weyland Durchläuchtigsten … Frawen/ Frawen Sophien Gebornen aus Churfürstlichen Stamme Brandenburg/ Hertzogin und Churfürstin zu Sachsen/ Wittib/ Landgräfin in Thürigen … den 17, Decemb. 1622. zu Dreßden im Herrn entschlaffen/ und obgedachten 28. Ian. 1623. zu Freyberg in Meissen … ist beygesetzet worden, Wittenberg 1623

Darstellungen[Bearbeiten]

Ältere Darstellungen:

Neuere Darstellungen:

  • Maike Günther: Schloß Rochlitz als Residenz und Witwensitz. Das Projekt einer Dauerausstellung. In: Schattkowsky, Martina (Hrsg.): Witwenschaft in der Frühen Neuzeit. Fürstliche und adlige Witwen zwischen Fremd- und Selbstbestimmung. Leipzig 2003, S. 65–83. [zu Sophie S. 79-84]
  • Ute Essegern: Fürstinnen am kursächsischen Hof, Leipzig 2007.


Vorgängerin Amt Nachfolgerin
Agnes Hedwig von Anhalt Kurfürstin von Sachsen
1586–1601
Hedwig von Dänemark und Norwegen