Spalentor

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Vorderseite des Spalentors
Fotografie aus dem 19. Jahrhundert

Das Spalentor ist ein ehemaliges Stadttor der Stadt Basel und früherer Bestandteil der Basler Stadtmauer. Es ist eines der drei Stadttore, welche heute noch existieren, und steht unter Denkmalschutz. Es gilt als eines der schönsten Stadttore in der Schweiz.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Oktober 1356 verwandelte ein grosses Erdbeben das alte Basel in einen Trümmerhaufen. Die damaligen Basler gingen daran, ihre Behausungen neu aufzubauen. Sie umgaben ihre neuerstandene Rheinstadt gleich mit einem hohen Mauergürtel und einem Wassergraben davor, wobei sie die Vorstädte in den Mauerring miteinbezogen. Die Ringmauer verstärkten sie mit über 40 Wehrtürmen, sieben davon waren Tortürme und das Spalentor ist einer davon. Das Spalentor blickt hinaus auf den grossen Anmarschweg, der von Frankreich her zur Rheinstadt führte und schützte die Spalenvorstadt hinter dem Tor.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hemmte die Stadtmauer das Wachstum Basels und wurde als einengend und überholt betrachtet. So ging man daran, die Ringmauer niederzulegen und die meisten Türme, Tore und Mauer wurden abgebrochen und verschwanden aus dem modernen Stadtbild. Dabei wurde neben dem St. Johanns-Tor und dem St. Alban-Tor auch das Spalentor verschont. Seit dem Abbruch der Stadtbefestigung steht das Tor frei.

Tor und Ausstattung[Bearbeiten]

Die Mauern des Spalentors haben stadtauswärts eine Dicke von zwei Metern und stadteinwärts immer noch eine solche von 1,60 Metern. Das Tor besitzt zwei Fallgatter in der Durchfahrt, die heute nur noch für Fussgänger zugänglich ist. Zwei runde 28,15 m hohe Türme flankieren das insgesamt 40,3 Meter hohe Spalentor und die beiden Rundtürme besassen bis zu einem Sturm im Jahr 1842 jeweils pyramidenförmige Zeltdächer. Das spitze Dach des Tores selbst ist mit bunten Ziegeln bedeckt und das Zusammenspiel des viereckigen Torturms mit den angebauten Rundtürmen, welche wie zwei Wächter neben dem Durchgang dastehen, machen das besondere dieses Tores aus. Das Tor wurde durch ein niederes Vortor ergänzt und besass ursprünglich eine Fallbrücke über den Stadtgraben.

Das Spalentor ist mit viel Skulpturenschmuck an der Fassade verziert. Direkt über dem Torbogen erkennt man ein auf rotem Sandstein gehauenes und von zwei Löwen umrahmtes Baslerwappen.

Das Spalentor wurde 1933 vom Kanton Basel-Stadt mit Bundeshilfe restauriert und unter Denkmalschutz gestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Kaufmann: Basel das alte Stadtbild. Birkhäuser Verlag, 1936. (Beiträge 13 bis 15 mit Fotos des Tores mit Vorbauten (Beitrag 13) und ohne Vorbauten doch mit Stadtmauer (Beitrag 14) sowie mit direkt angebautem Haus (Beitrag 15))
  • C.A. Müller: Die Stadtbefestigung von Basel. 1956, S. 39–41.
  • Guido Helmig, Christoph Ph. Matt: In: Jahresbericht 1989 der Archäologischen Bodenforschung BS, Katalog der landseitigen Äusseren Grossbasler Stadtbefestigungen. ISBN 3-905098-10-5, S. 93–96 mit vergleichendem Plan S. 83.
  • Guido Helmig: Jahresbericht 1985 der Archäologischen Bodenforschung BS in der Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde. S. 182–187.
  • Hans Eppens: Baukultur in alten Basel. Verlag Frobenius, Basel 1974, S. 46–47.
  • Eugen A. Meier: Basel Einst und Jetzt. 3. Auflage. Buchverlag Basler Zeitung, 1995, ISBN 3-85815-266-3 (formal falsche ISBN), S. 184–185, mit und einer feldseitigen Illustration.
  • Emil Major: Bauten und Bilder aus Basels Kulturgeschichte. Verlag Peter Heman, Basel 1986 S. 59, S. 62-63.
  • C. H. Baer: Kunstdenkmäler des Kantons Basel Stadt. Band 1, Birkhäuser Verlag, 1932/71, S. 244–284.
  • Annie Hagenbach: Basel im Bilde seiner Maler. Verlag B.Wepf & Co, Basel 1939, Beitrag 43 mit stadtseitiger Ansicht des Tores

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Spalentor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.5580555555567.5813888888889Koordinaten: 47° 33′ 29″ N, 7° 34′ 53″ O; CH1903: 610745 / 267492