Spurlos (2010)

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Filmdaten
Deutscher Titel Spurlos
Originaltitel Sans laisser de traces
Produktionsland Frankreich
Belgien
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 2010
Länge 91 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Grégoire Vigneron
Drehbuch Grégoire Vigneron
Laurent Tirard
Produktion Olivier Delbosc
Marc Missonnier
Kamera Laurent Dailland
Schnitt Valérie Deseine
Besetzung
Synchronisation

Spurlos (Originaltitel: Sans laisser de traces) ist ein französisch-belgischer Film von Regisseur Grégoire Vigneron aus dem Jahr 2010. Er wurde am 10. März 2010 in Frankreich erstmals veröffentlicht.

Handlung[Bearbeiten]

Étienne Meunier ist ein erfolgreicher Manager, der demnächst zum Leiter eines großen Reinigungsmittelkonzerns aufsteigen soll und mit seiner Frau Clémence ein glückliches Leben zu führen scheint. Er wird jedoch von großen Schuldgefühlen geplagt, die sich auch in seinen Träumen bemerkbar machen. Seinem alten Schulfreund Patrick, den er zufällig nach Jahren wiedersieht, vertraut er an, dass seine Karriere auf einer Lüge fußt: Die Formel für das erfolgreichste Produkt seiner Firma, einen Fleckenentferner, wurde nicht im eigenen Labor entwickelt, sondern von einem Mann namens François Michelet eingereicht, der nie ein Honorar dafür bekam.

Patrick schlägt Étienne vor, sich bei Michelet zu entschuldigen, um sein Gewissen zu erleichtern, und die beiden besuchen Michelet in dessen Haus. Als Michelet sich mit der Entschuldigung und einer Entschädigung von 45.000 Euro nicht abfinden will, sondern mit einem Gerichtsverfahren droht, kommt es zum Streit. Dabei erschlägt Patrick den Mann versehentlich mit einer Flasche. Étienne und Patrick flüchten. Étienne gibt Patrick Geld, damit er verschwindet. Nachdem Patrick einen Großteil des Geldes verjubelt hat, bittet er Étienne erneut um Hilfe. Étienne versucht ihm einen Scheinarbeitsplatz in Singapur zu verschaffen. Das wiederum erregt das Misstrauen seines Schwiegervaters und Chefs.

Fleur, die Tochter Michelets, findet Étiennes Nummer auf dem Handy ihres Vaters und kontaktiert ihn. Sie will mehr über ihren Vater herausfinden, da sie ihr Leben lang bei ihrer Mutter gelebt hat. Die beiden freunden sich an, und Étienne bietet ihr seine Stadtwohnung an, damit sie ihr Studium beenden kann. Als Clémence erfährt, dass Étienne, ohne ihr davon zu erzählen, Fleur die Wohnung bereitgestellt hat, verlässt sie ihn und zieht zu ihren Eltern. Diese verbieten Étienne jeglichen Kontakt zu ihr.

Währenddessen fahndet der Polizist Kazinski nach dem Mörder und erkennt dabei auch Bezüge zwischen Étienne und Michelet. Als Patrick Drogen aus dem Land schmuggeln möchte, wird zufällig entdeckt, dass seine Fingerabdrücke mit denen aus Michelets Haus übereinstimmen. Er kommt in Haft und fordert von Étienne für sein Schweigen einen jährlichen Betrag von 1 Million Euro. Aufgrund des Drucks, den Patrick auf ihn ausübt, denkt Étienne darüber nach, ein Geständnis abzulegen. Dies würde auch das Strafmaß verringern. Er verabschiedet sich von seiner Frau und legt einen Brief an Fleurs Tür, in dem er das Geschehen in der Tatnacht schildert. Während er im Vernehmungsraum auf Kazinski wartet, um alles zu gestehen und seine Strafe damit zu mildern, bekommt er einen Anruf von Patricks Anwalt. Patrick hat sich im Zimmer des Richters bei einem Fluchtversuch aus dem Fenster gestürzt und ist tot. Sofort verlässt Étienne den Vernehmungsraum, ohne ein Geständnis abgelegt zu haben. Er fährt noch einmal zu Fleur, um den Brief zu holen, bevor sie ihn liest. Sie sieht Étienne aber vor ihrer Tür und bittet ihn herein. Fleur bedankt sich bei ihm und sagt, er habe Ähnlichkeiten mit ihrem Vater. Sie bittet ihn um finanzielle Hilfe bei ihrem Studium. Als er geht, findet er den geöffneten Brief in seiner Manteltasche.

In der letzten Szene sieht man, wie Étienne nach Hause kommt, wo seine Frau auf ihn wartet.

Synchronisation[Bearbeiten]

Die Synchronisation fand unter der Regie von Christoph Seeger statt.[1]

Darsteller Sprecher Rolle
Julie Gayet Ulrike Stürzbecher Clémence Meunier
Benoît Magimel Viktor Neumann Étienne Meunier
Léa Seydoux Anne Helm Fleur
André Wilms Jan Spitzer François Michelet
Stéphane de Groodt Thomas Petruo Kazinski
Yves Jacques Helmut Gauß Maître Bardon
Jean-Marie Winling Klaus Sonnenschein Maurice
Dominique Labourier Anita Lochner Micheline
François-Xavier Demaison Dirk Bublies Patrick Chambon

Kritik[Bearbeiten]

Spurlos wurde überwiegend positiv aufgenommen. Der Metascoredienst Internet Movie Database ermittelte 6,5 von 10 positiven Stimmen für Spurlos.[2] Das Lexikon des internationalen Films resümierte: „Anstatt auf Action und Effekte setzt der Psychothriller auf untergründige Irritationen und schafft eine lauernde, knisternde Atmosphäre latenter Anspannung.“[3] Auch die Cinema fällte ein positives Urteil: „Ruhig erzählter Thriller“ für „Freunde altmodischen Suspenses“ heißt es dort.[4]

Rochus Wolff zog eine negative Bilanz: „Sans laisser de traces [...] ist ein seltsamer Thriller, bei dem man über die wirklichen Motive selbst der Protagonisten lange im Unklaren bleibt, der sich auch ästhetisch konsequent einer distanzierten, geradezu kalten Haltung befleißigt, die es leider umso schwerer macht, mit dem Protagonisten mitzufiebern, sich auch nur Sorgen um ihn zu machen“.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Spurlos auf synchronkartei.de, abgerufen am 27. August 2014.
  2. Sans laisser de traces auf imdb.com, abgerufen am 27. August 2014.
  3. Spurlos auf zweitausendeins.de, abgerufen am 27. August 2014.
  4. Spurlos auf cinema.de, abgerufen am 27. August 2014.
  5. Rochus Wolff: Sans laisser de traces (2010) auf buttkickingbabes.de, abgerufen am 27. August 2014.