Benoît Magimel

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Benoît Magimel (2011)

Benoît Magimel (* 11. Mai 1974 in Paris) ist ein französischer Schauspieler.

Biografie[Bearbeiten]

Kindheit und Ausbildung[Bearbeiten]

Benoît Magimel kam als Sohn einer Krankenschwester und eines Bankangestellten in Paris zu Welt. Als er zwölf Jahre alt war, wurde seine Mutter auf eine Annonce in der französischen Tageszeitung Libération aufmerksam, die zur Teilnahme an einem Filmcasting aufrief. Tatsächlich sprach der Junge vor und erhielt eine der beiden Hauptrollen in Étienne Chatiliez' Film Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluß. Die Sozialkomödie, die die Geschichte von zwei 12-jährigen Kindern erzählt, die bei ihrer Geburt vertauscht wurden und in der jeweils falschen Familie aufwachsen, wurde 1988 zum Kritiker- und Publikumsliebling und gewann vier Césars, das französische Äquivalent zum Oscar. Darauf folgten für Magimel Rollen in Christine Lipinskas Komödie Zum Teufel mit den Eltern und der Fernsehserie Pause-café, sowie weitere Auftritte in verschiedenen französischen TV-Produktionen.

Nachdem Benoît Magimel durch den raschen Erfolg Gefallen am Schauspielerberuf gefunden hatte, gab er den Wunsch, Feuerwehrmann zu werden, auf und entschloss sich im Alter von 16 Jahren gänzlich, eine Karriere im Filmgeschäft einzuschlagen. 1993 spielte er erneut unter der Regie Christine Lipinskas in Le Cahier volé, einem romantischen Drama mit Elodie Bouchez zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Es folgten mehrere Fernsehrollen, u. a. in Philippe Monniers TV-Mehrteiler Jalna, bevor er eine Hauptrolle in Benoît Jacquots Drama Das einsame Mädchen erhielt. In diesem Film agierte er an der Seite von Virginie Ledoyen als arbeitsloser Jugendlicher, der mit der Schwangerschaft seiner jungen Freundin konfrontiert ist. Im gleichen Jahr erhielt Magimel eine Nebenrolle in Mathieu Kassovitz' Hass mit Vincent Cassel und Saïd Taghmaoui in den Hauptrollen. Das gefeierte Sozialdrama wurde mit dem Regiepreis bei den Filmfestspielen in Cannes und drei Césars ausgezeichnet, darunter auch für den besten Film des Jahres.

Durchbruch im Filmgeschäft[Bearbeiten]

1996, nach einem Auftritt in Samuel Tasinajes Kurzfilm 15 sans billets, erhielt Magimel eine Nebenrolle in André Téchinés Film Diebe der Nacht mit u. a. Catherine Deneuve und Daniel Auteuil in den Hauptrollen. Der Thriller, angesiedelt um den Tod eines Einbrechers und dessen Folgen, markierte Magimels Durchbruch als erwachsener Darsteller. Für seine Rolle des Jimmy Fontana erhielt er 1997 eine César-Nominierung als Bester männlicher Nachwuchsdarsteller und den Prix Michel Simon. An diesen Erfolg konnte der charismatische Schauspieler erst Jahre später wieder anknüpfen. Nach der Hauptrolle als exzentrischer Alfred de Musset in Diane Kurys' historischem Kostümfilm Das Liebesdrama von Venedig (1999) verkörperte er in dem Drama Der König tanzt den eitlen Ludwig XIV. (2000). Für diese Rolle verbrachte er drei Monate in einem Ballettstudio, um barocken Tanz zu studieren. Ein Jahr später folgte die männliche Hauptrolle in Michael Hanekes Film Die Klavierspielerin. In der gleichnamigen Verfilmung des Romans von Elfriede Jelinek mimte Magimel den jungen Wiener Studenten Walter Klemmer, der sich von der selbstzerstörerischen und äußerlich gefühlskalten Klavierlehrerin Erika Kohut angezogen fühlt. Das verstörende Beziehungsdrama brachte ihm und seiner Schauspielkollegin Isabelle Huppert den Darstellerpreis auf den Filmfestspielen in Cannes 2001 ein. Darüber hinaus war der schauspielerische Autodidakt, der nie eine Schauspielschule besucht hat, für den Publikumspreis des Europäischen Filmpreises als bester Darsteller nominiert.

Nach dem großen Erfolg von Die Klavierspielerin trat Magimel in der Folgezeit sowohl in ambitionierten wie auch in vorwiegend kommerziellen Filmproduktionen in Erscheinung. Er wurde vor allem dafür bekannt, düsteren, ernsten und introvertierten Figuren ein Gesicht geben zu können. 2003 und 2004 spielte er zweimal unter der Regie des renommierten französischen Regisseurs Claude Chabrol. In dem Thriller Die Blume des Bösen agierte er u.a. an der Seite von Suzanne Flon und von Nathalie Baye, mit der er bereits 2000 in dem Drama Die Frau des Chefs zu sehen war. In Die Brautjungfer, der Verfilmung eines Kriminalromans von Ruth Rendell, war Laura Smet seine Filmpartnerin, die ihn als geheimnisvolle Senta um einen tödlichen Liebesbeweis bittet. Einem breiten europäischen Publikum wurde er durch Die purpurnen Flüsse 2 – Die Engel der Apokalypse, nach einem Roman von Jean-Christophe Grangé, bekannt. Hierin bildete Magimel, nach der Absage Vincent Cassels, gemeinsam mit Jean Reno ein Ermittler-Duo, das unheimlichen Morden in einem französischen Kloster auf die Spur kommt. Im Jahr 2005 folgte Gérard Pirès' Abenteuerfilm Les chevaliers du ciel, daneben arbeitete der Schauspieler noch an Lionel Bailius Thriller Fair Play mit. In Marion Cotillards und Nicole Garcias Filmprojekt Selon Charlie war er u.a. neben Jean-Pierre Bacri, Vincent Lindon und Benoît Poelvoorde zu sehen. 2005 folgte einer der wohl auch für ihn kommerziell größten Erfolge in Frankreich, der mit versierten Luftkampfaktionen ausgestattete Fliegerfilm Sky Fighters. 2007 arbeitete er bei dem Drama Die zweigeteilte Frau erneut mit Claude Chabrol zusammen, in dem er als unsteter Erbe eines Familienvermögens mit François Berléand um die Gunst von Ludivine Sagnier buhlte.

Benoît Magimel lebt in Paris und war von 1999 bis 2003 mit seiner zehn Jahre älteren Schauspielkollegin Juliette Binoche liiert, die er bei den Dreharbeiten zu Das Liebesdrama von Venedig kennengelernt hatte. Beide haben eine gemeinsame Tochter (* 2000). Mit seiner neuen Frau, der Schauspielerin Nikita Lespinasse, bekam er am 19. Oktober 2011 eine zweite Tochter namens Djinina.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]