St.-Georg-Kirche (Nortmoor)

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Lutherische Kirche in Nortmoor.

Die evangelisch-lutherische St.-Georg-Kirche in Nortmoor, Samtgemeinde Jümme (Ostfriesland), wurde 1751 als barocke Saalkirche erbaut.

Geschichte[Bearbeiten]

Blick in das Kirchenschiff.

Der erste Pfarrer ist 1436 nachweisbar.[1] Im Mittelalter zog das Dorf vom Hammrich aufgrund der zunehmenden Feuchtigkeit des Bodens weiter nördlich auf die Geest. Die alte Kirche war vermutlich eine romanische Kreuzkirche aus dem 13. Jahrhundert, von der noch der freistehende Glockenturm nach dem „Parallelmauertyp“ und eine Glocke erhalten sind. Eine zweite Glocke wurde 1509 von Bertolt Klingke (Klinghe) gegossen.[2] Nach der Reformation wechselte die Kirchengemeinde zum reformierten, anschließend zum lutherischen Bekenntnis.[3] Die heutige Kirche wurde im Jahr 1751 teils aus den Backsteinen des Vorgängerbaus mit großen Rundbogenfenstern neu errichtet.

Ausstattung[Bearbeiten]

Chorgestühl.

Der Innenraum wird von einer flachen Balkendecke abgeschlossen. Vor der Ostwand befindet sich die Orgelempore, die mit dem Altar eine Einheit bildet. Der Flügelaltar wurde im Jahr 1662 geschaffen und spiegelt flämische Einflüsse wider. Im Mittelfeld des Triptychons ist in schlichter Manier die Abendmahlsszene dargestellt, links die Geburtsankündigung, rechts die Anbetung der Könige. Auf dem Altar befinden sich zwei bronzene Leuchter aus dem Zeitalter des Barock. Noch aus romanischer Zeit stammt ein trapezförmiger Sargdeckel mit einem Keulenkreuz. Die Kanzel von Tönis Maler datiert von 1652 und ist mit Ecksäulen und geschnitzten Evangelistendarstellungen in den Rundbögen versehen. Der schlichte Taufstein weist eine achteckige Form auf. Einer der drei Messingkronleuchter trägt die Jahreszahl 1665.

Aus dem Kloster Barthe sollen die Reste des spätgotischen Chorgestühls mit Schnitzwerk stammen (um 1500), das vorne links aufgestellt ist. Das Kirchengestühl mit Traljengitter und kugelförmigen Holzknäufen stammt aus dem Baujahr der Kirche.[4]

Orgel[Bearbeiten]

Müller-Orgel von 1775

Die Orgel wurde von Hinrich Just Müller 1773–1775 mit acht Registern auf einem Manual und angehängtem Pedal geschaffen und ähnelt von der Konzeption stark seinem Werk in Holtrop. Das Brüstungsinstrument basiert aufgrund der niedrigen Decke auf einem Prinzipal 4′ und weist einen neunachsigen Prospekt auf. Seitlich befinden sich, umgeben vom Schleierwerk, drei stumme Pfeifenattrappen aus Holz, die mit Zinnfolie belegt sind.[5] Die beiden Zungenstimmen mussten 1919/20 entsprechend dem Zeitgeschmack Labialpfeifen weichen (P. Furtwängler & Hammer). 1951/52 wurde die Balganlage durch Alfred Führer in anderer Form ersetzt. Seit 1952 steht das wertvolle Instrument unter Denkmalschutz. Die Orgelbaufirma Führer restaurierte das Instrument von 1980 bis 1982 und rekonstruierte die ursprüngliche Disposition. 1990 wurde im Zuge der Kirchenrenovierung die ursprüngliche Farbfassung wiederhergestellt. Die Orgel verfügt über folgende Disposition:[6]

Manual C–c3
Principal 4′ M
Gedackt 8′ M
Rohr-Flöte 4′ M
Quinta 3′ M
Octav 2′ M
Mixtur IV M/R
Dulcian B/D 16′ R
Trompete B/D 8′ R
Tremulant R
Cymbelstern M
M = Müller (1773/75)
R = Rekonstruktion Führer (1980/82)

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St.-Georg-Kirche (Nortmoor) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Genealogie-Forum: Nortmoor, gesehen 3. Oktober 2010.
  2. Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. 2010, S. 187.
  3. Heinrich Erchinger (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Nortmoor (PDF-Datei; 31,5 kB), gesehen 3. Oktober 2010.
  4. Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. 2010, S. 188.
  5. Harald Vogel, Reinhard Ruge, Robert Noah, Martin Stromann: Orgellandschaft Ostfriesland. Soltau-Kurier-Norden, Norden 1995, ISBN 3-928327-19-4, S. 61.
  6. Reinhard Ruge (NOMINE e.V.): Nortmoor, ev.-luth. St. Georgs-Kirche - Orgel von Hinrich Just Müller (1774), gesehen 3. Oktober 2010.

53.2477877.562692Koordinaten: 53° 14′ 52″ N, 7° 33′ 46″ O