St.-Marien-Krankenhaus Siegen

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St.-Marien-Krankenhaus Siegen
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Ort Siegen
Koordinaten 50° 52′ 43,7″ N, 8° 1′ 50,8″ O50.8788028.030771Koordinaten: 50° 52′ 43,7″ N, 8° 1′ 50,8″ O
Geschäftsführer Christoph Rzisnik,
Hans-Jürgen Winkelmann
Mitarbeiter über 1.700
Gründung 1858
Website www.marienkrankenhaus.com
Das St.-Marien-Krankenhaus, Ansicht von Süden
Östliche Fassade des Krankenhauses mit Haupteingang
Das Krankenhaus (Bildmitte) gesehen vom Siegberg, Blick nach Norden. Unmittelbar rechts daneben die katholische St. Michaelskirche

Das St. Marien-Krankenhaus Siegen ist ein im Jahre 1861 eröffnetes Krankenhaus an der Ecke Pfarrstraße/Höhstraße am westlichen Fuß des Giersbergs in Siegen in Nordrhein-Westfalen. Gegründet wurde es von Pfarrer Friedrich Adam Krengel.

Geschichte[Bearbeiten]

Das St. Marien-Krankenhaus war das erste Siegener Krankenhaus seit der Vertreibung der Franziskaner-Mönche und der damit verbundenen Schließung des Kloster-Hospitals im Jahr 1534. Die Leitung übernahmen 1861 zwei Schwestern der Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vincenz von Paul zu Paderborn. Bereits in den 1860er-Jahren waren die vorhandenen elf Betten ausgelastet, so dass sich der Träger – die Kirchengemeinde St. Marien Siegen – zu einem Neubau am heutigen Standort entschloss. Nach der Einweihung im Jahr 1869 standen 30 Betten für die allgemein-medizinische Behandlung zur Verfügung. In den nächsten Jahrzehnten entwickelte sich das St. Marien-Krankenhaus zu einem festen Bestandteil der medizinischen Versorgung in Siegen. Ende Januar 2010 verließen die letzten vier verbliebenen Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vincenz von Paul das Krankenhaus; der Orden zieht sich aus der Krankenpflege in Siegen zurück.[1]

Bauerweiterungen[Bearbeiten]

Aufgrund des regen Zuspruches erfolgten zahlreiche bauliche Erweiterungen in den Jahren 1905/1906, 1914/1918 sowie 1928/1930. Mit 285 Betten war das St.-Marien-Krankenhaus bereits Anfang der 1930er-Jahre das größte und modernste im weiteren Umkreis. Es überstand den Zweiten Weltkrieg nicht unbeschadet. Am 15. Dezember 1944 wurde die letzte Rate der letzten Hypothek zurückgezahlt, am Tag darauf folgte die völlige Zerstörung durch einen Bombenangriff. Die Behandlung der Patienten erfolgte daraufhin provisorisch in den Luftschutzbunkern.

Wiederaufbau[Bearbeiten]

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges erfuhr das St. Marien-Krankenhaus zahlreiche bauliche Erweiterungen. In den ersten zehn Jahren nach Ende des Krieges erfolgte der Wiederaufbau auf den alten Fundamenten. In den 1960er- und 1970er-Jahren wurden das Bettenhaus, der Behandlungstrakt sowie der zwölfgeschossige Verkehrsturm errichtet. Im Jahr 2001 wurde ein neuer Anbau errichtet und im Jahr 2004 der bestehende Altbau vollständig erweitert. Die Neustrukturierung und Erweiterung des Untersuchungs- und Behandlungsbereichs mit Zentral-OP, Notaufnahme, Geburtshilfe und Zentral-Endoskopie wurden im Jahr 2010 abgeschlossen. Nahezu zeitgleich startete die Baumaßnahme zur Entwicklung von Komfortstationen.

Schwerpunkte[Bearbeiten]

Parallel hierzu verlief der Ausbau der medizinischen und pflegerischen Schwerpunkte und Kompetenzen. Im Rahmen der neun Hauptfachabteilungen, einer Belegabteilung und der Krankenhaus-Apotheke ist dies in den letzten Jahren insbesondere in den Bereichen der Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der Radiologie, der Orthopädie, der Frauenheilkunde und der Tumorerkrankungen geschehen. Seit 2003 übernimmt die Apotheke auch die Arzneimittelversorgung für Krankenhäuser anderer Träger.

Umwandlung[Bearbeiten]

Im Jahr 1988 wurde das St. Marien-Krankenhaus Siegen als erstes Krankenhaus im Erzbistum Paderborn in die Rechtsform einer GmbH umgewandelt, um neben medizinischen Innovationen auch modernen und wirtschaftlicheren Unternehmensstrukturen Raum zu bieten. Als konsequente Weiterentwicklung hin zu einem ganzheitlichen Anbieter von Gesundheits- und Pflegeleistungen ist daher auch die Gründung der GSS Gesundheits-Service Siegen GmbH und die Bildung des Unternehmensverbundes im Jahr 1996 zu sehen. Im Jahr 2005 wurde die MVZ Medizinisches Versorgungszentrum am St. Marien-Krankenhaus Siegen GmbH gegründet. Schließlich wurde im Jahr 2010 die Katholische Sozialstiftung Siegen-Wittgenstein gegründet. Erster Geschäftsführer war Dieter Korn (1988–2007). Seit 2008 zeichnen Christoph Rzisnik und Hans-Jürgen Winkelmann als Geschäftsführer verantwortlich.

Im Verbund konzentriert sich das St. Marien-Krankenhaus Siegen auf die klassischen Kernaufgaben eines Krankenhauses, während die GSS komplementäre Aufgaben wahrnimmt und als Betreiber von fünf Wohn- und Pflegeeinrichtungen (Marienheim in Siegen, Haus St. Elisabeth in Netphen, Haus Mutter Teresa in Niederfischbach, Haus St. Raphael in Burbach und Haus St. Klara in Friesenhagen), von Service-Wohnanlagen, des IT-Dienstleisters CareMediCom, von Café-Einrichtungen und als Betreiber des Therapiezentrums auftritt. Mit dem MVZ wird die fachübergreifende Zusammenarbeit unterschiedlicher medizinischer Fachgebiete erreicht. Das MVZ hat Filialen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Neben der Versorgung der Bevölkerung stellt das Krankenhaus auch einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar und bildet mit über 1.700 Mitarbeitern einen der größten Arbeitgeber für die Stadt und die Region.

Wissenswertes[Bearbeiten]

  • Auf der Gründungsaktie des St. Marien-Krankenhauses Siegen, die zur Finanzierung im Jahr 1858 in einer Stückzahl von 15.000 ausgegeben wurde, steht: „Die Einlösung der Aktie übernimmt der große Zahlmeister des Himmels und der Erde“.
  • Die Kosten der ärztlichen Behandlung ohne Medikamente betrugen vor 150 Jahren 10 Silbergroschen pro Tag und Patient. Die Unterbringung im Einzelzimmer kostete den Patienten weitere 5 Groschen täglich.
  • Die Klinik war das erste Krankenhaus in Deutschland, das seit 2008 Social Media in der Kommunikation einsetzt. Hierfür erhielt es 2011 den Sonderpreis für Innovationen auf dem Kommunikationskongress der Gesundheitswirtschaft, Hamburg.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Römling, Hans-Jürgen Winkelmann Christian Stoffers: 1861–2011 – 150 Jahre St.-Marien-Krankenhaus Siegen. Festschrift zum Jubiläum, 192 Seiten. Erschienen im Selbstverlag des Krankenhauses, Siegen 2011. ISBN 978-3-00-033488-7

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bericht auf der Website derwesten.de (abgerufen am 12. Januar 2010)
  2. Vgl. Anja Lüthy und Christian Stoffers (Hrsg.): Social Media und Online-Kommunikation für das Krankenhaus. Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Berlin, 2013, 368 S., ISBN 978-3-95466-009-4