Stef Wertheimer

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Stef Wertheimer (2007)

Stef Wertheimer (* 16. Juli 1926 in Kippenheim als Stefan Wertheimer)[1] ist ein israelischer Unternehmer und Philanthrop deutscher Herkunft[2].

Er gilt als der reichste in Israel lebende Israeli. Er war von 1977 bis 1981 Mitglied der Knesset (Dash, dann Schinui) und ist hauptsächlich bekannt für die Gründung verschiedener Industrieparks in Israel selbst und in verschiedenen Nachbarstaaten.

1991 erhielt er den Israel-Preis, 2008 die Buber-Rosenzweig-Medaille[3] und 2012 das Große Verdienstkreuz.

Leben[Bearbeiten]

Wertheimer kam in Kippenheim bei Lahr auf die Welt. 1937 flüchtete seine Familie nach Palästina und ließ sich in Tel Aviv nieder. Er besuchte die Tel Nordau-Schule, die er im Alter von 14 Jahren verlassen musste[4] und arbeitete in einer Kamerawerkstatt. Gleichzeitig begann er, Optik zu studieren bei Professor Emanuel Goldberg, einem bedeutenden Forscher und Erfinder.

1943 trat er der britischen Armee bei. Er tat Dienst in der Royal Air Force und arbeitete in Bahrain als Optiktechniker.

1945 trat er dem Palmach bei, 1947 der Haganah, für die er in der Waffenentwicklung arbeitete. Während des Unabhängigkeitskrieges war er technischer Offizier bei der Yiftach-Brigade.

Nach dem Krieg arbeitete er für das staatliche Rüstungsunternehmen RAFAEL, von dem er aber bald entlassen wurde, da er keine offiziellen Studienabschlüsse hatte.

1952 gründete Wertheimer in Naharija eine kleine Metallverarbeitungsfirma namens ISCAR. Die Firma war recht schnell erfolgreich und erregte die Aufmerksamkeit von Investoren. 2006 verkaufte Wertheimer 80 Prozent der Anteile für vier Milliarden Dollar an Warren Buffetts Berkshire Hathaway, seit 2013 gehört sie diesem vollständig. Heute ist ISCAR als Teil der IMC Group einer der größten Werkzeughersteller der Welt und beschäftigt etwa 6000 Mitarbeiter.

1969 gründete Stef Wertheimer im Rahmen der israelischen Initiative, das französische Waffenembargo zu überwinden, Iscar Blades, später einer der größten Hersteller von Komponenten für Flugzeugturbinen.

Von 1977 bis 1981 war er Mitglied der Knesset.

Wertheimer betreibt in Israel mehrere Industrial Zones. Die Tefen Industrial Zone besteht seit 1982. Dort ist unter anderen die Seifenproduktion von Fuad und Gamila Hiar angesiedelt, die nach traditionellen Rezepten Seifen für den internationalen Kosmetikhandel herstellt. Zum Komplex gehört auch das Tefen Open Museum, das aus Museumsbauten, einer Galerie und dem Tefen-Skulpturengarten besteht. Das gleiche Konzept wurde in Tel Hai bei Kiryat Shmona und in Omer bei Be'er Scheva umgesetzt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stef Wertheimer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,633800,00.html
  2. Klaus Kreppel: Der Galiläer aus Kippenheim. Steff Wertheimer zum Fünfundsiebzigsten am 16. Juli 2001. In: „Die Ortenau. Veröffentlichungen des historischen Vereins für Mittelbaden.“ 81. Jahrgang. Jahresband. Offenburg 2001.ISSN 0342-1503, S. 487-510. Ebenso: Klaus Kreppel, Stef Wertheimer: Ein "schwäbischer Tüftler" erobert den Weltmarkt. In: Klaus Kreppel, Israels fleißige Jeckes. Zwölf Unternehmerportraits deutschsprachiger Juden aus Nahariya. Mit einem Vorwort von Paul Spiegel. Westfalen Verlag Biefefeld 2002. ISBN 3-88918-1015, S. 171-182
  3. http://www.hagalil.com/01/de/Israel.php?itemid=2074
  4. Klaus Kreppel: Der Galiläer aus Kippenheim. Steff Wertheimer zum Fünfundsiebzigsten am 16. Juli 2001. In: „Die Ortenau. Veröffentlichungen des historischen Vereins für Mittelbaden.“ 81. Jahrgang. Jahresband. Offenburg 2001.ISSN 0342-1503, S. 493.