Stella Chiweshe

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Stella Rambisai Chiweshe (auch Stella Rambisai Chiweshe Nekati oder Stella Nekati Chiweshe) (* 8. Juli 1946 in Mujumi, Mhondoro) ist eine bekannte Musikerin aus Simbabwe.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Chiweshe ist international als Mbira-Spielerin und Sängerin bekannt. Die Mbira gehört zu den Lamellophonen und ist ein traditionelles Instrument der Shona. Sie spielt eine Variante dieses Instrumentes, die von den Zezuru, einer zu den Shona gehörenden Volksgruppe, Mbira dza vadzimu genannt wird und 22 bis 28 Eisenlamellen in zwei Reihen hat. Chiweshe ist eine der wenigen Frauen, die dieses traditionelle Instrument der Männer spielen, das im Bira-Ritual, einer Geisteranrufungszeremonie, eingesetzt wird. Sie musste das Mbira-Spielen gegen erhebliche Widerstände durchsetzen und ist mittlerweile auch als Medium der Bira-Zeremonie anerkannt.

Die britische Kolonialmacht verbot im ersten Befreiungskrieg alle kulturellen Aktivitäten und die Kirche erklärte die Mbira zum Teufelswerk. Dennoch lernte Chiweshe von 1966 bis 1969 das Instrument und nahm Anfang der 1970er an - nun illegalen - Heilungszeremonien teil, bei denen sie die Mbira spielte. 1974 konnte sie nach der formalen Unabhängigkeit erste Aufnahmen einspielen; ihre Debüt-Single Kasahwa erreichte Goldstatus. Zwischen 1975 und 1978 folgten weitere 20 Singles. So wurde sie Mitte der Siebziger Jahre als begabte Maridzambira anerkannt und spielte nicht mehr nur bei rituellen Heilungen, Hochzeiten und Beerdigungen, sondern auch bei Konzerten und Partys. Nach dem Ende des Befreiungskriegs trat sie 1981 der National Dance Company bei und ging mit diesem Ensemble bis 1985 international auf Tournee.

Seit 1984 unternahm sie Solotourneen und seit 1987 ist sie mit ihrer eigenen Gruppe in Europa, Nordamerika und in Afrika aufgetreten. Sie hat auch an den WOMAD-Festivals (1994 in den USA, 1995 in Australien und 2006 in Caceres) teilgenommen. Dabei hat sie häufig den Sound der Mbira mit Gitarren umgeben. 2004 war sie mit ihrer Tochter, Virginia Mukwesha, die ebenfalls Musikerin ist, auf Tournee. Chiweshe hat sieben internationale Alben aufgenommen.

Sie hat auch ein Frauen-Musikfestival in Simbabwe organisiert. 1989 trat sie in dem Film I Am the Future von Godwin Mawuru auf, in dem es um eine junge Frau geht, die in die große Stadt reist, um den Greueln des Buschkriegs um die Unabhängigkeit von Südrhodesien zu entkommen. Heute lebt Chiweshe teils in Harare, teils in Berlin.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Sie ist heute bei ihrem Volk anerkannt als Ambuya Chinyakare („Großmutter der traditionellen Musik“). Die Universität von Harare verlieh ihr einen Master of Arts-Titel, 2005 wurde Stella mit zwei ZIMA-Preisen ausgezeichnet.

Weblinks[Bearbeiten]