Stille-Nacht-Kapelle

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Stille-Nacht-Kapelle

Die Stille-Nacht-Kapelle steht in der Stadt Oberndorf im österreichischen Bundesland Salzburg und ist dem Gedächtnis des Weihnachtsliedes Stille Nacht, heilige Nacht und seines Textdichters Joseph Mohr sowie seines Komponisten Franz Xaver Gruber gewidmet. Sie steht an Stelle der ehemaligen St.-Nikolaus-Kirche (St. Nikola), in der am 24. Dezember 1818 das Weihnachtslied zum ersten Mal aufgeführt wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Flut von 1899

Die Kirche St. Nikolaus wurde in den 1890er Jahren mehrmals von Hochwässern der Salzach beschädigt – insbesondere durch dasjenige von 1899, das einen großen Teil des Ortes und dabei vorwiegend den Ortsteil Altach zerstörte. Dies führte zu dem Entschluss, den ganzen Ort Oberndorf inklusive der Pfarrkirche St. Nikolaus ca. 800 m flussaufwärts neu zu errichten.

Von einer Renovierung der beschädigten St. Nikola-Kirche wurde aus zwei Gründen abgesehen: Zum einen scheute man die Kosten und das weiterhin drohende Risiko von Überschwemmungen, zum anderen wollte man die Kirchengemeinde zur Annahme der 1906 errichteten, weniger attraktiven Kirche im neuen Ortszentrum bewegen. So wurde die alte Pfarrkirche abgerissen und ab 1913 erinnerte nur noch ein Schuttkegel an den historischen Entstehungsort des inzwischen weitum bekannten Weihnachtsliedes.

Alte St.-Nikolaus-Kirche

Das 100-jährige Jubiläum des Liedes im Dezember 1918 fiel in die schwere Zeit unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg. Umso mehr wollten die Bürger von Oberndorf der Friedensbotschaft von Mohr und Gruber ein Denkmal setzen. Der 1924 beschlossene Bau einer Gedächtniskapelle kam aber unter den schwierigen Bedingungen (politische und wirtschaftliche Krisen der Ersten Republik) nur langsam in die Phase der Realisierung. Letztlich wurde am 15. August 1937 (Mariä Himmelfahrt) der Bau abgeschlossen. Inzwischen wurde die Gedächtniskapelle zum sichtbaren Symbol für das Lied Stille Nacht, heilige Nacht.

Alljährlich ziehen die Gedächtniskapelle und das daneben befindliche Museum besonders im Advent tausende Besucher aus aller Welt an. Am 24. Dezember findet alljährlich um 17 Uhr eine feierliche Gedächtnismesse statt, bei der das Weihnachtslied in den zahlreichen Sprachen der Besucher gesungen und als völkerverbindendes Erlebnis empfunden wird. Diese Feier wird seit 2002 mittels der dortigen Webcam im Internet übertragen.

Stille-Nacht-Kapelle[Bearbeiten]

Die Stille-Nacht-Gedächtniskapelle wurde am ursprüngliche Standort der Pfarrkirche von 1924 bis 1936 erbaut. Die Kapellenform ist ein Oktogon mit einem Glockenhelm und einer Laterne, das Portal hat eine abgewalmtes Vordach. Die Rundbogenfenster wurden 1935 von der Tiroler Glasmalereianstalt geschaffen. Der Altar mit einem Hochrelief Geburt Christi ist vom Bildhauer Hermann Hutter aus 1915. Ein Predellenrelief Anbetung der Könige, Kreuzigung, Flucht aus Ägypten ist vom Bildhauer Max Domenig aus 1936.[1]

Nachbildungen[Bearbeiten]

Nachgebaute Modelle der Stille-Nacht-Kapelle existieren im Freizeitpark Minimundus bei Klagenfurt in Kärnten (Maßstab 1:25) und im Modellpark Mönichkirchen in Niederösterreich. Des Weiteren gibt es eine Nachbildung im Maßstab 1:1 in Frankenmuth im US-Bundesstaat Michigan.

Der Modelleisenbahnzubehör-Hersteller Vollmer brachte 2008 ein Modell der Stille-Nacht-Kapelle in Baugröße H0 auf den Markt. Im November 2010 folgte eines im Maßstab 1:220 und im Dezember 2011 eins im Maßstab 1:22,5 (Spur G) [2].

Bildergalerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs: Salzburg. Stadt und Land. Oberndorf bei Salzburg. Stille-Nacht-Gedächtniskapelle. Bundesdenkmalamt (Hrsg.), Verlag Anton Schroll & Co, Wien 1986, ISBN 3-7031-0599-2, Seite 290.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stille-Nacht-Kapelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dehio Salzburg 1986
  2. http://www.spur-g-blog.de/?p=3152

47.945512.9364Koordinaten: 47° 56′ 43,8″ N, 12° 56′ 11,04″ O