Straße von Corryvreckan

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Straße von Corryvreckan
Straße von Corryvreckan von Scarba aus gesehen
Straße von Corryvreckan von Scarba aus gesehen
Verbindet Gewässer Jura-Sund
mit Gewässer Sea of the Hebrides (Schottische See)
Trennt Landmasse Jura
von Landmasse Scarba
Daten

Geographische Lage

56° 9′ 15″ N, 5° 42′ 50″ W56.154166666667-5.7138888888889Koordinaten: 56° 9′ 15″ N, 5° 42′ 50″ W
Straße von Corryvreckan (Schottland)
Straße von Corryvreckan
Geringste Breite 1 km
Corryvreckan-Strudel
Corryvreckan-Strudel

Die Straße von Corryvreckan, auch Golf von Corryvreckan, von gälisch Coire Bhreacain[1], ist eine Meerenge in Schottland. Sie verläuft nördlich der Hebrideninsel Jura und trennt diese von der benachbarten Insel Scarba.[2] Der Name bedeutet in etwa Kessel des gefleckten Meeres.[3] Die Whiskybrennerei Ardbeg gibt eine Whiskyabfüllung mit dem Namen Corryvreckan heraus.[4]

Die Straße von Corryvreckan verläuft mit einer Länge von wenigen Kilometern in Ost-West-Richtung und stellt neben dem Luing-Sund eine der zwei wesentlichen Abflüsse des Jura-Sunds nach Norden dar. Sie ist relativ eng und weist an ihrer engsten Stelle eine Breite von etwa einem Kilometer auf.[2]

Corryvreckan-Strudel[Bearbeiten]

Der Corryvreckan-Strudel liegt in der Straße von Corryvreckan und gehört weltweit nach den Strudelgebieten Moskenstraumen und Saltstraumen zwischen den norwegischen Lofoten sowie dem Old Sow in Kanada zu den stärksten Strudeln. Die Ausbildung dieses Strudels ist in den topographischen Gegebenheiten begründet. Bei einsetzender Flut strömt Wasser von Süden kommend durch den Jura-Sund, wo es im Norden nur durch wenige Meerengen abfließen kann. Der entstehende hohe Wasserdruck verursacht in der Straße von Corryvreckan eine starke Strömung nach Westen von etwa acht Knoten (etwa 14,5 km/h). Vom Boden der Meerenge aus etwa 200 m Tiefe wächst ein pyramidenförmiger Fels bis etwa 28 m unterhalb der Meeresoberfläche. Die schnelle Strömung beiderseits um und oberhalb dieses Felsens verursacht die Bildung des Strudels.[5] Dieser verursacht laute Geräusche, die kilometerweit gut hörbar sind.[3] Am besten sind sie etwa eine Stunde nach Niedrigwasser zu hören.[6] Wird den bei Ebbe nach Westen ausströmenden Wassermassen ein starker Westwind entgegengesetzt, so türmen sich bis zu fünf Meter hohe Wellenberge auf. Dieses Naturschauspiel ist als Great Race bekannt.[5] Bei einsetzender Flut verlaufen die Ströme in entgegengesetzter Richtung.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verzeichnis gälischer Ausdrücke
  2. a b Eintrag im Gazetteer for Scotland
  3. a b Die Fortschritte der Physik im Jahre 1864, S. 851.
  4. Netzpräsenz der Ardbeg-Brennerei
  5. a b N. Wilson, A. Murphy: Scotland, Lonely Planet, 5. Auflage, 2008, S. 294. ISBN 978-1-741-04725-7
  6. Schottland – Reisehandbuch, Iwanowski, Dormagen, 8. Auflage, S. 323. ISBN 978-3-933-04145-6