Meerenge

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Meerenge zwischen Großbritannien und Frankreich (Ärmelkanal)

Eine Meerenge (Sund), auch (Meeres)straße, Kanal oder Belt genannt, ist eine Stelle eines Meeres, an der sich zwei Landmassen nahe kommen und so einen Engpass des Meeres bilden. Meerengen sind (und waren vor allem früher) von großer strategischer Bedeutung für die Schifffahrt. Das Gegenstück ist die Landenge (Isthmus).

Politische Bedeutung[Bearbeiten]

Meerengen waren schon im Altertum aufgrund ihrer strategischen Bedeutung begehrte Gebiete. Ihre Kontrolle konnte erhebliche Macht verleihen, daher waren sie oft Objekt politischer Einflussnahme.

Durch das Seerechtsübereinkommen ist international sichergestellt, dass Schiffe und Luftfahrzeuge das Recht der unbehinderten Transitdurchfahrt durch Meerengen haben. Allerdings gilt in einer Meerenge, die durch eine Insel eines Meerengenanliegerstaats und dessen Festland gebildet wird, dieses Recht nicht, wenn seewärts der Insel ein in navigatorischer und hydrographischer Hinsicht gleichermaßen geeigneter Seeweg durch die Hohe See oder eine ausschließliche Wirtschaftszone vorhanden ist.

Beispiele von Meerengen[Bearbeiten]

Der Bosporus und die Dardanellen waren in der Geschichte besonders umkämpft. Es wird vermutet, dass der Trojanische Krieg nicht zuletzt geführt wurde, um die Kontrolle Trojas über die Dardanellen zu beenden. Im Candia-Krieg (um Kreta) blockierten die Venezianer im 17. Jahrhundert gezielt die Dardanellen, um die Versorgungslage im Osmanischen Reich, vor allem in Istanbul, zu verschlechtern. Die Frage um die Kontrolle über Bosporus und Dardanellen trug 1914 zur Bindung des Osmanischen Reiches an die Mittelmächte bei, mit deren Hilfe die Türken die Meerengen 1915/1916 in der Schlacht von Gallipoli im Ersten Weltkrieg erfolgreich gegen die Entente verteidigen konnten, bevor das Osmanische Reich schließlich 1918 zusammenbrach.

Um die Straße von Gibraltar und damit den Seeweg vom Atlantischen Ozean in das Mittelmeer unter Kontrolle zu bringen, eroberte Großbritannien 1704 gemeinsam mit den Niederländern Gibraltar und machte Felsen und Stadt 1830 zur britischen Kronkolonie. Sie wurde insbesondere mit der Eröffnung des Sueskanals noch wichtiger, da sie damit auch den Seeweg zur britischen Kolonie Indien sicherte.

Weitere Meerengen:

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz Fischer: Meerengen : eine vergleichende Studie, in: Geographica Helvetica, 18 (1963), S. 212–222 (Digitalisat)