Strelln

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51.48138888888912.779166666667110Koordinaten: 51° 28′ 53″ N, 12° 46′ 45″ O

Strelln
Gemeinde Mockrehna
Höhe: 110 m
Fläche: 89 ha
Einwohner: 452 (5. Jan. 2010)
Eingemeindung: 1. Januar 1999
Postleitzahl: 04862
Vorwahl: 034244

Strelln ist ein Ortsteil der Gemeinde Mockrehna im Landkreis Nordsachsen (Sachsen).

Geografie[Bearbeiten]

Strelln liegt östlich der Stadt Eilenburg und südwestlich des Hauptortes Mockrehna an den Kreisstraßen 8903 und 8907. Nördlich des Ortes verlaufen die Bundesstraße 87 und die Bahnstrecke Halle–Cottbus. Der nächste Bahnhof ist Doberschütz. Der Ort liegt in der Paschwitz-Mockrehnaer Niederung; südlich des Ortes beginnt das Wurzener Porphyrhügelland. Die höchste Erhebung in der Gemarkung ist der Strellnsche Berg mit 131 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Nördlich von Strelln befindet sich das Gebiet des Eilenburger Ratsforsts mit einem Munitionslager der Bundeswehr. Von den 888 Hektar Gesamtfläche sind 40 Hektar bewaldet. In der Flur von Strelln befindet sich zudem die Ortswüstung Rochlitz. Bei der Siedlungsform handelt es sich um ein Straßendorf mit Platzdorfteil.[1][2]

In der Gemarkung Strelln sind Sandböden, Lehm und Tieflehm sowie zu einem geringeren Anteil Auenlehm und Auendecklehm vorzufinden.[2]

Die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge beträgt 540 mm. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt zwischen acht und neun Grad Celsius.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Strelln war 1704 von Hexenverfolgung betroffen. Martin Görner, 21 Jahre alt, geriet in einen Hexenprozess und wurde mit 14 Tagen Haft bestraft.[3]

Strelln bestand bis 1999 als eigenständige Gemeinde, bis es sich mit Audenhain, Schöna, Wildenhain, Wildschütz und Mockrehna zur jetzigen Gemeinde Mockrehna zusammenschloss. Der größte Teil der jetzigen Bausubstanz stammt aus der Zeit von etwa 1890 bis 1940. Dabei handelt es sich zum großen Teil um Dreiseithöfe.[1][2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1818 240
1880 428
1895 433
1910 497
1925 514
Jahr Einwohner
1939 592
1946 817
1950 749
1964 613
1990 539
2010 452

Die Einwohnerzahl des Ortes lag Anfang des 19. Jahrhunderts bei 240. In den nachfolgenden Jahrzehnten gab es ein kontinuierliches Wachstum der Einwohnerzahl, das 1946 mit einer Zahl von 817 kulminierte. Dieser historischer Höchststand ist auf den Zuzug von Flüchtlingen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten nach dem Zweiten Weltkrieg zurückzuführen. Zu Zeiten der DDR nahm die Einwohnerzahl wieder spürbar ab, so dass 1990 noch 539 Menschen im Dorf lebten. Nach der Wende setzte sich dieser Trend fort, bis 2010 verlor der Ort noch etwa 100 Einwohner.[1]

Dorfkirche[Bearbeiten]

Die barocke Dorfkirche aus dem 18. Jahrhundert befindet sich im nördlichen Teil des Dorfes am Ende einer Sackgasse. An selber Stelle wird ein Vorgängerbau aus dem 12. Jahrhundert vermutet. Die Kirche besteht aus dem Saal, an den sich in westlicher Richtung der Turm anschließt. Die Kirche gemauerte Altar aus der Erbauungszeit der Kirche verfügt über einen hölzernen Kanzelaufsatz mit Säulen, Kanzelkorb und Schalldeckel. Die Kirche verfügt über zwei Glocken, von denen eine aus spätgotischer Zeit stammt. An der Südseite der Kirche schließt sich der ehemalige Friedhof an.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Strelln im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  • Ortsteil Strelln auf den Seiten der Gemeinde Mockrehna

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Strelln im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  2. a b c d Ortsteil Strelln auf den Seiten der Gemeinde Mockrehna
  3. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 620.
  4. Kirchenkreis Eilenburg: Spuren im Stein - Kirchen im Kirchenkreis Eilenburg, Leipzig 1997, ISBN 3-00-001722-4