Bundesstraße 87

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Dieser Artikel beschreibt die Bundesstraße 87 in Deutschland. Zur gleichnamigen Straße in Österreich siehe Weißensee Straße.
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Bundesstraße 87 in Deutschland
Bundesstraße 87
Karte
Verlauf der B 87
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Frankfurt (Oder)
(52° 21′ N, 14° 32′ O52.34618914.538722)
Straßenende: Ilmenau
(50° 41′ N, 10° 55′ O50.69031110.919739)
Gesamtlänge: 317 km

Bundesland:

Ausbauzustand: zweistreifig[1]
Bundesstraße 87 bei Eilenburg
Bundesstraße 87 bei Eilenburg

Die Bundesstraße 87 (Abkürzung: B 87) ist eine Bundesstraße in Deutschland. Sie beginnt in Ilmenau und endet in Frankfurt (Oder). Sie verläuft in Thüringen auf Teilen der Thüringer Porzellanstraße und der Straße der Romanik.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprung[Bearbeiten]

Die heutige Bundesstraße 87 wurde bereits im Mittelalter als Straßenverbindung zwischen Frankfurt (Oder) und Leipzig benutzt. Zwischen Leipzig und Eckartsberga folgt sie dem historischen Verlauf der Via Regia. Deren Ausbau zur befestigten Kunststraße war bereits 1819 abgeschlossen. Bis 1845 wurde auch die Chausseeverbindung von Leipzig nach Eilenburg fertiggestellt. Um den Ausbau der Strecke von Eilenburg nach Frankfurt (Oder) zu ermöglichen, wurde am 20. November 1854 ein Aktien-Verein gegründet. Die Frankfurt an der Oder Leipziger Chausseebaugesellschaft hatte ihren Sitz in Lübben.[2] Die Strecke verlief von Eilenburg über Torgau, Herzberg, Schlieben, Luckau, Lübben, Beeskow und Müllrose nach Frankfurt (Oder). Der östlichste Streckenabschnitt zwischen Frankfurt (Oder) und Beeskow wurde 1856 zur befestigten Kunststraße ausgebaut. Der Chausseebau südlich von Umpferstedt begann erst 1860 mit dem Streckenabschnitt nach Mellingen.

Frühere Strecken und Bezeichnungen[Bearbeiten]

Die preußische Staatschaussee Nr. 33 führte von Frankfurt (Oder) bis in die sächsische Stadt Leipzig. Dort begann die preußische Staatschaussee Nr. 69, die Leipzig und Weißenfels verband. In Weißenfels mündete diese Straße in die preußische Staatschaussee Nr. 66, die von Halle nach Weimar führte.

Bei der ursprünglichen Nummerierung 1932 endete die damalige Fernverkehrsstraße 87 (FVS 87), 1934 in Reichsstraße 87 (R 87) umbenannt, an der damaligen Fernverkehrsstraße 7 (später Reichsstraße 7) in Umpferstedt (zwischen Jena und Weimar). 1961 wurde die nunmehr wieder Fernverkehrsstraße 87 genannte Straße (jedoch F 87 abgekürzt) von Umpferstedt nach Ilmenau verlängert.

Ersetzungen[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 87 verläuft seit 2005 (?) zwischen den Anschlussstellen Lützen Süd (A 38) und Weißenfels (A 9) über die Autobahnen A 38 und A 9, der ehemalige Verlauf zwischen Weißenfels und Lützen wurde zur L 188 umgewidmet. Zwischen Bad Berka und der Anschlussstelle Apolda der Bundesautobahn 4 wurde der Streckenabschnitt im Jahre 2007 zur Kreisstraße herabgestuft. Das letzte Stück zwischen der AS Ilmenau-Ost und dem Ort Ilmenau wurde 2013 zur Landstraße herabgestuft.

Weitere Planungen[Bearbeiten]

Seit 1996 ist die Bundesstraße 87n von Meiningen nach Fulda geplant, die als vordringlicher Bedarf im Bundesverkehrswegeplan 2003 eingestuft ist. Eine Verbindung zur in Ilmenau endenden B 87 wird es nicht geben.

Im Nordosten Leipzigs und in Taucha soll die B 87 verlegt werden. Die neue Trasse soll vor Taucha abzweigen und an der Anschlussstelle Leipzig-Mitte auf die A 14, B 2 und B 184 stoßen.

Im Sommer 2009 wurde über die Printmedien der Beginn des Raumordnungsverfahrens zum Neubau der B 87n zwischen Taucha und Eilenburg bekanntgegeben. Die neue Trasse soll mit einem vierspurigen Ausbau mit Autobahncharakter durch die Endmoränenlandschaft der Parthe verlaufen. Nach dem Bekanntwerden gab es Proteste von Umweltverbänden und Anwohnern.

In den 1990er Jahren war geplant, dass die als Bundesautobahn 16 geplante Leipzig-Lausitz-Achse die B 87 ersetzten sollte. Nachdem diese Planungen verworfen wurden, erteilte man Ende August 2011 dem langfristig geplanten Ausbau der B 87 zwischen der BAB 14 und Torgau über Eilenburg mit vier Fahrstreifen ebenfalls eine Absage. Der Bundesverkehrswegeplan sieht fortan nur im Abschnitt BAB 14–Eilenburg Bedarf für einen vierstreifigen Ausbau, zwischen Eilenburg und Torgau sei eine dreistreifige B 87 ausreichend. Die Lokalpolitik äußerte sich größtenteils ablehnend.[3] Zustimmung gab es hingegen vom Eilenburger Oberbürgermeister Hubertus Wacker, der auf einen baldigen Baustart drängt. Dieser kann für dieses Teilstück nun frühestens 2015 erfolgen.

Derzeit (2011) laufen Planungen für die Ortsumgehungen Bad Kösen, Lübben und Naumburg (Saale) im Zuge der B 87. Hierzu soll die B 87 zwischen Taugwitz und Wethau neu trassiert werden. Das Saaletal würde zwischen Großheringen und Saaleck durch eine etwa 1200 m lange Brücke auf bis zu 60 m hohen Brückenpfeilern überspannt werden. Im Zuge der Planung wurde die Frage nicht geprüft, inwieweit sich Auswirkungen für das geplante Flächendenkmal des Weltkulturerbes Naumburg und Saaletal ergeben. Eine Abstimmung mit ICOMOS und der UNESCO fand nicht statt.[4]

Brücken[Bearbeiten]

B87, Elbebrücke Torgau mit überfluteten Elbwiesen, Schloss Hartenfels, Luftbildaufnahme

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bundesstraße 87 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Einige Ortsumgehungen dreistreifig, in Frankfurt (Oder) und Leipzig teilweise vierstreifig
  2.  Amtsblatt der Regierung zu Aachen. Nro. 4128/4129. J. J. Beaufort Aachen, Aachen 1854.
  3. TZ: „Niederschmetternd“ und „volksverdummend“. Torgauer Zeitung, 31. August 2011, abgerufen am 7. November 2011 (Zeitungsartikel).
  4. Auswirkungen des Bauprojekts B 87 Bad Kösen auf hochmittelalterliche Kulturlandschaft nicht abschätzbar. Deutscher Bundestag, 15. März 2011, abgerufen am 7. November 2011 (Pressemitteilung des Deutschen Bundestages).
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