Studentische Unternehmensberatung

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Studentische Unternehmensberatungen sind von Studenten getragene Unternehmensberatungen an Hochschulen oder im universitären Umfeld. In den meisten Fällen setzen sie sich aus Studenten der wirtschaftswissenschaftlich geprägten Studiengänge zusammen, wobei in den letzten Jahren auch hier vermehrt Interdisziplinarität Einzug hält. In Deutschland haben die meisten studentischen Unternehmensberatungen als Rechtsform den Verein (e. V.) gewählt, wobei dann die Projektarbeit meist von verschiedenen GbR getätigt wird. Einzelne studentische Unternehmensberatungen sind auch als haftungsbeschränkte Gesellschaften, wie die Unternehmergesellschaft oder als Gesellschaft mit beschränkter Haftung organisiert.

Hintergrund[Bearbeiten]

Gegründet wurden die studentischen Unternehmensberatungen im Allgemeinen, um den Studenten der jeweiligen Hochschule eine Möglichkeit zu geben, neben dem Studium Praxiserfahrungen zu sammeln, unternehmerisches Denken und Handeln zu vermitteln und soziale Kompetenz zu lernen. Aus Sicht von Unternehmen ist es vor allem der, verglichen mit großen Beratungen, relativ niedrige Preis, der die studentischen Unternehmensberatungen interessant macht. Im universitären Umfeld treten studentische Unternehmensberatungen außerdem häufig als Veranstalter von Unternehmenskontaktmessen, Fallstudien, Vorträgen und „Business Nights“ auf. Zudem veröffentlichen einige studentische Unternehmensberatungen regelmäßig Geschäftsklimastudien.

Die Idee der studentischen Unternehmensberatung kommt aus Frankreich, wo 1967 von der französischen ESSEC die erste derartige Organisation gegründet wurde.

Das Netzwerk der studentischen Unternehmensberatungen erstreckt sich heute über die ganze Welt. Seit 1992 koordiniert unter anderem der Dachverband JADE - European Confederation of Junior Enterprises - die Zusammenarbeit der europäischen studentischen Unternehmensberatungen. Das europäische Netzwerk umfasst ca. 30.000 Studenten.

Dachverbände im deutschsprachigen Raum[Bearbeiten]

In Deutschland existieren derzeit zwei konkurrierende Dachverbände studentischer Unternehmensberatungen, in Österreich gibt es einen Dachverband.

BDSU (Deutschland)[Bearbeiten]

Der Bundesverband Deutscher Studentischer Unternehmensberatungen mit Sitz in Bonn wurde im Dezember 1992 in Darmstadt gegründet und zählt heute 31 Mitgliedsinitiativen mit rund 2300 Studenten.[1] Vierteljährlich richtet eine Mitgliedsinitiative ein Treffen aus. Ziele sind dabei neben interner Vereinsarbeit auch Workshops und Schulungen mit Unternehmen. Die Mitgliedsinitiativen des BDSU verpflichten sich zu den Qualitätsstandards des BDSU, welche die Bearbeitung der Projekte, aber auch für die Aufnahme von Mitgliedern (Studenten) und die Durchführung interner Schulungen betreffen. Studenten, die in einer Mitgliedsinitiative mitarbeiten wollen, müssen in der Regel durch eine halbjährige Anwartschaft, in der sie sowohl interne Schulungen (u.a. Rhetorik/Argumentationstechnik, Projektmanagement, Grundlagen des Rechts sowie eine Schulung über den Dachverband) wie auch ein internes Projekt erfolgreich abschließen müssen. Das Einhalten dieser Richtlinien wird mindestens einmal jährlich in einem QM-Audit kontrolliert. Für Verbandsmitglieder gelten spezielle Aufnahmekriterien, deren Einhaltung in einem Anwartschaftsjahr überprüft wird. Der BDSU ist Mitglied im europäischen Dachverband JADE und wird vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. aktiv unterstützt.

JCNetwork (Deutschland)[Bearbeiten]

Das JCNetwork e. V., Junior Consultant Network, ist (gemessen an der Anzahl der Studenten) der kleinere der beiden deutschen Dachverbände studentischer Unternehmensberatungen.

Dem 2002 gegründeten JCNetwork mit Sitz in Karlsruhe gehören derzeit 30 Studentische Unternehmensberatungen aus Deutschland an, mit insgesamt ca. 1500 studentischen Mitgliedern.[2] Diese beraten in selbständigen Beratungsprojekten Unternehmen in nahezu allen betriebswirtschaftlichen Bereichen. Ziel des JCNetwork ist die Förderung und Verbreitung der Idee der Studentischen Unternehmensberatung in Deutschland, sowie Wissenstransfer, Weiterbildung und Erfahrungsaustausch. Dem gemeinsamen Motto „Enrichment by Partnership“ folgend, behalten die Mitgliedsvereine auch nach dem Zusammenschluss im Dachverband ihre volle Souveränität und führen ihre Projekte eigenständig durch. Darüber hinaus besteht mit dem Zertifikat "Certified Junior Consultant (CJC)" die Möglichkeit, die Weiterbildung und Entwicklung des einzelnen studentischen Beraters nachzuweisen. Voraussetzungen für das Erlangen des Zertifikates ist die Teilnahme an Schulungen aus den 4 Pflichtmodulen (Qualitätsmanagement, Projektmanagement, Beratungsgrundlagen und Recht & Finanzen) sowie die Mitarbeit an einem externen Beratungsprojekt im Umfang von mind. 2 Personentagen.

JADE Austria (Österreich)[Bearbeiten]

Die Austrian Confederation of Junior Enterprises (CAJE) wurde 1994 ins JADE Netzwerk aufgenommen und 2005 in JADE Austria umbenannt. Der Dachverband hat seinen Sitz in Wien. Ihr gehören im Moment und nach der Prüfung der eingeführten Qualitätsrichtlinien, fünf österreichische Junior Enterprises an (Icons, Genefy, StuCon, Uniforce und Kepler Solutions), deren Interessen sie auf nationaler wie auf internationaler Ebene vertritt – sowohl gegenüber externen Partnern, als auch innerhalb des JADE-Netzwerkes.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichte auf bdsu.de
  2. http://www.jcnetwork.de/organisation/mitgliedsvereine.html