Sulików

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Sulików
Wappen von Sulików
Sulików (Polen)
Sulików
Sulików
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Landkreis: Zgorzelec
Geographische Lage: 51° 5′ N, 15° 4′ O51.07583333333315.066111111111Koordinaten: 51° 4′ 33″ N, 15° 3′ 58″ O
Höhe: 208 m n.p.m
Einwohner: 2014 (31. Dez. 2004)
Postleitzahl: 59-975
Telefonvorwahl: (+48) 75
Kfz-Kennzeichen: DZG
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Bogatynia-Lubań
Schienenweg: Mikułowa–Bogatynia
Nächster int. Flughafen: Breslau
Gemeinde
Gemeindeart: Landgemeinde
Gemeindegliederung: 22 Ortschaften
16 Schulzenämter
Fläche: 95,22 km²
Einwohner: 6141
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 64 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0225052
Verwaltung (Stand: 2007)
Gemeindevorsteher: Jan Hasiuk
Adresse: ul. Dworcowa 5
59-975 Sulików
Webpräsenz: www.sulikow.pl
Laubenhäuser Ring 28 und 29
Stadtkirche der hl. Kreuzerhöhung
Kirche zum hl. Kreuz

Sulików [su'likuf] (deutsch Schönberg) ist ein Ort mit ca. 2.000 Einwohnern im Südwesten Polens. Es liegt 9 Kilometer südöstlich von Görlitz am Rothwasser (Czerwona Woda) und gehört dem Powiat Zgorzelecki in der Woiwodschaft Niederschlesien an.

Geschichte[Bearbeiten]

Um 1230 entstand westlich des Schönberges (295 m) das Städtchen Schönberg. Als Gründer der Stadt werden die Herren von Schönburg vermutet. Gleichzeitig mit der Stadt wurde auch das unterhalb gelegene Dorf Halbendorf (Mała Wies Dolna) angelegt, das später den Zusatz Nieder Halbendorf erhielt. Oberhalb der Stadt schloss sich am Rothwasser das Dorf Kuhzagel an, welches seit 1570 als Ober Halbendorf (Mała Wies Dolna) bezeichnet wurde. Die Pfarrkirche ist vor 1234 entstanden und im Jahre 1268 besaß Schönberg bereits Stadtrechte, besaß jedoch zu keiner Zeit eine Stadtbefestigung. Als Grundherren von Schönberg wechselten sich bekannte oberlausitzer Adelshäuser, wie die von Gersdorff, Salza, Nostitz und Rechenberg ab, seit der Mitte des 15. Jahrhunderts waren dies auch reiche Görlitzer Kaufleute. Trotz seiner Lage an einer Handelsstraße von Görlitz nach Friedland wuchs die Stadt auf halben Wege zwischen Görlitz und Seidenberg kaum, da sowohl die mächtige Sechsstadt Görlitz als auch das zu der Zeit als Sitz einer ausgedehnten Standesherrschaft bedeutsame Seidenberg wenig Interesse an Konkurrenz in unmittelbarer Nähe hatte und dies zu verhindern wussten. Im Jahre 1524 erfolgte in Schönberg die Reformation.

Im Jahr 1572 erhielt Schönberg das Privileg zur Abhaltung eines Jahrmarktes, dabei wurden auch die Stadtrechte bestätigt. 1586 entstanden in Schönberg Handwerkerinnungen. Im Dreißigjährigen Krieg gelangte Schönberg als Teil der Oberlausitz aus der böhmischen in die sächsische Landeshoheit. Einen kleineren Aufschwung erlebte die Stadt durch den Zuzug von Glaubensflüchtlingen aus Böhmen und Schlesien nach dem Krieg. Der Grundherr Wolf Albrecht von Loeben gestattete ihnen die Errichtung eines neuen Stadtteils, der Neustadt, die dann Neuloeben genannt wurde.

Im Jahr 1688 vernichtete ein Stadtbrand große Teile der Stadt, in dessen Folge auch die Stadtkirche neu entstand. Zu Beginn der 18. Jahrhunderts wurde die Weberei zum Haupterwerb. Bekannt wurde die Stadt durch das Missolan, ein grobes Leinen- und Wollgewebe, das über Hamburg als Schönberger Zeug in die Welt verschifft wurde. Wenig erfolgreich war ein Erzbergbauversuch aus dem Jahre 1731, der Heiliger Rat und Wille Gottes Erbstolln genannte Vortrieb in den Schönberg wurde schon bald wegen Erfolglosigkeit wieder eingestellt.

Großen Erfolg hatte Schönberg als Bad. Rechts der Straße von Schönberg Richtung Reichenau/Seidenberg liegt die Ruine des Hauses, in dem das (Heil-)Wasser ausgeschenkt wurde. Erste Besucher werden schon im siebzehnten Jahrhundert gemeldet. Das Dominium Schönberg übernahm die Verantwortung für den Ausschank und produzierte auch eigene Flaschen mit eingeschmolzenem Stempel. Postkartengrüße aus dem endenden neunzehnten Jahrhundert bezeugen diese reiche Einnahmequelle.

Seit der Teilung der Oberlausitz im Jahre 1815 gehörte Schönberg zu Preußen und war von 1816 bis 1945 Teil des Landkreises Lauban. Im 19. Jahrhundert entstanden in der Stadt Teppich- und Baumwollwebereien, auch das Kürschner-, Schuh- und Zigarrenmacherhandwerk erlangte Bedeutung. Um 1920 wurde der Marktplatz des Stadtteils Neuloeben mit einer Siedlung bebaut. 1921 wurden Teile von Nieder Halbendorf nach Schönberg eingemeindet. Erst 1927 erhielt die Stadt durch die Kleinbahn-AG Schönberg-Nikolausdorf (Mikułowa) einen Eisenbahnanschluss an die Strecke von Görlitz nach Lauban. Diese Strecke wurde 1948 bis Zawidów (Seidenberg) weitergeführt, um diese Stadt mit dem Schienennetz der polnischen Staatsbahn PKP zu verbinden.

Im Jahr 1945 kam die Stadt zu Polen. Der Ort wurde zuerst Szymbark genannt. Ein Kreuz an der Hauptstraße, von Görlitz kommend, zeigt noch diesen Namen. Mit der Namensreform wurde dann Szymbark endgültig Sulików. Sulików verlor seine Stadtrechte. Die Orte Mała Wies Dolna (Nieder Halbendorf) und Mała Wies Gorna (Ober Halbendorf) wurden eingemeindet.

Im Ort ist eine Pappenfabrik ansässig und auf dem Schönberg erfolgt der Abbau von Basalt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ein besonderes Kleinod von Sulików stellen zwei Laubenhäuser dar. Diese Fachwerkbauten entstanden nach dem großen Brand, ursprünglich rings um den ganzen Markt, der eine Ausdehnung von 94 x 53 m hat. Das älteste dieser Häuser ist die Scharfe Ecke aus dem Jahre 1688.

Die ehemalige evangelische (heute katholische) Stadtkirche ist ein reich ausgestalteter Barockbau. Lediglich die Logen links und rechts im Chorbereich sind nach dem Krieg entfernt worden. Die Krypta unter dem Chor wurde in den achtziger Jahren "versiegelt". Unweit der Stadtkirche befindet sich noch die 1867 erbaute neogotische Kapelle zum hl. Kreuz, die vor 1945 den Katholischen als Gotteshaus diente.

Gut erhalten und nur geringfügig verändert ist das 1927 von dem Breslauer Architekten Adolf Rading entworfene Bahnhofsgebäude. Es war der erste unrepräsentative, seiner technischen Zweckbestimmung gemäß gestaltete Durchgangsbahnhof einer kleinen Station.(vgl. Architektur der Zwanziger Jahre in Deutschland - Ein Vermächtnis in Gefahr, Verlag Langewiesche, Königstein, 2009, Bild 289)

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1600: 450 Einwohner
1650: 250
1785: 800
1825: 1.035
1905: 1.302
1939: 1.935
1961: 2.000
2006: 2.014 (Quelle: www.sulikow.pl)

Gemeinde[Bearbeiten]

Die Landgemeinde Sulików gehört der Euroregion Neiße an.

Rittergut Nieder Schönbrunn um 1860, Sammlung Duncker

Folgende Ortschaften gehören zur Gemeinde:

  • Bierna (Berna)
  • Ksawerów, früher Świechów (Zwecka, 1937-45 Erlbachtal)
  • Jabłoniec (Neu Gablenz)
  • Łowin (Neu Löben)
  • Mała Wieś Dolna (Nieder Halbendorf, früher Halbendorf)
  • Mała Wieś Górna (Ober Halbendorf, früher Kuhzagel)
  • Miedziane (Küpper)
  • Mikułowa (Nikolausdorf)
  • Nowoszyce (Neuhaus)
  • Podgórze (Hartha)
  • Radzimów (Bellmannsdorf)
  • Skrzydlice (Kundorf)
  • Stary Zawidów (Alt Seidenberg)
  • Studniska Dolne (Nieder Schönbrunn)
  • Studniska Górne (Ober Schönbrunn)
  • Sulików (Schönberg)
  • Wielichów (Königsfeld)
  • Wilka (1937-45 Wilke)
  • Wilka-Bory, früher Borów (Bohra)
  • Wrociszów Dolny (Nieder Rudelsdorf)
  • Wrociszów Górny (Ober Rudelsdorf)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Jakob Böhme (* 1575 in Alt Seidenberg), Naturphilosoph
  • Moritz von Bissing (1844–1917), Generaloberst, geboren in Ober Bellmannsdorf
  • Erich Caspar (* 10. Januar 1879 in Bellmannsdorf, † 6. Februar 1956 in Bremen), Politiker (SPD)

Personen mit Verbindung zur Gemeinde[Bearbeiten]

  • Moritz von Bissing (1802-1860), Herr auf den Gütern Ober und Nieder Bellmannsdorf

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sulików – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juli 2014.