Sulu Khaqan

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Sulu Khaqan (reg. 717-738) war der dritte aus dem Türgesch-Stamm (Türgiş) hervorgebrachte Herrscher (Khaqan) der westlichen Türken. Er regierte zwischen dem Issyk-Kul und dem Balchaschsee (Hauptorte Suyab, Balasagun) und machte sich einen Namen, indem er die arabische Invasion in Transoxanien für rund fünfzehn Jahre stoppte.

Leben[Bearbeiten]

Sulu hatte dem zweiten Türgesch-Khaqan Saqal (reg. 706-11) als General gedient und übernahm bald nach dessen Niederlage gegen die Osttürken die Macht. Glücklicherweise ließ der Expansionsdruck des (II.) Osttürkenreiches (ca. 682-745) angesichts mehrerer Rebellionen untergeordneter Stämme nach, so dass Sulu (im Gegensatz zu seinen Vorgängern) unabhängig agieren konnte. Zu dem Zweck unterstellte er sich 717 formal Tang-China und schloss auch Heiratsallianzen mit den Osttürken und den Tibetern.

Trotz seines nominellen Vasallenstatus gegenüber China (z.B. 722 mit einer Heirat erneuert) attackierte er die Chinesen wiederholt in ihren vorgeschobenen Posten im Tarimbecken und am Tienschan, einmal sogar mit Hilfe der Tibeter. Begünstigt durch die Ermordung des fähigen arab. Feldherren Qutaiba b. Muslim (715) wandte er sich aber hauptsächlich gegen die Araber und verdrängte diese wieder aus ihren gerade eroberten transoxanischen Fürstentümern (Sogdien). Beispielsweise besiegte er sie 724 am "Tag des Durstes" im Ferghanatal, zwang sie zum Rückzug über den Syrdarja und kam 721-32 wiederholt bis vor Samarkand.

Sein Ansehen unter seiner Gefolgschaft wurde aber im Alter durch die steigenden Ausgaben für seine Frauen und seine Hofhaltung unterminiert, ebenso durch Schlaganfall bzw. Krankheit und durch Spannungen mit seinen Söhnen und Anführern. Dazu kamen erste Niederlagen: 735/6 scheiterte einer der üblichen Angriffe auf die chinesischen Garnisonen und 737 wurde er (zusammen mit seinen sogdischen und tocharischen Verbündeten) von den Arabern bei seinem Vorstoß auf Balch besiegt.

Bald nach der Niederlage wurde er von zwei Verwandten und Rivalen ermordet. Sein Tod führte zum wiederholten Machtkampf zwischen ihren beiden Türgesch-Klans, wodurch sich bis (spätestens) 766 die Karluken als neue Regionalmacht im Siebenstromland etablierten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Denis C. Twitchett, John K. Fairbank (Hrsg.): The Cambridge History of China, Vol. 3, Sui and T'ang China, 589–906. Cambridge University Press, Cambridge 1979, ISBN 0-521-21446-7.