Balch

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Dieser Artikel behandelt die Stadt in Afghanistan. Zu weiteren Bedeutungen siehe Balch (Begriffsklärung).
بلخ
Balch
Balch (Afghanistan)
Red pog.svg
Koordinaten 36° 45′ N, 66° 54′ O36.75805555555666.898888888889Koordinaten: 36° 45′ N, 66° 54′ O
Basisdaten
Staat Afghanistan

Provinz

Balch
Einwohner 87.052 (Berechnung 2012[1])
Balch und die Seidenstraße
Hellenisches Kapitell aus Balkh
Die Grüne Moschee von Balch

Balch (persisch ‏بلخ‎, DMG Balḫ; englisch Balkh; altgriechisch Baktra; altiranisch auch Zariaspa „Goldenes Pferd“, arabisch auch ‏أُم المدائن‎ / Umm al-madāʾin / ‚Mutter der Städte‘) ist eine Stadt in der Provinz Balch im Norden von Afghanistan. Balch ist eine bedeutende Wallfahrtsstätte, rund 20 Kilometer entfernt von Masar-e Scharif, der größten Stadt Nordafghanistans. Die Einwohnerzahl wird 2012 mit 87.000 berechnet. In den letzten Jahren ist die Stadt enorm gewachsen.

Geschichte[Bearbeiten]

Balch gilt als eine Wiege der iranischen Zivilisation. In der Antike unter dem Namen Baktra (griech.: Βακτρα) bekannt, war sie die Hauptstadt Baktriens. In Baktra traf die Seidenstraße auf eine andere Handelsroute, die in nordwestlicher Richtung dem Lauf des Oxus folgend zum Kaspischen Meer führte, sowie in südöstlicher Richtung über den Chaiber-Pass nach Vorderindien.

Um das Jahr 500 v. Chr. wurde Baktrien dem persischen Achämenidenreich einverleibt und blieb bis zu dessen Eroberung durch Alexander den Großen eine der wichtigsten Satrapien dieses Imperiums. Dareios II. war selbst Sohn einer baktrischen Mutter; nach dem Tod Dareios’ III. wurde der Statthalter von Baktrien, Bessos, zum neuen Herrscher ausgerufen; er unterlag aber bald darauf Alexander dem Großen. Im Winter 329/28 v. Chr. befand sich in Baktra auch das Hauptquartier Alexanders.

Unter der Herrschaft der Seleukiden ab 312 v. Chr. war Baktra/Balch fast ausschließlich eine griechische Kolonie. Nach 256 v. Chr. wurde es Bestandteil des nun selbständigen griechisch-baktrischen Reiches, bevor dieses im 2. Jahrhundert dem Ansturm der Saken unterlag. Unter dem Einfluss des Buddhismus entstand hier eine griechisch-buddhistische Mischkultur, der unter anderem die im Jahre 2001 durch die Taliban zerstörten Buddha-Statuen von Bamiyan entstammen.

In der Spätantike war Baktra unter den Sassaniden wieder Teil eines vereinten Perserreichs, bevor die Stadt im 7. Jahrhundert von den islamischen Arabern erobert und im Laufe der folgenden Jahrhunderte vollständig islamisiert wurde. Im Mittelalter entwickelte sich Balch zu einem Zentrum der persischen Kultur und Literatur und gehörte unter anderem zu den islamischen Reichen der Samaniden, Ghaznawiden, Seldschuken, Ghuriden und Choresm-Schahs, bevor die Stadt 1221 von den Mongolen erobert und vollkommen zerstört wurde. Nach dem Wiederaufbau wurde Balch von Timur-e Lang erobert, und entwickelte sich unter seinen Nachkommen, den Timuriden, zu einer der wichtigsten Städte Chorasans.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Stadt von den Afghanen unter der Führung Ahmad Schah Durranis erobert und dem neu gegründeten Afghanistan einverleibt. Danach geriet Balch unter die Herrschaft des expandierenden Russland, bevor die Stadt Mitte des 19. Jahrhunderts - im Verlaufe des Great Game und den darauf basierenden Verträge zwischen den europäischen Kolonialmächten Russland und Großbritannien - endgültig Afghanistan zugesprochen wurde.

Berühmter Sohn der Stadt war der Sufi und Dichter Dschalal ad-Din Rumi (Maulana). Die bekannteste Dichterin der Stadt war Râbia-e Balkhi.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.deWorld Gezatteer Bevölkerungsdaten aktuell

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Balkh – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien