Szczawina

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Szczawina
Wappen fehlt
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Szczawina (Polen)
Szczawina
Szczawina
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Landkreis: Kłodzko
Gmina: Bystrzyca Kłodzka
Geographische Lage: 50° 20′ N, 16° 34′ O50.33333333333316.566666666667Koordinaten: 50° 20′ 0″ N, 16° 34′ 0″ O
Höhe: 500 m n.p.m
Einwohner:
Telefonvorwahl: (+48) 74
Kfz-Kennzeichen: DKL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Wójtowice-Huta–Szczawina
Nächster int. Flughafen: Breslau

Szczawina (deutsch Neubrunn) ist ein Dorf im Powiat Kłodzki in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Es liegt sieben Kilometer nordwestlich von Bystrzyca Kłodzka (Habelschwerdt), zu dessen Stadt- und Landgemeinde es gehört.

Geographie[Bearbeiten]

Szczawina liegt im Glatzer Kessel in den östlichen Ausläufern des Habelschwerdter Gebirges. Westlich liegt der 898 m hohe Berg „Große Kapuzinerplatte“ (Łomnicka Rownia). Nachbarorte sind Nowa Łomnica im Norden, Stara Łomnica im Nordosten, Szklarka im Südosten, Zalesie und Wójtowice im Süden und Huta im Südwesten. Von Huta aus wird es über eine Stichstraße erreicht, die in Szczawina endet.

Geschichte[Bearbeiten]

Neubrunn entstand nach 1874 durch Vereinigung der beiden Ortschaften Sauerbrunn und Neuhain[1]. Beide Orte gehörten zum Habelschwerdter Distrikt im Glatzer Land und gelangten später an die Herrschaft Grafenort. Sie waren zur Pfarrkirche Altlomnitz gewidmet. Nach der Neugliederung Preußens gehörten sie seit 1815 zur Provinz Schlesien und waren zunächst dem Landkreis Glatz eingegliedert. 1818 erfolgte die Umgliederung in den neu gebildeten Landkreis Habelschwerdt. Ab 1874 bildete Sauerbrunn zusammen mit den Landgemeinden Alt Lomnitz, Aspenau, Glasendorf, Grafenort, Melling, Neu Batzdorf, Neu Hain, Neu Lomnitz, Neu Wilmsdorf und Sauerbrunn den Amtsbezirk Alt Lomnitz. Nachfolgend wurden die Landgemeinde Sauerbrunn und die Kolonie Neuhain zu Neubrunn vereint, das bis 1945 mit dem Landkreis Habelschwerdt verbunden blieb. Wegen der zwei kohlesäurehaltigen Quellen entwickelte es sich ab Ende des 19. Jahrhunderts zu einem Luftkurort. 1939 wurden 105 Einwohner gezählt.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Neubrunn 1945 wie fast ganz Schlesien an Polen und wurde in Szczawina umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Die neuen Bewohner waren zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen. Seit 1945 gehörte Szczawina zum Powiat Bystrzycki, der 1975, ebenso wie die bis dahin zuständige Woiwodschaft Wrocław, aufgelöst wurde. 1975 kam es an die neu gebildete Woiwodschaft Wałbrzych, die bis 1998 bestand. Die Zahl der Einwohner ging deutlich zurück. Das Wasser aus den kohlensäurehaltigen Quellen wird als Tafelwasser abgefüllt und verkauft.

Sauerbrunn[Bearbeiten]

Sauerbrunn wurde erstmals 1578 als Saurbrun erwähnt und 1584 als Sauerporn bezeichnet[2]. 1628 erwarb der spätere Landeshauptmann der Grafschaft Glatz, Johann Arbogast von Annenberg, Sauerbrunn zusammen mit dem Altlomnitzer Mittelhof und dem Dorf Glasendorf, die er mit seiner Herrschaft Arnsdorf/Grafenort verband. Dessen Besitzungen gelangten 1651 durch Heirat an den Grafen Johann Friedrich von Herberstein. Er bildete aus den Besitzungen eine Majoratsherrschaft, zu der auch Sauerbrunn gehörte. Nach den Schlesischen Kriegen fiel Sauerbrunn zusammen mit der Grafschaft Glatz 1763 mit dem Hubertusburger Frieden an Preußen.

Kolonie Neuhain[Bearbeiten]

Die Kolonie Neuhain (auch Hain b. Altlomnitz) wurde vom Reichsgrafen Johann Gundacker II. von Herberstein angelegt, dem seit 1770 die Herrschaft Grafenort gehörte. Nach 1874 erfolgte die Vereinigung mit der Landgemeinde Sauerbrunn, die danach den gemeinsamen Ortsnamen Neubrunn führten.

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. 1874 werden beide Ortschaften noch getrennt als zum Amtsbezirk Altlomnitz gehörend aufgeführt
  2. Marek Šebela, Jiři Fišer: České Názvy hraničních Vrchů, Sídel a vodních toků v Kladsku. In: Kladský Sborník 5, 2003, S. 385. Die Angabe in dieser Quelle, Sauerbrunn und Neuhain seien 1870 vereint worden, ist vermutlich nicht zutreffend, da für 1874 beide Ortschaften noch getrennt als zum Amtsbezirk Altlomnitz gehörend aufgeführt werden. Siehe hierzu angegebenen weblink "Amtsbezirk"