Szklarnia (Międzylesie)

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Szklarnia
Wappen fehlt
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Szklarnia (Polen)
Szklarnia
Szklarnia
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Landkreis: Kłodzko
Gmina: Międzylesie
Geographische Lage: 50° 9′ N, 16° 42′ O50.15722222222216.703055555556Koordinaten: 50° 9′ 26″ N, 16° 42′ 11″ O
Höhe: 480 m n.p.m
Einwohner:
Telefonvorwahl: (+48) 74
Kfz-Kennzeichen: DKL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Międzylesie–Szklarnia
Nächster int. Flughafen: Breslau

Szklarnia (deutsch Gläsendorf) ist ein Dorf im Süden des Powiat Kłodzki in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Es gehört zur Gemeinde Międzylesie (Mittelwalde), von der es zehn Kilometer südöstlich entfernt ist.

Geographie[Bearbeiten]

Szklarnia liegt im Süden des Glatzer Kessels im Glatzer Schneegebirge. Im Südosten liegt der 795 m hohe Glaserberg (Urwista), von dem sich vermutlich die Ortsbezeichnung ableitet. Nachbarorte sind Michałowice und Goworów im Norden, Jodłów im Osten, Potoczek im Südosten, Pisary im Süden, Dolnik im Südwesten, Międzylesie im Westen und Nagodzice im Nordwesten. .

Geschichte[Bearbeiten]

Gläsendorf wurde erstmals 1358 als Gleserdorf erwähnt und 1472 mit der tschechischen Bezeichnung Sklenerwicze genannt[1]. Es war zunächst zur Herrschaft Mittelwalde untertänig und gehörte zum Habelschwerdter Distrikt im Glatzer Land, mit dem es die Geschichte seiner politischen und kirchlichen Zugehörigkeit teilte. Nachdem um 1610 die Herrschaft Mittelwalde unter den Söhnen des David von Tschirnhaus aufgeteilt worden war, erhielt der älteste Sohn Friedrich die Dorfschaften Schönfeld, Hain, Neundorf, Lauterbach, Gläsendorf, Thanndorf und Neißbach, die fortan die Herrschaft Schönfeld bildeten. Schon vorher wurden die Besitzungen vom Lehen ins Erbe versetzt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Gläsendorf am 17. Juli 1643 von den schwedischen Truppen bis auf vier Bauernhöfe abgebrannt.

1648 gelangte Gläsendorf zusammen mit der Herrschaft Schönfeld an Michael Ferdinand von Althann, dem bereits die Herrschaften Mittelwalde und Wölfelsdorf gehörten. Er errichtete mit kaiserlicher Genehmigung aus den Herrschaften Schönfeld, Mittelwalde und Wölfelsdorf ein Majorat, das bis 1945 im Besitz der Familie von Althann verblieb.

Nach den Schlesischen Kriegen kam Gläsendorf zusammen mit der Grafschaft Glatz 1763 mit dem Hubertusburger Frieden an Preußen. Für Anfang des 19. Jahrhunderts sind nachgewiesen: Eine Begräbniskapelle, eine Erbschölzerei, ein Schulhaus, eine Mehlmühle, ein Kalksteinbruch, 21 Bauern, ein Stückmann sowie 27 Gärtner und Häusler. Es bildete eine eigene Dorfgemeinde und zählte im Jahre 1802 333 Einwohner. Unter diesen befanden sich je ein Schneider, Fleischer, Schmied, Bäcker und Schuhmacher.

Nach der Neugliederung Preußens gehörte Gläsendorf seit 1815 zur Provinz Schlesien und war zunächst dem Landkreis Glatz eingegliedert. 1818 erfolgte die Umgliederung in den Landkreis Habelschwerdt, zu dem es bis 1945 gehörte. Ab 1874 gehörte Gläsendorf zusammen mit den Landgemeinden Hain, Lauterbach, Michaelsthal, Neundorf, Alt Neißbach, Neu Neißbach, Schönfeld und Thanndorf zum Amtsbezirk Lauterbach. 1939 wurden 346 Einwohner gezählt.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Gläsendorf 1945 wie fast ganz Schlesien an Polen und wurde in Szklarnia umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Die neuen Bewohner waren zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen. Die Zahl der Einwohner ging deutlich zurück. Von 1975–1998 gehörte Szklarnia zur Woiwodschaft Wałbrzych.

Glashütte Gleserdorf[Bearbeiten]

In einer Urkunde vom 30. September 1368, mit der die Söhne des Otto von Glubos (Glaubitz) auf Mittelwalde dessen hinterlassene Besitzungen teilten, wird eine Glashütte in „Gleserdorf bei Mittelwald“ erwähnt. Daraus kann geschlossen werden, dass die Hütte in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts gegründet wurde und somit die älteste nachgewiesene Hütte im Glatzer Land war und zwei Jahre früher beurkundet ist als die älteste schlesische Hütte in Schreiberhau. Die Hütte bestand mehr als 200 Jahre. Nach Verbrauch des umliegenden Waldes rückte sie immer weiter in das Glatzer Schneegebirge vor. Auf dem von ihr gerodeten Grund entstand nach der zitierten Urkunde das Dorf Neißbach.

Kirchliche Verhältnisse[Bearbeiten]

Gläsendorf gehörte zunächst zur Pfarrkirche in Lauterbach und kam später als Filiale zur Pfarrkirche Schönfeld. 1801 wurde auf einem Grund, der zur Erbschölzerei gehörte, mit dem Bau einer Begräbniskapelle begonnen. 1802 stürzte der noch nicht fertiggestellte Turm um, wobei ein Maurerlehrling aus Herzogswalde getötet wurde. Erst am 15. August 1803 wurde die Kirche vom Glatzer Dechanten Carl Winter, der in Mittelwalde als Pfarrer amtierte, eingeweiht. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Toten auf dem Friedhof von Gläsendorf bestattet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die dem hl. Florian geweihte Kirche wurde 1801–1803 als Begräbniskirche errichtet. Das Altarbild stellt den Kirchenpatron dar. Die Kirche ist von einer Mauer umgeben.

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Marek Šebela, Jiři Fišer: České Názvy hraničních Vrchů, Sídel a vodních toků v Kladsku. In: Kladský Sborník 5, 2003, S. 382