Tacht-i Suleiman

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36.603947.235Koordinaten: 36° 36′ 14″ N, 47° 14′ 6″ O

Karte: Iran
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Tacht-i Suleiman
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Iran
Thron des Salomon

Der Tacht-i Suleiman (persisch ‏تخت سلیمان‎, DMG Thron des Salomo) ist ein Gebäudekomplex, bestehend aus dem Palast, dem Feuertempel mit Peribolos und Befestigungsanlagen aus der späten Sassanidenzeit (etwa 420–640 n. Chr.). Er liegt auf einem Travertinhügel in 2200 m Höhe, 250 km im östlichen Schahrestan (Distrikt) Takab der Provinz West-Aserbaidschan. Begünstigt wurde die Nutzung dieses abgelegenen Platzes durch einen warmen Quellsee von etwa 90 m Durchmesser und bis zu 100 m Tiefe.

Geschichte[Bearbeiten]

Diese Gründung der Parther heißt mittel-persisch Schiz, neu-persisch Djiz. Die mongolischen Ilchane nannten die Stätte Saturiq/Soqurluq und die Araber Esch Schiz. Der heutige Name Tacht-i Suleiman taucht nach der timuridischen Eroberung des Irans im 14. Jahrhundert auf. Seit 2003 gehört der Tacht-i Suleiman zum UNESCO-Weltkulturerbe. 3 km entfernt liegen der Felskegel Zendan-i Suleiman (Gefängnis Salomos) mit einer Siedlung und einem Heiligtum, sowie der Tumulus Tepe Madjid. Die Anlage ist durch eine etwa 1100 m lange Mauer umgeben.

Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Die erste Untersuchung erfolgte 1937 durch eine amerikanische Forschergruppe unter A. U. Pope. Die Erforschungen der Eurasienabteilung des DAI wurden von Rudolf Naumann, Hans Henning von der Osten, D. Huff, W. Kleiss und U. Harb in den Jahren 1959–1966 und 1968–1975 durchgeführt. Die umfangreiche Dokumentation der Ausgrabungen wird in der Eurasien-Abteilung in Berlin aufbewahrt.

Die ersten Bauten an der Stätte stammen bereits aus der Zeit der Parther (vor 224 n.Chr.). Die Grabungen ergaben, dass Tacht-i-Suleiman mit dem zoroastrische Feuerheiligtum Atur Guschnasp (auch „Adur“ geschrieben) identisch ist, während der Palast von sassanidischen Großkönigen bewohnt wurde. Spätestens seit Bahram V. kamen die sassanidischen Perserkönige nach ihrer Thronbesteigung und vor größeren Feldzügen hierher, um religiösen Zeremonien beizuwohnen. Der oströmische Kaiser Herakleios scheint die Anlage in den 620er Jahren zerstört zu haben.

Nach dem Ende des Sassanidenreiches wurde der Platz von Abaqa Khan, dem Enkel des mongolischen Herrschers Dschingis Khan beherrscht. Eine sakrale Bedeutung hatte er zu dieser Zeit nicht mehr.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietrich Huff: Takht-I-Suleiman – Der Thron des Salomo in den iranischen Bergen. In: Bild der Wissenschaft. 7/1982.
  • Wolfram Kleiss: Zendani-I-Suleiman. Die Bauwerke. Wiesbaden 1971.
  • Josef Wiesehöfer: „Königsfeuer“ und „Thron Salomons“. Der Tacht-i Sulaiman in Iranisch-Azerbaidschan. In: A. C. Messner, K. Hirschler (Hrsg.): Heilige Orte in Asien und Afrika. Räume göttlicher Macht und menschlicher Verehrung. Schenefeld/Hamburg 2006, ISBN 3-936912-19-X, S. 59–77.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Takht-i-Suleiman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]