Thron

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Thron (Begriffsklärung) aufgeführt.
Königlicher Thron im Schloss Ludwigsburg

Als Thron (von lat. thronus zu gr. thrónos „Stuhl, [Herrscher]Sitz“) wird der meist opulent gestaltete Stuhl als Insigne eines Monarchen bezeichnet, auf dem dieser zu besonderen Anlässen Platz nimmt. Thron kann abstrakt auch die Monarchie selbst meinen.

Throne in der Antike[Bearbeiten]

In der Antike sind Throne von Anbeginn das Symbol der Könige und Götter gewesen. Der Thron diente für die Krönungszeremonien und die Inthronisation. Dem Thron wurde eine direkte Verbundenheit mit der königlichen Macht zugesprochen. Die Griechen reservierten nach Homer einen zusätzlichen leeren Thron im königlichen Palast und den Tempeln für die Götter. Der berühmteste dieser Throne war der Thron von Apollo in Amyklai. Die Römer hatten auch zwei Throne, einen für den Kaiser und einen für die Göttin Roma, deren thronende Statuen zum religiösen Zentrum wurden. Für die Hethiter waren die Throne selbst Götter.

Throne in der Bibel[Bearbeiten]

Die Bibel erwähnt vielfach Throne. Gott regierte von einem Thron und auch König Salomo (als Repräsentant Gottes auf Erden): „Ferner ließ der König einen großen Thron aus Elfenbein anfertigen und mit bestem Gold überziehen. Sechs Stufen führten zum Thron hinauf. An seiner Rückseite war der Kopf eines Jungstiers und zu beiden Seiten des Sitzes befanden sich Armlehnen. Zwei Löwen standen neben den Lehnen und zwölf zu beiden Seiten der sechs Stufen. Dergleichen ist noch für kein Königreich geschaffen worden.“ (1 Kön 10,18-20 EU). Die Beschreibung des Thrones Salomons wurde bis ins 20. Jahrhundert hinein immer wieder in der bildenden Kunst (Thronsessel Gottes, Marias, Jesu, der heiligen Bischöfe, des Königs Salomo), aber auch in der Anlage von Thronen zum Vorbild genommen, zuletzt wahrscheinlich in der des Thrones für Kaiser Wilhelm II. im Palazzo Caffarelli durch den Berliner Architekten Alfred Messel (1894-1898). Im Mittelalter verband man den Thron von Salomo mit Maria.

Im Neuen Testament verhieß Jesus den Aposteln einen Platz auf den „zwölf Thronen“, wo die zwölf Stämme Israel richten würden (Mt 19,28 EU).

Der Prophet Johannes schaut in der Offenbarung: „Dann sah ich einen großen weißen Thron und den, der auf ihm saß; vor seinem Anblick flohen Erde und Himmel und es gab keinen Platz mehr für sie.“ (Offb 20,11 EU).

Throne im Koran[Bearbeiten]

Auch im Koran werden Throne erwähnt. "Und Er (Gott) ist es, der Himmel und Erden in sechs Tagen erschuf und sein Thron war auf dem Wasser" [Surat Houd Ayah 6]

Kirchliche Throne[Bearbeiten]

In der Hierarchie der katholischen Kirche sind Throne zum Beispiel der Sitz des Bischofs: die Cathedra. Der Thron des Papstes ist die Cathedra Petri (siehe auch: Heiliger Stuhl). Heute hat der Thron in der katholischen Kirche nur mehr symbolische und zeremonielle Bedeutung. Sofern frühromanische Kirchen über ein Westwerk verfügen, befand sich in ihm ein Fürstenthron als symbolisches Gegenüber des Altars (geistliche und weltliche Macht).

Königsthron[Bearbeiten]

Die Thronsetzung war lange Zeit wichtiges Element der Königserhebung, so 936 bei der Wahl Ottos I. bei der Thronsetzung auf den Karlsthron in Aachen. Eine ähnliche Bedeutung kam dem Herzogstuhl bei der Erhebung der Herzöge zu, wegen der fehlenden Krönung ist hier die Thronsetzung freilich noch konstitutiver.

Liste bekannter Throne[Bearbeiten]

Drachenthron in der Verbotenen Stadt

Anekdotisches[Bearbeiten]

Die Staatliche Rechtschreibkonferenz von 1901 erklärte Konrad Dudens Orthografieregeln für allgemeinverbindlich. Zu diesen Regeln zählte auch, dass in den mit "T" beginnenden Worten, die bis dahin hinter dem "T" immer mit "H" geschrieben wurden (z. B. "Thatsache"), dieses "H" entfiel; jedoch mit der wilhelminischen Einschränkung, dass das Wort Thron unverändert bleiben müsse.

Dass die th-Schreibweise in Wörtern griechischen Ursprungs wie Thron in der deutschen Rechtschreibung beibehalten wurde, wurde oft dem persönlichen Einwirken des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. zugeschrieben. Das „th“ ist aber ein typisches Attribut zahlreicher griechischer Lehnwörter, zu denen auch Thron (griechisch: thrónos, „Stuhl“, „Herrschersitz“) gehört.

Literatur[Bearbeiten]

  • H. Eickhoff, Himmelsthron und Schaukelstuhl. Die Geschichte des Sitzens (1993).
  • Hartwig Fischer, Ein wilhelminisches Gesamtkunstwerk auf dem Kapitol. Hermann Prell und die Einrichtung des Thronsaales in der Deutschen Botschaft zu Rom 1894-1899, Mewe-Verlag, Basel, 1998.
  • H. Jung, Thronende und sitzende Götter: zum griechischen Götterbild und Menschenideal in geometrischer und früharchaischer Zeit (1982).
  • H. Kyrieleis, Throne und Klinen. Studien zur Formgeschichte altorientalischer und griechischer Sitz- und Liegemöbel vorhellenistischer Zeit (1969).
  • M. Metzger, Königsthron und Gottesthron. Thronformen und Throndarstellungen in Ägypten und im Vorderen Orient im dritten und zweiten Jahrtausend vor Christus und deren Bedeutung für das Verständnis von Aussagen über den Thron im Alten Testament, Alter Orient und Altes Testament 15/1 (Text), 15/2 (Katalog und Bildtafeln) (1985).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Throne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Thron – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen