Talca

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Talca, die gleichnamige Provinz der Artikel Provinz Talca.
Talca (Chile)
Talca
Talca
Luftbild
Alameda von Talca
Kathedrale von Talca
Museum
Parque Vilches, Panorama

Talca ist eine Stadt in Chile, Hauptstadt der Región del Maule. Sie hat 197.400 Einwohner (Stand: 2005).

Talca liegt an der Panamericana inmitten einer vom Wein- und Obstanbau geprägten, fruchtbaren Ebene, etwa auf halbem Weg zwischen der Pazifikküste und der Andenkordillere. Die Stadt und ihr Umland haben einen relativ ländlichen Charakter.

Geografie und Klima[Bearbeiten]

Talca liegt etwa 250 km südlich der Hauptstadt Santiago. Durch Talca fließt der Río Claro, der später in den Río Maule mündet. Die Stadt liegt in einem Becken, das von den Tälern dieser Flüsse gebildet wird, und ist von Hügeln umgeben.

Das Klima ist mediterran mit warmen Sommern von November bis April. Die Winter sind regenreich und kühl, Schnee fällt in Talca aber sehr selten.

Rund um Talca erstreckt sich die Heimat der Huasos, einer Art chilenischer Cowboys oder Gauchos, mit verträumten Haciendas aus kolonialen Zeiten.

Im Umland findet man auch viele Naturschönheiten auf engem Raum: eine beschauliche Landidylle, sehr viele Weingüter, die mit einem Bummelzug erreichbare Pazifikküste, urwüchsige Naturwälder und das beeindruckende Hochgebirgspanorama der Andenkordillere.

Die Region bildet klimatisch den Übergang zwischen dem wärmeren und trockenen Norden und dem kalten und regenreichen Süden Chiles. In dieser Zone gibt es daher eine besonders artenreiche Flora und Fauna.

Geschichte[Bearbeiten]

Talca wurde 1692 von Generalgouverneur Tomás Marín de Poveda gegründet. Am 17. Februar 1742 erhielt sie den Namen Villa San Agustín de Talca von Gouverneur José Antonio Manso de Velasco. Am 6. Juni 1796 erhielt sie die Stadtrechte.

In Talca befindet sich auch das Haus, in welchem Bernardo O'Higgins im Jahr 1818 die Proklamation der Unabhängigkeit Chiles unterzeichnete. Es ist heute ein Museum. Vorher hatte Ramón Freire y Serrano die Stadt eingenommen.

1859 wurde Talca von dem Rebellen und Revolutionär José Ramón Vallejos angegriffen. Am 22. Februar 1859 evakuierte Eleuterio Ramirez Molina die Stadt ohne kriegerische Handlungen.

Am 1. Dezember 1928 traf Talca ein schweres Erdbeben, bei dem rund 100 Bewohner der Stadt starben.

Bei dem Erdbeben am 27. Februar 2010 wurden weite Teile des historischen Stadtkerns stark beschädigt oder zerstört.[1] Es gab Todesopfer in Talca und das in großen Teilen einsturzgefährdete Krankenhaus der Stadt musste geschlossen werden.[2]

Unweit der Stadt liegt die berüchtigte deutschsprachige Siedlung Colonia Dignidad.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Überall in der Stadt finden sich Häuser im Kolonialstil. Das Haus, in welchem Bernardo O'Higgins 1818 die Proklamation der Unabhängigkeit Chiles unterzeichnete, beherbergt heute das Museo O'Higginiano y de Bellas Artes.

Talca ist Ausgangspunkt für Ausflüge in die umliegende Region und nach Vilches, einem Park in den Anden.

Die Umgebung der Stadt ist eine beschauliche Landidylle mit vielen Naturschönheiten auf engem Raum, Weingütern, urwüchsigen Naturwäldern und den beeindruckendem Hochgebirgspanorama der Andenkordillere.

Die Pazifikküste ist mit einem Bummelzug erreichbar.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Rund um Talca wird Wein, Obst und Gemüse angebaut. Der Wochenmarkt von Talca, auf dem die Bauern aus der Region ihre Erzeugnisse feilbieten, gehört zu den bekanntesten Erzeugermärkten Mittelchiles.

Die Stadt liegt an der Panamericana, der wichtigsten Landstraße, die Chile von Nord nach Süd durchquert. Die Straße ist in dieser Gegend Chiles autobahnähnlich ausgebaut.

In Talca gibt es mehrere Konservenfabriken und andere Industrieansiedlungen, eine Universität und drei Zeitungen, El Maule, La Prensa und El Centro. Die Wirtschaft ist besonders von Betrieben geprägt, die landwirtschaftliche Erzeugnisse verarbeiten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter:

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.guardian.co.uk/world/2010/feb/28/hundreds-feared-dead-chile-earthquake
  2. http://www.nytimes.com/2010/03/01/world/americas/01chile.html?pagewanted=2&hp

Weblinks[Bearbeiten]

-35.433333333333-71.666666666667Koordinaten: 35° 26′ S, 71° 40′ W