Tanda (Niger)

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Landgemeinde Tanda
Landgemeinde Tanda (Niger)
Landgemeinde Tanda
Landgemeinde Tanda
Koordinaten 11° 59′ N, 3° 19′ O11.9877777777783.3158333333333Koordinaten: 11° 59′ N, 3° 19′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Dosso
Departement Gaya
Einwohner 49.973 (2012)

Tanda ist eine Landgemeinde im Departement Gaya in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Tanda liegt am Fluss Niger in der Großlandschaft Sudan und grenzt im Südwesten an den Nachbarstaat Benin. Die Nachbargemeinden in Niger sind Sambéra im Nordwesten, Yélou im Nordosten und Gaya im Südwesten. Das Gemeindegebiet ist in 15 administrative Dörfer, 79 traditionelle Dörfer, fünf Weiler und ein Lager gegliedert.[1] Der Hauptort der Landgemeinde ist das administrative Dorf Tanda.[2] Im Gemeindegebiet befindet sich die bewohnte Flussinsel Lété, die der Republik Niger in einem Grenzkonflikt mit Benin 2005 zugesprochen wurde.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Tanda wurde vom Volk der Tchianga, das im 17. Jahrhundert das Gebiet des heutigen Departements Gaya besiedelte, gemeinsam mit aus Gao zugewanderten Songhai gegründet.[4] Als die Mission Voulet-Chanoine 1899 im Zuge der Unterwerfung Nigers durch die Kolonialmacht Frankreich in das Gebiet kam, ließ Tanda alle weiblichen Einwohner evakuieren.[5]

Die Landgemeinde Tanda entstand 2002 bei einer landesweiten Verwaltungsreform. Ihr Territorium gehörte bis dahin gemeinsam mit Tounouga zum Kanton Gaya. Bei der Flutkatastrophe in West- und Zentralafrika 2010 wurden 2031 Einwohner von Tanda als Katastrophenopfer eingestuft.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Tanda 33.647 Einwohner.[7] Bei der Volkszählung 2012 betrug die Einwohnerzahl 49.973.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Tanda gibt es mehrere Wochenmärkte. Der Markttag ist Montag im Hauptort Tanda und Donnerstag im administrativen Dorf Sia.[9] Der Markt von Tanda ist einer der größten in der Region und zieht Händler aus den Nachbarländern Benin und Nigeria an. Im Osten des Gemeindegebiets wird Bewässerungsfeldwirtschaft betrieben, unter anderem für den Anbau von Reis.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 8. November 2010.
  2. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  3. Abdourahmane Idrissa und Samuel Decalo: Historical Dictionary of Niger. 4. Aufl., Scarecrow, Plymouth 2012, ISBN 978-0-8108-6094-0, S. 99.
  4. Problématique générale du foncier dans la commune urbaine de Gaya (PDF; 1,4 MB). Website der Entwicklungshilfeorganisation SNV, veröffentlicht im Dezember 2008, abgerufen am 24. November 2013.
  5. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 206.
  6. Situation des besoins des populations victimes d’inondations (2010). Website des Centre d’Information et de Communication, veröffentlicht am 23. September 2010, abgerufen am 31. März 2012.
  7. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 54.
  8. Présentation des résultats globaux définitifs du Quatrième (4ème) Recensement Général de la Population et de l’Habitat (RGP/H) de 2012. Institut National de la Statistique, 2014, abgerufen am 21. April 2014 (PDF-Datei, französisch).
  9. Olivier Walther: Affaires de patrons. Villes et commerce transfrontalier au Sahel. Peter Lang, Bern 2008, ISBN 978-3-03911-468-9, S. 193.
  10. Olivier Walther: Affaires de patrons. Villes et commerce transfrontalier au Sahel. Peter Lang, Bern 2008, ISBN 978-3-03911-468-9, S. 265.