Team Eifelland Caravans

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Eifelland
Team Eifelland Caravans
Name
Unternehmen
Unternehmenssitz Mayen
Teamchef DeutschlandDeutschland Günther Hennerici
Statistik
Erster Grand Prix Südafrika 1972
Letzter Grand Prix Österreich 1972
Gefahrene Rennen 8
Konstrukteurs-WM 0
Fahrer-WM 0
Rennsiege 0
Pole Positions 0
Schnellste Runden 0
Punkte 0

Team Eifelland Caravans war ein Motorsportteam, das 1972 auch in der Formel-1-Weltmeisterschaft am Start war.

Geschichte[Bearbeiten]

Günther Hennerici, der mit dem Bau und dem Vertrieb von Wohnwagen zu Geld gekommen war, gründete Ende der 1960er-Jahre ein Motorsportteam. Mit ein Grund war, seiner späteren Ehefrau Hannelore Werner ein weiteres Engagement im Motorsport zu ermöglichen. Werner war in den 1960er-Jahren bis in die Formel 2 vorgestoßen, allerdings fuhr sie kaum Rennen für das Team ihres Mannes.

1970 kaufte Hennerici einen Brabham BT30 und stieg mit Rolf Stommelen als Fahrer in die Formel-2-Europameisterschaft ein. Stommelen war ein schneller Fahrer, der Nachteil war aber, dass er als A-Fahrer in der Europameisterschaft keine Punkte erzielen konnte. Nach zwei mäßigen Jahren in der Formel 2 wechselte das Team 1972 in die Formel-1-Weltmeisterschaft.

Rolf Stommelen im Eifelland-Formel-2-Brabham BT30 beim Eifelrennen 1970

Hennerici hatte einen kuriosen Plan. Er erwarb einen March 721 und ließ vom Objektdesigner Luigi Colani eine neue futuristische Karosserie entwerfen. Das Chassis bestand ausschließlich aus geschwungenen Linien und der Wagen erwies sich von Anfang an als so gut wie unfahrbar. Als die ersten Testfahrten mit dem Eifelland-March E21 anstanden, wurde rasch klar, dass das March-Fahrwerk sich nicht mit dem Colani-Chassis vertrug.

Beim Debüt beim Großen Preis von Südafrika mussten March-Heck- und Frontflügel montiert werden, damit der Wagen genügend Anpressdruck erhielt. Die geschwungene Cockpitumrandung blieb, musste aber bis zur Mitte der Saison mehrmals umgebaut werden, da der Motor zu wenig Kühlung bekam. Ein wichtiges Detail des Wagens, der offiziell als Eifelland Typ 21 an den Start ging, war der mächtige zentrale Rückspiegel, der knapp vor dem Lenkrand montiert war. Rolf Stommelen, der Fahrer, bezeichnete diesen Spiegel als zumindest gewöhnungsbedürftig.

Große Erfolge waren mit dem Fahrzeug nicht zu erzielen, aber Stommelen erreichte bei acht Starts immerhin sechs Zielankünfte. Als Hennerici im Sommer 1972 seine Caravanfirma verkaufte und auch die Lust am Motorsport verlor, war das Ende des Teams vorprogrammiert. Der Große Preis von Österreich war das letzte Rennen des Eifelland-Teams in der Formel-1-Weltmeisterschaft.

Der Rennwagen wurde verkauft und mit dem Erlös zwei Formel-3-March 723 erworben. Die Rennwagen liefen als Eifelland Typ 23 bei Formel-3-Rennen. 1974 tauchte ein Rheinland 374-Toyota – wiederum ein umgebauter March-Rennwagen – mit Harald Ertl am Steuer bei Formel-2-Rennen auf. Ende des Jahres verschwand das Team dann endgültig.

Verbleib des Eifelland-Formel-1[Bearbeiten]

Nachdem Hennerici das Wohnwagengeschäft aufgegeben hatte, erhielt Rolf Stommelen den Formel-1-Wagen samt zwei Ersatzmotoren als Ausgleich für seine Lohnforderungen. Nach insgesamt acht Rennen verkaufte Stommelen das Auto über Bernie Ecclestone an John Watson, der es im zweiten Einsatz so stark beschädigte, dass es nicht wieder aufgebaut wurde.

1976 entdeckte Stommelens ehemaliger Rennmonteur Erwin Derichs († 30. Januar 2012[1]), Mayen, das Wrack bei einem Schrotthändler in London, kaufte es, ließ es zunächst stehen und begann 2002 mit der Restaurierung. Viele Teile mussten nachgefertigt werden, unter anderem die stark beschädigte Karosserie. Von einem bei Luigi Colani noch vorhandenen, aber nicht mehr einsatzfähigen Exemplar konnten Formen abgenommen werden, die einen Neubau ermöglichten.

Acht Jahre arbeitete Derichs an dem Rennwagen, bevor er ihn beim Truck Grand Prix am Nürburgring erstmals vorführte. Einsätze bei Oldtimerrennen sind geplant.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Der Eifel-Geist. In: Oldtimer Markt. September 2010, S. 184–189.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Informationen aus dem Clubleben – ADAC Themen, Allgemeiner Deutscher Automobil-Club Mittelrhein, Hohenzollernstr. 24, Koblenz, 1. April 2012.
  2. Dirk Ramackers: Die wunderbare Auferstehung des Eifelland-Formel-1. Nachdruck aus Oldtimer Markt in Rhein-Zeitung Nr. 220 vom 22. September 2010.