Bernie Ecclestone

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Ecclestone beim Großen Preis von Bahrain 2012

Bernard Charles „Bernie“ Ecclestone (* 28. Oktober 1930 in Ipswich, Suffolk, England) ist ein britischer Automobilsport-Funktionär, Unternehmer und Geschäftsführer der Formel-1-Holding SLEC (Formula One Group). Laut Forbes-Liste liegt sein geschätztes Vermögen bei rund drei Milliarden Euro.[1]

Leben[Bearbeiten]

Bernie Ecclestone wurde als Sohn einer Arbeiterfamilie am 28. Oktober 1930 in Ipswich geboren. Aufgewachsen in Bexleyheath, beendete er mit 16 Jahren die Schule und fand bei den örtlichen Stadtwerken eine Arbeitsstelle.

In seinen frühen Jahren fuhr Ecclestone bis 1958 selbst eher wenig erfolgreich Autorennen. So war er für die Teilnahme an zwei Formel-1-Rennen in der Saison 1958 gemeldet: Beim Großen Preis von Monaco und beim Großen Preis von Großbritannien. Allerdings konnte er sich beide Male nicht für das Rennen qualifizieren.

Außerdem war Ecclestone der Manager und Besitzer des Connaught-Teams und später des Brabham-Teams. Dazwischen firmierte er für einige Zeit als Manager von Jochen Rindt. Ab Anfang der 1970er Jahre investierte Ecclestone seine Arbeitskraft in die Professionalisierung der Formel 1 und vermarktet seitdem weltweit deren Rennveranstaltungen an Fernsehsender und Werbefirmen.

Am 1. September 2007 kauften Ecclestone und der damalige Renault-Teamchef Flavio Briatore den Londoner Fußballverein Queens Park Rangers. Die Kaufsumme betrug 1,5 Millionen Euro, zudem wurden Verbindlichkeiten in Höhe von 19,5 Millionen Euro getilgt.

Ecclestone war dreimal verheiratet. Von seiner ersten Frau Ivy hat er eine Tochter Deborah. Von Deborah stammt Ecclestones erster Enkel, der mittlerweile selbst Kinder hat, so dass Ecclestone Urgroßvater ist. Danach war er fast 25 Jahre mit Slavica Ecclestone (geb. Radić) verheiratet, einem ehemaligen Armani-Model aus Rijeka in Kroatien. Slavica ist 28 Jahre jünger als Ecclestone und überragt mit 1,88 m Körpergröße ihren Ex-Ehemann um 29 cm. Zusammen haben sie zwei Töchter, Tamara (* 1984) und Petra (* 1988). Die Ehe wurde am 11. März 2009 geschieden. Im August 2012 wurde bekannt, dass Ecclestone Fabiana Flosi geheiratet hat.

Kontroversen[Bearbeiten]

  • Im Mai 2007 löste Ecclestone einen Skandal aus, als er damit drohte, den bereits ausverhandelten neuen Stadtkurs von Valencia nicht zu realisieren, falls die konservative Partido Popular die bevorstehende Regionalwahl nicht gewinnen würde; dies wurde als Erpressung und politische Einmischung interpretiert.
  • Am 4. Juli 2009 erschien in der britischen Times ein Interview mit Ecclestone, in dem er die Politiker von heute mit Adolf Hitler (able to get things done „in der Lage, Dinge geregelt zu bekommen“) verglich und seine politischen Ansichten kundgab. Die Politiker von heute hätten zu viel Angst vor Wahlen und ließen Großbritannien untergehen. Er vertrat die Meinung, dass Hitler eigentlich kein wahrer Diktator war. Seiner Ansicht nach würde der damalige FIA-Präsident Max Mosley einen guten Premierminister für Großbritannien abgeben. Für seine Aussagen wurde er von politischen und jüdischen Gruppierungen gerügt und kritisiert.[2] Der Zentralrat der Juden in Deutschland forderte die Formel-1-Teams auf, Ecclestone zu boykottieren.[3] Ecclestone entschuldigte sich später für seine Äußerungen.[4]
  • Während des Prozesses wegen Korruption gegen ein ehemaliges Vorstandsmitglied der BayernLB beschuldigt der Oberstaatsanwalt Bernie Ecclestone. Er soll dem im Juni 2012 zu einer Haftstrafe von achteinhalb Jahren verurteilten ehemaligem Bankvorstand Gerhard Gribkowsky 44 Millionen Dollar Schmiergeld gezahlt haben, um einen Verkauf der BayernLB-Anteile an der Formel-1-Holding zu erreichen. Ecclestone bestreitet dies.[5] Mitte Juli 2013 erhob die Staatsanwaltschaft München Anklage gegen Ecclestone wegen Bestechung und Beihilfe zur Untreue.[6]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • In der alljährlichen Liste der reichsten Briten, die von der Sunday Times erstellt wird, liegt Ecclestone mit einem Vermögen von rund 2,2 Milliarden Britischen Pfund auf Platz 13.
  • Zusammen mit dem Luxemburger Kapitalfonds Genii Capital[7] wollte Ecclestone im Februar 2010 kurz vor „Toresschluss“ einen Mehrheitsanteil von Saab erwerben.[8]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Ecclestone-Bronzestatue am Hungaroring

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bernie Ecclestone – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Geld, Macht, Erfolg? Das bedeutet mir nichts. Gar nichts“ (Bild.de am 16. Oktober 2010)
  2. “‘Hitler? He got things done’, says Formula One chief Bernie Ecclestone” (Times Online am 4. Juli 2009)
  3. „Ecclestone fühlt sich missverstanden“ (Spiegel Online am 6. Juli 2009)
  4. „Ecclestone entschuldigt sich für Hitler-Lob“ (Spiegel Online am 8. Juli 2009)
  5. „Ecclestones Rolle im BayernLB-Prozess “ (Süddeutsche.de am 27. Juni 2012)
  6. Spiegel online: Verdacht auf Bestechung: Staatsanwaltschaft klagt Formel-1-Chef Ecclestone an, 17. Juli 2013
  7. „Gérard Lopez auch an Saab interessiert?“ (Luxemburger Wort am 8. Januar 2010)
  8. “Bernie Ecclestone linked to Saab rescue bid.” (The Guardian am 8. Januar 2010)
  9. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)