Tenorhorn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Vorlage:Infobox Musikinstrument/Wartung/Parameter Klangbeispiel fehlt

Tenorhorn
Tenorhorn B&S.jpg
Tenorhorn in ovaler (böhmischer) Bauweise
Klassifikation Aerophon
Blechblasinstrument
Tonumfang Tonumfang Euphonium.jpg
Tonumfang eines vierventiligen Tenorhorns
Verwandte Instrumente Baritonhorn, Euphonium, Posaune
Tenorhorn in gerader (deutscher) Bauweise

Das Tenorhorn ist ein weit mensuriertes Blechblasinstrument mit drei oder vier Ventilen. Es wird mit einem Kesselmundstück gespielt und gehört zur Familie der Bügelhörner. Die Grundrohrlänge ist (in B-Stimmung) mit 266 cm etwa doppelt so lang wie die des B-Flügelhorns. Gelegentlich wird das Tenorhorn auch als „Bassflügelhorn“ bezeichnet. Der Ausdruck „Ferkelbass“ bezeichnet das Bellfront-Bariton (ugs.: „Frontler“), eine 4-ventile Art des Tenorhorns, welches vornehmlich in der Oberkrainer-Musik als Wechselbass-Begleitinstrument zum Einsatz kommt. Das Bellfront-Bariton zählt aufgrund seiner geraden Bauweise jedoch nicht zur Gruppe der Bügelhörner.

Historisches[Bearbeiten]

Durch das Tenorhorn wurde eine Lücke in der Instrumentierung zwischen den tiefen Blechblasinstrumenten (Tuba) und den (tiefen) Es-Trompeten der Alt-Lage geschlossen, die sich durch das Verschwinden z. B. der Ophikleide infolge der Erfindung und Verwendung der Ventile aufgetan hatte. Erstmals eingesetzt wurde es 1847 in der Militärmusik.

Klangeigenschaften[Bearbeiten]

Als Mitglied der Bügelhorn-Familie weist das Tenorhorn eine konische Mensur auf, die jedoch enger ist als die des Baritonhorn (das etwa gleich lang ist), weshalb sich demgegenüber auf dem Tenorhorn höhere Naturtöne leichter erzeugen lassen. Sein Ton wird im Verhältnis zum Bariton in hohen Lagen als klanglich härter und schärfer empfunden. In der Regel wird das Tenorhorn im Gegensatz zum Bariton im Violinschlüssel und in „klingend b“ notiert. Der Klang des Baritonhorns dagegen erscheint dem Hörer gerade in tiefen Lagen als voller, voluminöser und wärmer. Noch einen Schritt weiter will man mit der Konstruktion des Kaiserbaritons gehen; hier versprechen sich einige Musiker einen noch volleren Klang.

Der Tonumfang des Tenorhorns reicht

  • bei 3 Ventilen vom E bis zum b' (klingend) bzw. fis - c3 (in B-Notation)
  • bei 4 Ventilen vom E (plus Quarte tiefer) bis b'.

Der Einfluss von Metalllegierungen und Oberflächenqualitäten auf die Klangeigenschaften des Instrumentes wird des Öfteren heiß diskutiert, konnte jedoch bis dato nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Musikalische Verwendung[Bearbeiten]

Das Tenorhorn findet insbesondere Verwendung in der Volksmusik, Blasmusik und in der Militärmusik.

Bauformen[Bearbeiten]

Man unterscheidet

  • ovale Bauform mit Drehventilen („Böhmisches“ Tenorhorn)
  • gerade Bauform mit Perinetventilen („Euphonium“, heute im amerikanischen Raum sehr verbreitet)
  • gerade Bauform mit Drehventilen („Deutsches“ Tenorhorn)
  • Ab 1964 wurde ein Naturtoninstrument in Es-Stimmung entwickelt und in Naturton-Fanfarenzügen als „Tenorhorn“ eingesetzt. Durch dieses Instrument wurde der Tonumfang der Fanfarentrompete um eine Oktave tiefer erweitert. Dieses Instrument wurde ebenfalls mit einem tiefen Kesselmundstück geblasen und hatte einen dem Waldhorn ähnlichen, weichen Klang.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tenorhorn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Tenorhorn – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen