Terminalserver

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
QS-Informatik

Dieser Artikel wurde wegen inhaltlicher Mängel auf der Qualitätssicherungsseite der Redaktion Informatik eingetragen. Dies geschieht, um die Qualität der Artikel aus dem Themengebiet Informatik auf ein akzeptables Niveau zu bringen. Hilf mit, die inhaltlichen Mängel dieses Artikels zu beseitigen, und beteilige dich an der Diskussion! (+)
Begründung: Ergänzen und mit Quellen versehen --Pittimann besuch mich 20:44, 25. Feb. 2010 (CET)

Terminalserver stellen in einem Netzwerk Terminals zur Verfügung, die von zentralen Anwendungen auf anderen Rechnern als Ein-/Ausgabegeräte verwendet werden können. Ursprünglich waren das tatsächlich physische Geräte, an die über mehrere RS232-Anschlüsse sogenannte „dumme“ Terminals als Arbeitsplatz angeschlossen werden konnten. Die Anwendung konnte dann über das Netz mit dem Benutzer an einem solchen Terminal kommunizieren, bei Mehrplatzfähigkeit auch mit mehreren.

Inzwischen wird die Funktion des Servers und die des Terminals vollständig innerhalb eines PC durch Applikationen wie z. B. PuTTY abgebildet. Auf diesen PC werden keinerlei Dateien gespeichert. Auf diese Weise können in Verbindung mit Thin Clients (minimal PC mit einem Terminalserver Client) Anwendungen sehr kostengünstig und wartungsarm Benutzern zur Verfügung gestellt werden.

Dieses Prinzip der nur einmal zentral installierten Anwendung, die über das Netz von mehreren lokalen Rechnern verwendet werden kann, ist geblieben, nur dass nun vollständige graphische Oberflächen statt einfacher Commandline-Funktionalitäten angeboten werden können.

Diesem Konzept folgen diverse Software-Hersteller. Die prominentesten Vertreter sind die Remotedesktopdienste des Windows-Servers 2008 R2 vom Microsoft. Seit Windows Server 2000 sind sie Teil des Betriebssystems und können bei Bedarf aktiviert werden. Für die Verwaltung von mehreren Terminal-Servern und zusätzlichen Diensten kommen in der Praxis oft die Produkte der Firma Citrix zum Einsatz.

Idee[Bearbeiten]

Mit Terminal-Servern ist es möglich, Daten und die erforderlichen Anwendungen zentral und vom Endgerät unabhängig zur Verfügung zu stellen. Ein Mitarbeiter einer Firma kann auf diese Weise weltweit auf seine Daten und Anwendungen von beliebigen Endgeräten zugreifen. Die Daten und Anwendungen verlassen dabei nie das interne Netzwerk, lediglich die Bildschirmausgabe wird zum Terminal übertragen. In die andere Richtung werden nur Mausbewegungen und Tastatureingaben gesendet. So ist es möglich, sogar über sehr eingeschränkt leistungsfähige WAN-Leitungen mit komplexen Programmen zu arbeiten. Seit einigen Jahren ist dieses Prinzip auch als Cloud-Computing bekannt.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Bei einem Terminal Server werden die Anwendungen, welche veröffentlicht werden sollen, auf ihm ganz klassisch installiert. Später können dann mittels einer Management-Konsole einzelne Anwendungen oder sogar der ganze Desktop den Anwendern zur Verfügung gestellt werden. Letzteres ist in der Regel beim Einsatz von Thin Clients der Fall, da sie selber oft gar keinen Desktop haben. Die Anwender arbeiten dann direkt auf dem Desktop des Servers und starten alle benötigten Anwendungen direkt aus dem Startmenü. Sie bemerken dabei nicht, dass sie nicht alleine sondern mit vielen anderen Personen dasselbe Tabellenkalkulationsprogramm oder den Webbrowser benutzen. Selbst im Task Manager sehen sie nur ihre eigenen Prozesse, sie behindern sich gegenseitig nicht. Die lokale Festplatte des Terminalservers wird dabei oft ausgeblendet, so dass die User nur ihre Netzlaufwerke zur Verfügung haben. Die Anzahl der Benutzer pro Terminal Server hängt stark von den eingesetzten Anwendungen und der zugrunde liegenden Hardware ab. Seit dem Umstieg auf die 64-Bit-Technologie und dem damit verbundenen Wegfall der 4-GB-Arbeitsspeicher-Grenze ist die Anzahl der User auf einem Terminalserver theoretisch nach oben offen.

Hardware[Bearbeiten]

Die wenigsten Server lasten ihre Hardware auch nur ansatzweise aus; das ist auch der Grund, weshalb die Virtualisierung sich großer Beliebtheit erfreut, da sie ungenutzte Hardware-Ressourcen sinnvoll nutzen kann. Anders ist das bei Terminalservern, die nach Anzahl der User stark bis sehr stark ausgelastet sein können. In der Praxis werden für Terminalserver platzsparende Hardware-Varianten wie 1HE-Rack-Server oder Blades eingesetzt, da sie keine Datenhaltung haben. Mittlerweile ist auch keine Systemfestplatte mehr notwendig, da moderne Server ein Virtualisierungssystem direkt von einem USB-Stick starten können. Durch die große Anzahl von parallelen Prozessen sind Terminalserver hervorragend geeignet für die effektive Nutzung von (mehreren) Mehrkernprozessoren (Dual Core, Quad Core, Hexa Core). Jedoch hat diese Skalierung der Hardware auch Grenzen. Selbst wenn man mit vielen Prozessorkernen und sehr großem Arbeitsspeicher die Useranzahl immer weiter vergrößern kann, kommt man dann irgendwann an die Grenzen der Netzwerkkarte oder des Festplattensubsystems. Genau dann und aus Gründen der Ausfallsicherheit kommen mehrere Terminalserver zum Einsatz, so genannte Terminalserver-Farmen.

Dienste in einem Betriebssystem[Bearbeiten]

Auf Computern unter Microsoft Windows XP oder einem Betriebssystem der Windows Server 2003-Produktfamilie ist das Clientprogramm für Terminaldienste (Remotedesktopverbindung) standardmäßig (default) installiert.

Microsofts Systemdienst Terminalserver verwendet ein Remote Desktop Protocol (RDP) zur Verbindung, dieses ist die Server-Komponente (Serverrolle) der Terminaldienste (Terminal Services).[1] Seit Windows Server 2008 R2 wurden alle Terminal-Rollendienste umbenannt.[2] Der Terminalserver heißt nun Remotedesktop-Sitzungshost und Terminaldienste Remotedesktopdienste (Remote Desktop Services).

Einsatzgebiete von Terminalservern[Bearbeiten]

Terminalserver werden zumeist in Firmen eingesetzt, in denen eine große Anzahl von Mitarbeitern mit identischen Anwendungen arbeitet, wie z. B. in großen Behörden oder bei Versicherungen. Diese Anwendungen werden dann auf Terminalservern installiert und die Anwender greifen über Thin Clients (ggf. auch über Fat Clients) auf diese zu.

Wirtschaftlichkeit[Bearbeiten]

Beim Aufbau mit vielen Arbeitsplätzen (Clients) und einem leistungsstarken zentralen System (Host) wird die Wirtschaftlichkeit in einem Gesamtmodell bewertet, das beispielsweise berücksichtigt:

  • Anzahl der Clients für gleichzeitige Nutzung (Lizenzkosten)
  • Leistung des Servers und Redundanz (Hardwarekosten)
  • Aufwand für die Clients und lokale Sicherung (Wartungskosten der Hardware und Betriebskosten)
  • Aufwand für Änderungen der Anwendung (Pflegekosten der Applikation)
  • Auslegung des Netzwerks für die Transfers (Hardware- und Leitungskosten)
  • Sicherung und Schutz der Datenbestände (Ausfall- und Missbrauchsrisiken)
  • Zusammenfassung der Zugriffsmechanismen in einem gemeinsamen Konzept (Authentizität, Autorisierung und Missbrauchsrisiken)

Vorteile[Bearbeiten]

  • Da die Datenhaltung und die Verarbeitung der Daten auf dem entfernten (remote) Rechner stattfindet kann der lokale Arbeitsplatz (Client) mit dem Einsatz von Thin Clients kostengünstiger und robuster sein als beim Einsatz von vollwertigen Desktop-Computern mit eigener Festplatte etc.

Die Serverfunktion kann zudem mit einem leistungsfähigen Server (Host) für mehrere Serverfunktionen virtualisiert werden und erfordert keine eigene Hardware.

  • Bei Ausfall, Diebstahl oder Virenbefall des lokalen Endgeräts (Client) gehen die im geschützten Server gespeicherten Daten nicht verloren.
  • Auf den Terminal-Server (Host) kann aus dem Netzwerk zugegriffen werden. Somit kann der Anwender sich von jedem Ort der Welt mittels Internetverbindung als Terminal anmelden und hat dann alle auf dem Terminalserver installierten Anwendungsprogramme und Daten verfügbar.
  • Die Arbeitsplatz-Einzelkosten (Total Cost of Ownership, TCO) sinken bei großen Installationen erheblich.
  • Die Anwendungssoftware muss nur einmal auf dem Terminalserver installiert und gepflegt werden.
  • Der Pflegeaufwand verlagert sich auf das zentrale System (Host). Eine zentrale Änderung betrifft jeden Client.
  • An den lokalen PC-Systemen (Clients) müssen keine Anpassungen vorgenommen werden, lediglich die Terminal-Zugangssoftware muss vorhanden sein.
  • Eine redundante Installation kann solche Ausfälle vollständig überbrücken (hot swap)

Nachteile[Bearbeiten]

  • Zentralisierung: der Anlagenverbund ist grundsätzlich vom Netzwerk abhängig
  • Ein Ausfall eines nicht redundanten Servers betrifft alle Clients, eine Störung in dem Netzwerk behindert alle angeschlossenen Clients.
  • Hardwarekosten für einen leistungsstarken Terminalserver, der als zentrale Schnittstelle entsprechend performant gestaltet sein muss.
  • Die Softwarekompatibilität und das Lizenzmodell müssen passen: Nicht jede Standardsoftware läuft auf dem Terminalserver.

Unverändert[Bearbeiten]

  • Die Abhängigkeit von einer ständig bestehenden Netzwerkverbindung zwischen Client und Terminalserver ändert sich gegenüber einem Datenserver ohne die Applikation nicht.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Microsoft TechNet: Terminaldienste 2008
  2. Microsoft TechNet: Remotedesktopdienste seit Windows Server 2008 R2