Thin Client
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Thin Client (engl. wörtlich "dünner Dienstnutzer", inhaltlich bezogen auf Client-Server-Modell) bezeichnet innerhalb der elektronischen Datenverarbeitung eine Anwendung oder einen Computer als Endgerät (Terminal) eines Netzwerkes, dessen funktionale Ausstattung auf die Ein- und Ausgabe beschränkt ist.
Damit steht der Thin Client zwischen dem Konzept des Fat Client und dem des Ultra Thin Client:
Das Thin-Client-Konzept bedeutet, dass ein Client seine Daten möglichst vollständig von einem Server bezieht. Das beinhaltet teilweise sogar das komplette Betriebssystem. In einer weiteren Variante verfügt der Thin Client lediglich über ein stark abgespecktes Betriebssystem. Der Client hat gar keine Datenspeichermedien ("diskless client") und startet sein Betriebssystem entweder via Flash-Card oder über das Netzwerk (z. B. TFTP), auf dem dann auch alle Applikationen liegen.
Damit ist der Thin Client konzeptionell die Rückkehr des Terminals in die heute so oft PC-basierte Rechnerumgebung.
Hierbei existieren zwei Möglichkeiten:
- Erstens kann der Client sozusagen das Netzwerk als Datenspeicher nutzen, und die Programme statt von der Festplatte aus dem Netz laden und auf dem Client ausführen ("Thick Client")
- Zweitens kann der Client auch mit Hilfe spezieller Software (Citrix Presentation Server, Tarantella, Microsoft Terminal Server, NX, X Window System, Etherboot, PXE, AppliDis) nur die Ausgabe der gestarteten Programme wiedergeben, wobei diese auf einem zentralen Server gestartet und ausgeführt werden. Dies empfiehlt sich insbesondere für sehr rechenschwache Clients. Die Mausbewegungen und Tastaturanschläge werden hierbei von den Thin Clients über ein spezielles Protokoll (X Window System, Remote Desktop Protocol (RDP), Citrix ICA) an den Server gesendet. Der Server sendet die Ausgabe der Programme zurück zum Client, der diese nur noch anzeigen muss. D. h. auf den Thin Clients erfolgt nur die Ausgabe, nicht aber die Ausführung der Programme. Dieses Prinzip ist eher geeignet für ASP (Application Service Providing), weniger für Renderfarmen.
Je nach Anwendungsfall reicht die Ausstattung der Clients von relativ langsamen Prozessoren mit wenig RAM und integrierter Grafikkarte für einen extrem minimalistischen Arbeitsplatz (z.B. für Sekretariatsarbeiten, Textverarbeitung), bis hin zu extrem schnellen Prozessoren mit sehr viel Zwischenspeicher (RAM) und gar keiner Grafikkarte (z.B. für Renderfarmen in Grafikstudios). Beliebige Schattierungen zwischen diesen beiden Extremen sind je nach Anwendungsbereich möglich.
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[Bearbeiten] Vorteile
Der große Vorteil bei solchen Konzepten liegt darin, dass Änderungen auf dem Server - etwa die Installation eines neuen Programms oder sicherheitsrelevanten Updates - gleichzeitig allen Clients zugute kommen. Insofern ist ein solches System wartungsarm und zugleich hochgradig skalierbar. Die nachhaltige Nutzung von Altrechnern als Thin Client verlängert den Produktlebenszyklus der angeschafften Hardware, woraus sich ein erheblicher Kostenvorteil ergibt. Des Weiteren verbrauchen Thin Clients deutlich weniger Strom und arbeiten geräuschlos. Die Thin Clients selbst sind immun gegenüber Viren, benötigen keine aufwendige Installation und sind somit einfach zu warten und zu managen.
Außerdem lässt sich der Administrationsaufwand bei Einsatz von Thin Clients auf ein Minimum reduzieren. Mit dem Einsatz einer Remote-Management-Software, die von den Thin-Client-Herstellern bereitgestellt wird, lässt sich zentral das Netzwerk mit allen Thin Clients verwalten. So können Verbindungen zum Terminal-Server konfiguriert, Updates durchgeführt oder auch Support geleistet werden, ohne dass jeder einzelne Thin Client aufgesucht werden muss. Dies geschieht meist über Konfigurations-Images, die, nachdem sie erstellt wurden, an die zu konfigurierenden Thin Clients verteilt werden.
[Bearbeiten] Nachteile
Dieses „Setup“ ist erst bei einer relativ großen (oder absehbar wachsenden - siehe Renderfarm) Anzahl von Computern sinnvoll - die Installation eines solchen „Setups“ für zwei Rechner dauert genau so lange, wie das einfache getrennte Einrichten zweier Arbeitsplatzrechner.
Zudem ist die Performance einer Thin-Client-Farm schlechter als die der gleichen Anzahl von Fat-Clients, weil alle Programme auf wenigen Servern laufen statt im Speicher der zahlreichen Clients.
Die meisten Windows-Anwendungen werden für Fat Clients programmiert. Daher muss bei einer Thin-Client-Architektur mit Problemen gerechnet werden, zudem ist ein solcher Einsatz bei proprietärer Software oftmals durch Lizenzbestimmungen verboten und erfordert zusätzliche und meist kostspielige Genehmigungen des Softwareherstellers, die zudem nicht in jedem Fall gewährt werden. Somit kann sich der scheinbar verlockende Vorteil des Einsatzes von Thin-Clients schnell ins Gegenteil verkehren.
Lokal installierte Hardware ist nicht direkt angebunden. Dies führt zu Inkompatibilitäten bei speziellen Geräten, da ihr Protokoll nicht bei der Übertragung unterstützt wird. Große Datenvolumina können von der Peripherie nicht direkt auf den Thin Client übertragen werden (z.B. DVD, Filmdaten per FireWire etc.), sondern müssen zuerst auf den Server geladen werden.
[Bearbeiten] Fazit
Das Thin-Client-Konzept birgt die Chance von Skaleneffekten (Hardwarekosten, Lizenzgebühren, Wartungsaufwand) bei Anwendungen ab etwa 10 Computerarbeitsplätzen. Aufwendige Multimediaanwendungen (3D-Rendering, Soundverarbeitung) sind damit grundsätzlich wenig sinnvoll (wegen hoher Prozessorlast auf dem Server und dadurch Beeinträchtigung der anderen Benutzer des Zentralrechners, außerdem Probleme durch hohen Datenübertragungsbedarf zum Terminal).

