Thallium(I)-bromid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Thallium(I)-bromid
__ Tl+     __ Br
Kristallsystem

kubisch

Allgemeines
Name Thallium(I)-bromid
Verhältnisformel TlBr
CAS-Nummer 7789-40-4
PubChem 62677
Kurzbeschreibung

schwach grünlichgelber Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 284,29 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

7,5 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

456 °C[1]

Siedepunkt

815 °C[1]

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser (0,047 g·l−1 bei 20 °C)[1]

Brechungsindex

2,418[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300​‐​330​‐​373​‐​411
P: 260​‐​264​‐​273​‐​284​‐​301+310​‐​310Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze [4]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
Sehr giftig Umweltgefährlich
Sehr giftig Umwelt-
gefährlich
(T+) (N)
R- und S-Sätze R: 26/28​‐​33​‐​51/53
S: (1/2)​‐​13​‐​28​‐​45​‐​61
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Thallium(I)-bromid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Thalliumverbindungen und Bromide.

Vorkommen[Bearbeiten]

Thallium(I)-bromid kommt natürlich als Mischform mit Thallium(I)-chlorid in Form des sehr seltenen Minerals Lafossait vor.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Thallium(I)-bromid lässt sich durch Reaktion von Thallium(I)-sulfat oder Thallium(I)-nitrat mit reinem Bromwasserstoff gewinnen.[1]

\mathrm{Tl_2SO_4 + 2 \ HBr \longrightarrow 2 \ TlBr}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Thallium(I)-bromid ist ein schwach grünlichgelber Feststoff, welcher praktisch unlöslich in Wasser ist.[1] Es ist frisch hergestellt schwach grünlichgelb, wird am Licht aber dunkel. Es besitzt eine Kristallstruktur vom Cäsiumchlorid-Typ (a = 397 pm).[1]

Verwendung[Bearbeiten]

Thallium(I)-bromid wird als Mischkristall zusammen mit Thallium(I)-iodid als Thalliumbromidiodid bei der abgeschwächte Totalreflexion Spektroskopie eingesetzt.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Georg Brauer: Handbuch der präparativen anorganischen Chemie, Band 2; ISBN 3-432-87813-3, S. 876.
  2. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Index of Refraction of Inorganic Crystals, S. 10-248.
  3. a b Nicht explizit in EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber dort mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Sammelbegriff „Thalliumverbindungen“; Eintrag aus der CLP-Verordnung zu Thalliumverbindungen in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 8. April 2012 (JavaScript erforderlich).
  4. Datenblatt Thallium(I) bromide bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 24. April 2011 (PDF).
  5. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  6. J Michael Hollas: Moderne Methoden in der Spektroskopie; ISBN 978-3-540-67008-7, S. 59.