Tilos Rádió

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Tilos Rádió ist das älteste freie Radio Ungarns und hat seinen Sitz in Budapest.

Im Sender arbeiten rund 200 Mitarbeiter auf freiwilliger Basis. Tilos Rádió sendet keine Werbung und finanziert sich durch Spenden und Zuschüsse. Der Sender zeichnet sich durch eine politisch linke Einstellung aus.

Der Sender wurde 1991 als Alternative zum staatlichen Nachrichtenmonopol von der oppositionellen Untergrundbewegung als Piratensender gegründet. Daher auch der Name „tilos“, auf Deutsch „verboten“. Mit der Liberalisierung des Rundfunkmarktes im Jahr 1995 erhielt Tilos Rádió eine Sendelizenz und sendete daraufhin 12 Stunden am Tag.

Im November 1999 lief diese Lizenz aus und der Sender musste eine neue Sendelizenz beantragen, die ihm von der damaligen rechtskonservativen Regierung unter Führung des Fidesz versagt wurde. Erst nach den Wahlen im Jahr 2002, als die Sozialisten wieder ans Ruder kamen, erhielt der Sender die Lizenz zurück. Seitdem sendet Tilos Rádió 24 Stunden am Tag.

Sendeverbot erhielt der Sender nochmals von der Medienaufsichtsbehörde ORTT für 30 Tage, als am Heiligabend 2003 ein Moderator des Senders in angetrunkenem Zustand verbreitete, dass er „alle Christen ausrotten würde“. Im Januar 2004 wurde daraufhin vor dem Gebäude des Radios eine Demonstration veranstaltet, bei der Hassreden gehalten und Fahnen, unter anderem eine israelische Fahne, verbrannt wurden.

Der Sender war die erste Einrichtung, gegen die von der Medienbehörde Nemzeti Média- és Hírközlési Hatóság 2011 ein Verfahren eingeleitet wurde. Beanstandet wurde das Abspielen des Songs „It’s on“ von Ice-T wegen des angeblich „jugendgefährdenden“ Textes.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelreferenzen[Bearbeiten]

  1. Medienbehörde statuiert Exempel (bei ORF.at)