Österreichischer Rundfunk

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Österreichischer Rundfunk
Senderlogo
ORF logo.svg
Allgemeine Informationen
Empfang: Analog: Kabel
Digital: DVB-C, DVB-S, DVB-S2, DVB-T, DVB-T2, IPTV, P2PTV, Internetfernsehen
Sendeanstalt: ORF
Intendant: Alexander Wrabetz
Sendebeginn: 1. August 1955
Rechtsform: öffentlich-rechtlich
Programmtyp: Vollprogramm
Website: orf.at
Liste von Fernsehsendern

Der Österreichische Rundfunk (ORF) ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts. Er ist der größte Medienanbieter Österreichs und hat seinen Hauptsitz in Wien. Daneben betreibt der ORF in jedem der neun Bundesländer ein Landesstudio sowie seit 1975 ein weiteres Studio in Bozen (Südtirol). Der ORF produziert vier Fernseh- sowie drei bundesweite und neun regionale Radioprogramme. Außerdem ist er größter Genossenschafter der Austria Presse Agentur (APA).

Geschichte und rechtliche Grundlagen[Bearbeiten]

Die Geschichte des ORF geht auf die Radio Verkehrs AG zurück, die am 30. September 1924 gegründet wurde. 1938 wurde sie liquidiert und der deutschen Reichsrundfunkgesellschaft (ab 1939 Großdeutscher Rundfunk) als Reichssender Wien unterstellt. Nach Kriegsende 1945 wurden in jeder Besatzungszone eigene Programme gesendet. 1955 wurden diese als Österreichisches Rundspruchwesen vereinigt.

Am 11. Dezember 1957 wird die Österreichischer Rundfunk Ges. m. b. H. in Anwesenheit von Bundeskanzler Julius Raab, Vizekanzler Bruno Pittermann und Unterrichtsminister Heinrich Drimmel gegründet; sie ist ab 1. Jänner 1958 zur Ausstrahlung des Radio- und TV-Programms berechtigt.[1] Gesellschafter sind der Bund mit 97,3 % und die Länder mit 2,7 %. Die Generalversammlung bestellt den Sektionsrat im Bundeskanzleramt, Karl Cejka, zum Generaldirektor, den derzeitigen Öffentlichen Verwalter Füchsl zum Technischen Direktor und den bisherigen Öffentlichen Verwalter Alfons Übelhör zum Rundfunk-Programmdirektor und den bisherigen Programmleiter des Fernsehens, Gerhard Freund, zum Fernsehdirektor.[2]

Grundlage für die Gründung des ORF in seiner heutigen Form war das erste österreichische Volksbegehren im Jahr 1964, das auf eine Reform des Rundfunkwesens abzielte. Demzufolge wurde 1966 ein „Rundfunkgesetz“ beschlossen, das am 1. Jänner 1967 in Kraft trat. Mit dem Rundfunkgesetz 1974 wurde der ORF in eine Anstalt des öffentlichen Rechts überführt. Die letzte große Reform erfolgte im Jahr 2001 durch die ORF-Gesetz-Novelle, BGBl. I Nr. 83/2001, mit welcher der ORF in eine Stiftung öffentlichen Rechts umgewandelt wurde. Begünstigter der Stiftung ist die Allgemeinheit.

Das ORF-Gesetz sieht im Rahmen des Versorgungsauftrages unter anderem einen Bildungsauftrag vor. Der ORF finanziert sich als öffentlich-rechtlicher Sender zum Teil über das Programmentgelt (§ 31 ORF-G), das zusammen mit der Rundfunkgebühr, dem Kunstförderungsbeitrag und den allenfalls bestehenden Landesabgaben eingehoben wird. Die Höhe der gesamten Rundfunkgebühren im weiteren Sinn, von denen der ORF rund zwei Drittel erhält, unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland, weil seitens der Länder verschieden hohe Abgaben mit eingehoben werden. Zusammen mit diesen betragen die Gebühren inklusive Programmentgelt zwischen 19,78 Euro (Oberösterreich und Vorarlberg) und 25,18 Euro (Steiermark) pro Monat (Stand März 2013). Die Gebühren werden vom ORF-Tochterunternehmen Gebühren Info Service GmbH (GIS) eingehoben.

Weiters sieht das Bundesgesetz über den Österreichischen Rundfunk in § 3 Abs. 1 vor, dass möglichst alle Menschen in Österreich mit drei Radio- und zwei Fernsehprogrammen versorgt werden sollten, dass also ein möglichst flächendeckender Empfang zu gewährleisten ist.

Leitung und Kontrolle des ORF obliegen dem Stiftungsrat, der auch den Generaldirektor wählt. Der Publikumsrat wahrt die Interessen der Hörer und Seher.

1989 wurde mit dem Österreichischen Filminstitut das Film-/Fernseh-Abkommen zur Förderung von Spielfilmen beschlossen.

Anfang der 1990er Jahre zeichnete sich eine Verurteilung Österreichs durch den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof ab, und 1993 wurde schließlich das Radiomonopol des ORF durch das „Regionalradiogesetz“ aufgehoben, welches das staatliche Rundfunkmonopol beendete und „binnenpluralistisches“ regionales Privatradio ermöglichte. Nach legistisch-juristischen Startschwierigkeiten im Privatfunksektor müssen sich die Rundfunkprogramme des ORF seit 1998 österreichweit gegen die kommerzielle Konkurrenz behaupten. Der ORF ist aber weiterhin in mehrfacher Hinsicht gegenüber der privaten Konkurrenz begünstigt, insbesondere was die Frequenzzuteilung betrifft. Das Fernsehmonopol fiel offiziell erst mit dem Kabel- und Satellitenrundfunkgesetz 1997.

„ORF-Auge“
ehemaliges Logo von ORF 1 (heute ORF eins)
1992 bis 2005
ehemaliges Logo von ORF 2 bis 2005
ehemaliges Logo von ORF 1 (heute ORF eins)
2005 bis 8. Jänner 2011
ehemaliges Logo von ORF 2 2005 bis 2012
aktuelles Logo von ORF eins nach dem „Refreshment“ seit dem 8. Jänner 2011
aktuelles Logo von ORF 2 seit 2012

Auch hat die im ORF-Fernsehen ausgestrahlte Werbung in Ö3 des Öfteren für Kritik gesorgt, da den privaten Radiosendern derartige Werbemaßnahmen aus Kostengründen weitgehend verwehrt sind. Seit Inkrafttreten des neuen ORF-Gesetzes am 1. Jänner 2002 ist dem ORF das Bewerben seiner Radioprogramme im Fernsehen und umgekehrt – die sogenannte Cross-Promotion – nicht mehr erlaubt. Zulässig sind lediglich neutral gehaltene Hinweise auf Sendungen.

Im September 2008 entschied der österreichische Verwaltungsgerichtshof, dass das ORF-Gesetz im Bereich der Gebührenvorschriften so zu interpretieren ist, dass das Programmentgelt nur zu entrichten sei, wenn das Signal auch tatsächlich technisch zu empfangen ist.[3] Am 27. Dezember 2011 wurde jedoch ein Bundesgesetz zur Änderung des ORF-Gesetzes verabschiedet, nach dem als Kriterium für die Entrichtung des Programmentgelts bereits die terrestrische Versorgung des ORF Programms ausreicht (analog und vor allem unverschlüsseltes DVB-T[4]). Das Gesetz trat am 1. Jänner 2012 in Kraft.[5]

Am 23. Dezember 2008 unterzeichnete die ORF-Tochter ORF Enterprise ein Abkommen mit dem Medienverlag Hoanzl, welches diesem für zehn Jahre die exklusiven Verwertungsrechte des ORF-Archivs für DVDs und seine Web-Mediathek zusichert. Das Abkommen sorgte im ORF-Stiftungsrat für Aufsehen, da es ohne Ausschreibung zustande kam, der ORF eine eigene Verwertungstochtergesellschaft plane und Kritikern eine Vertragsdauer von 10 Jahren zu lang erscheine.[6]

1997 wurden in Wien ein Radiomuseum und das Radiokulturhaus eröffnet.

Der ORF beteiligt sich immer wieder an humanitären Aktionen, die größten davon sind Licht ins Dunkel und Nachbar in Not.

Generalintendanten[Bearbeiten]

Die Liste der Generalintendanten sowie der Generaldirektoren des ORF und seiner Vorgängerorganisationen (die Bezeichnung „Generaldirektor/Generaldirektorin“ wurde mit der ORF-Reform 2001 eingeführt):

Logos und Designs[Bearbeiten]

Das erste Logo, das mit dem ORF in Verbindung gebracht wurde, war das bekannte „ORF-Auge“, welches ein rundes elektronisches und ein ovales menschliches Auge darstellte. Bis 2002 war das 1968 von Erich Sokol entworfene Auge bei Vorankündigungen von Filmen und bei der täglichen Zeit im Bild zu sehen. Dazu gehörte der eckige Schriftzug in Konturschrift.[7]

Das erste Fernsehprogramm FS1 hatte einen gelben Einser als Logo, der sich immer wieder veränderte, für FS2 war es ein blauer Zweier. Beide waren nur zwischen den Sendungen zu sehen.[8]

1992 wurde von Neville Brody ein neues Logo gestaltet. Dabei wurde der „ORF-Ziegel“ (Abkürzung ORF in weiß auf rotem Rechteck) parallel zum Auge eingeführt. Er verdrängte das Auge bis 2000 zunehmend in den Hintergrund und wurde zum zentralen Logo. Die Senderkennungen erhielten ebenfalls ein „ORF“ vor der Ziffer, die Farben änderten sich in Schritten von gelb/blau zu rot/grün.[9] Unter Generaldirektorin Monika Lindner wurde das Auge 2005 mit der Entfernung des Schildes vom ORF-Zentrum vorübergehend vollkommen abgeschafft. Alexander Wrabetz (vormals Lindners Finanzdirektor) ließ das Schild nach seiner Wahl zum Generalintendanten wieder aufstellen. Seit 2011 ist das Auge komplett aus ORF 1 verschwunden.[10]

Im Fernsehen wurde das Corporate-Design-Logo mit einer weißen „1“ auf grünem Hintergrund versehen, für ORF 2, mit goldener „2“ auf rotem Hintergrund. 2005 wurde diese Farbkombination aber wieder abgeschafft und auf beiden Sendern wird nun ein einheitliches graues Cornerlogo verwendet.

Maskottchen[Bearbeiten]

  • Das erste Maskottchen, das auch als Stofftier verkauft wurde, war Orfeo, der Küniglbär. Es gab jedoch keine Sendung, in der dieser auftrat.
  • In den 80er und 90er Jahren vertraten die Zeichentrick-Figuren Eule und Wiesel die beiden Fernsehprogramme, vor allem in der Programmvorschau-Sendung 2x7.[11]
  • 1994 folgte der gelb-grüne Confetti, der auch das Kinderprogramm Confetti TiVi moderierte.
  • Ihm zur Seite stand die Ratte Rolf Rüdiger.
  • 2008 kam mit okidoki das Wildschwein Franz Ferdinand.[12]

Sparten[Bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten]

Programme[Bearbeiten]

Der ORF produziert(e) folgende Fernsehprogramme:

Bezeichnung Aktuelles Logo Sendezeitraum Rechtsform
ORF eins ORFeins.svg seit 1955 öffentlich-rechtlich
ORF eins HD ORFeins HD.svg seit 2008 öffentlich-rechtlich
ORF 2 ORF2 logo n.svg seit 1961 öffentlich-rechtlich
ORF 2 HD ORF 2 HD neu.svg seit 2009 öffentlich-rechtlich
ORF 2 Europe ORF 2 Europe logo 2012.svg seit 2004 öffentlich-rechtlich
ORF III ORF III Logo Monochrom.svg seit 2011 öffentlich-rechtlich
ORF SPORT + ORF Sport+.svg seit 2006 öffentlich-rechtlich
ORF Sat ORF SAT logo.svg 1997 bis 2000 öffentlich-rechtlich
TW1 TW1 logo.svg 1997 bis 2011 privatrechtlich
  • Zusammen mit ARD, ZDF und SRG SSR ist der ORF am Kulturkanal 3sat beteiligt und seit 2002 kooperiert er mit ARTE.
  • Bei dem Sender ARD-alpha, der vom Bayerischen Rundfunk betrieben wird, gibt es ein Programmfenster namens „Alpha Österreich“.
  • Das Kinderprogramm „okidoki“ wird auf ORF eins ausgestrahlt und ist der Nachfolger von Confetti TiVi.
  • Seit 26. Oktober 2006 sind in ganz Österreich ORF eins, ORF 2 (jeweils in der Regionalversion des eigenen und eines benachbarten Bundeslandes) über einen bundesweiten DVB-T-Multiplex (Mux A) empfangbar, der auch den Privatsender ATV beinhaltet. In einem weiteren Multiplex, der jedoch auf Ballungsräume beschränkt ist, sind ORF SPORT + (früher ORF Sport Plus), 3sat und ORF III zusammen mit zwei Privatsendern empfangbar.
  • Seit April 2013 sind ORF eins und ORF 2 auch in HD terrestrisch kostenlos über DVB-T2 zu empfangen, man braucht jedoch eine kostenlose Registrierung des Moduls (das in einem DVB-T2-Gerät stecken muss) oder der Box bei Simpli-TV, da das Signal (bis auf den unverschlüsselten Teletext) verschlüsselt ist. Eine Smartkarte ist nicht erforderlich.

Werbung[Bearbeiten]

ORF eins und ORF 2 haben einen höheren Werbeanteil als etwa in Deutschland die öffentlich-rechtlichen Programme Das Erste und ZDF. Ursprünglich gab es ein Werbeverbot nach 20 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen (wie in Deutschland). Diese Werbebeschränkung wurde Ende der 1990er Jahre außer Kraft gesetzt, um den ORF wettbewerbsfähig gegenüber den neu entstehenden privaten Rundfunk- und Fernsehanbietern zu machen. Bis Ende der 1990er Jahre bekamen private Radio- und Fernsehanbieter in Österreich keine Sendelizenz. Damit war der ORF die Rundfunkanstalt, die in Europa am längsten von einer staatlich garantierten Monopolstellung profitieren konnte.

Werbung darf nur zwischen zwei Sendungen gezeigt, jedoch grundsätzlich keine Sendung mit einer Werbepause unterbrochen werden. Von dieser Regelung ausgenommen sind Sendungen, die in ihrer Dramaturgie eine Unterbrechung haben, etwa Fußballspiele und andere Sportübertragungen. Diese Regelung wird vom ORF jedoch sehr großzügig interpretiert und ausgenutzt. So ging die Anstalt in den letzten Jahren dazu über, eigenproduzierte Hauptabend-Shows wie Dancing Stars oder Starmania in mehrere Teile zu trennen und diese als eigenständige Sendungen zu bezeichnen, um dazwischen Werbung zu platzieren.

Überwacht wird die Einhaltung der Werbezeiten und -bestimmungen durch die Kommunikationsbehörde Austria (KommAustria), die dem Bundeskanzleramt unterstellt ist. Die KommAustria kann bei begründetem Verdacht einer Verletzung der Werbebestimmungen diese beim Bundeskommunikationssenat, dem die Rechtsaufsicht über den ORF obliegt, anzeigen.

Besonders hoch ist der Werbeanteil in der Zeit zwischen 19:00 und 20:15 Uhr. Problematisch wurde die Situation vor allem auf ORF 2, da seit der Programmreform im April 2007 auch der Sport nicht mehr auf ORF eins, sondern auch auf ORF 2 gesendet wird. Dadurch wurden vor allem das Wetter wie auch der Sport und die Seitenblicke gekürzt, um wieder auf die Werbezeiten vor der Umstellung zu kommen. Dadurch ergibt sich in der Zeit zwischen 19:45 bis 20:15 Uhr eine Werbezeit von gut 15 Minuten (inkl. Eigenwerbung und Programmhinweise).

Der ORF finanziert sich zu rund 37 % aus Werbung, 56 % der Einnahmen kommen von den Rundfunkgebühren. In den vergangenen Jahren musste der ORF einen massiven Rückgang der Werbegelder hinnehmen, die zu einem erheblichen Teil in die Österreichfenster deutscher Privatsender flossen. Diese begannen wiederum mit der Produktion und Ausstrahlung von österreichspezifischen Formaten, beispielsweise eigenen News-Magazinen und Boulevardsendungen auf ProSieben Austria und in Sat.1 Österreich. Dies führte zur Belebung der österreichischen Werbe- und Filmindustrie, die in jahrzehntelanger Abhängigkeit vom ORF koexistierten. Der vorläufig letzte wichtige Punkt in der Entwicklung des Marktsegments Fernsehwerbung in Österreich wurde durch den Sendestart des privaten Konkurrenten ATV gesetzt.

Zuschauer und Einschaltquoten[Bearbeiten]

Zuschauerzahlen und Reichweiten der ORF-Programme sinken seit Jahren. Im April 2007 versuchte ORF-Chef Alexander Wrabetz mit der nach eigenen Angaben „größten Programmreform aller Zeiten“ dem immer stärkeren Seherschwund, vor allem in der Zielgruppe der unter 49-Jährigen, entgegenzuwirken. Speziell diese Gruppe zog es in den vergangenen Jahren immer mehr zu deutschen Privatsendern, womit ein Sinken der ORF-Marktanteile verbunden war. Allerdings sanken in den unmittelbaren Wochen nach dem Start der Reform Quoten und Marktanteile deutlich unter die Werte des ersten Tages. Im April 2007 konnte der ORF gesamt nicht einmal mehr 40 % Marktanteil behaupten. Werbefirmen klagten über die niedrigen Reichweiten, vor allem da im Vorfeld die Preise wegen erwarteter Quotensteigerungen erhöht worden waren. Das Herzstück der Programmreform, die Seifenoper Mitten im 8en wurde nach nur wenigen Wochen aufgrund der katastrophalen Quoten nach anfänglichen Durchhalteparolen abgesetzt.

Im April 2013 sank die Quote von ORF 1 erstmals unter die 10-Prozent-Marke und erreichte nur 9,9 Prozent Marktanteil. Die beiden großen ORF-Sender gemeinsam erreichten mit 31,1 Prozent einen neuen Tiefstwert.[13]

Eine interne Quotenanalyse kam 2014 zu dem Ergebnis, dass den ORF-Infosendungen wie Bundesland heute oder Zeit im Bild auch immer mehr ältere Seher abhanden kommen. Die Quote der ZIB 1 lag 2014 nur mehr bei rund 44% (2011 noch 49%).[14]

Teletext[Bearbeiten]

Logo des ORF-Teletext

Seit 16. März 2009 hat der ORF-Teletext ein neues Design. Es können nun auch die Regionalnachrichten der Landesstudios abgerufen werden.

ORF-Zentrum Küniglberg[Bearbeiten]

ORF-Zentrum Küniglberg in Wien (erbaut 1968–1975 von Roland Rainer), hier werden hauptsächlich Fernsehsendungen produziert

Das ORF-Zentrum Küniglberg im 13. Wiener Gemeindebezirk ist der 1975 in Betrieb genommene Hauptsitz des ORF und gleichzeitig der Produktionsort der meisten Fernsehsendungen. Neben mehreren kleineren Fernsehstudios befindet sich hier auch das sogenannte Fernsehtheater (Studio Z1), das bei großen Shows bis zu 500 Zuschauern Platz bietet und das größte Fernsehstudio Österreichs darstellt. Weiters befinden sich im ORF-Zentrum Einkaufsmöglichkeiten für das Personal. Aufgrund der Baufälligkeit des Gebäudes wurde jahrelang ein Umzug, z. B. ins Stadtviertel Sankt Marx, diskutiert. Anfang 2014 wurde beschlossen, das ORF-Zentrum Küniglberg zu renovieren und auszubauen, um Platz für Mitarbeiter zu schaffen, die derzeit an den Standorten Argentinierstraße und Heiligenstadt beschäftigt sind.[15]

Technik und Empfang[Bearbeiten]

ORF-Interview vor der Hofburg in Wien

Zu Beginn gab es nur ein Fernsehprogramm. Die erste Fernsehsendung wurde am 1. August 1955 ausgestrahlt, 1954 hatte es schon Versuchssendungen gegeben. Die Besatzungsmächte verhinderten aber einen regulären Betrieb durch Zukaufverbot, beispielsweise von Kameras. So wurden die ersten drei Kameras aus verschiedenen Teilen provisorisch im eigenen Haus gebaut. Von den Politikern wurde dem Fernsehen keine große Zukunft prophezeit. Das sieht man beispielsweise an der Proporzbesetzung der Intendanten. So reklamierte Bundeskanzler Julius Raab den der ÖVP angehörenden Intendanten für den Hörfunk, während er den Fernsehintendanten der SPÖ überließ.

Nach Start des ersten Fernsehkanals kam das Technische Versuchsprogramm stundenweise dazu, bis endlich zuerst als FS1 und FS2, später als ORF 1 und ORF 2 rund um die Uhr Programme ausgestrahlt wurden. Seit 1969 sendet der ORF seine Programme nach dem PAL-System in Farbe. Die erste so ausgestrahlte Sendung war das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker am 1. Jänner 1969.

16:9-Material in beiden landesweiten Fernsehprogrammen wurde einige Jahre analog auch in PALplus verbreitet. Nachdem die Zuführung zu den Sendestationen auf digital umgestellt worden war, sendete man nur mehr in PAL. Über DVB-T und DVB-S wird das Programm jedoch auch in 16:9 anamorph angeboten.

Örtlich war das ORF-Fernsehen im 12. Wiener Gemeindebezirk Meidling in einer ehemaligen Schule untergebracht. Einige Sendungen wurden aus dem Atelier Ronacher übertragen. Anschließend wurde auch aus dem leerstehenden Affenhaus des Tiergarten Schönbrunn gesendet, bis das heutige ORF-Zentrum Küniglberg fertig war; dort war ursprünglich als Erweiterung der 1938 errichteten Flak-Kaserne Küniglberg eine Radaranlage geplant.

Bis 1998 wurde Fernsehen ausschließlich terrestrisch und analog ausgestrahlt. Der ORF überträgt seine Radio- und TV-Programme terrestrisch mit 1.792 Sendegeräten an 477 Standorten.

Seit 22. Jänner 1998 sendet der ORF auch digital über den Satelliten ASTRA 1G[16] und seit 31. August 2000 über ASTRA 1H (DVB-S). Derzeit wird bei gleichen Frequenzen über Astra 1KR und Astra 1L gesendet. Zum Empfang des verschlüsselten Signals ist eine Karte erforderlich, die nur an österreichische Gebührenzahler abgegeben wird (Astra-Zuseher in Südtirol wenden sich an die Rundfunkanstalt Südtirol (RAS), aber nur, wenn sie in einem Gebiet wohnen, das nicht vom DVB-T-Signal der RAS versorgt wird). Am 20. Mai 2008 wurde eine letzte ORF Betacrypt Karte abgeschaltet, zwei Tage später das ORF Betacrypt Sendesignal eingestellt. Damit ist der ORF nur noch über Cryptoworks, Irdeto und Nagravision zu empfangen.

Die Umstellung von analog TV auf digital (DVB-T) wurde am 26. Oktober 2006 mit den Programmen ORF 1 und ORF 2 (zusammen mit ATV) in den Landeshauptstädten Österreichs begonnen (MUX A). Seit dem Start der zweiten DVB-T-Bedeckung im Herbst 2007 ist auch ORF Sport Plus in den Landeshauptstädten zu empfangen (MUX B). Der letzte analoge terrestrische TV-Sender wurde am 7. Juni 2011 abgeschaltet. Derzeit übertragen 320 Sendestationen DVB-T Signale in Österreich

Verbreitungswege Haushalte (2012)[17]
Rundfunkhaushalte in Österreich gesamt 3.600.000
Sat-Empfang digital (Cryptoworks) 1.900.000
Kabelfernsehen 1.300.000
ORF terrestrisch in DVB-T oder PAL (in Verbindung mit Astra-Empfang) 200.000
IPTV & Webfernsehen 200.000

Für DAB gab es in Wien und Tirol einen Versuchsbetrieb, um die Möglichkeiten von digitalem Radio zu testen. Die Abstrahlung von DAB wurde mit Beginn 2009 eingestellt.

Der Betrieb der Sendeanlagen erfolgt durch die am 1. Jänner 2005 gegründete Tochterfirma ORS Österreichische Rundfunksender GmbH. Der ORF hält an diesem Unternehmen 60 % der Anteile, 40 % hält die Raiffeisen-Tochter Medicur.

ORF eins und ORF 2 sind nur in Österreich, Südtirol und grenznahen Gebieten (z. B. Südbayern) oder in der ganzen Deutschschweiz via Kabel zu empfangen, da sie nur terrestrisch und über Kabel unverschlüsselt ausgestrahlt werden; über Satellit werden sie verschlüsselt ausgestrahlt.[18] Das gilt auch für die Lokalsendungen (z. B. Bundesland heute) mit Ausnahme von Wien heute, das auf ORF 2 Europe läuft.

ORF 2 wird als ORF 2 Europe täglich von 06:00 Uhr bis 00:20 Uhr, mit Ausnahme von Sendungen, für die keine europaweiten Senderechte vorhanden sind, mit dem Wiener Regionalprogramm unverschlüsselt über Astra ausgestrahlt.

ORF Sport Plus und ORF III werden ebenfalls über Astra (verschlüsselt über DVB-S) ausgestrahlt. Eine Ausstrahlung über DVB-T erfolgt jedoch von den Großsendeanlagen nahe den Landeshauptstädten. Daneben ist es über Kabel zu empfangen (auch in einigen Nachbarländern).

Am 20. Mai 2008 beendete der österreichische Rundfunk endgültig die neben einer Cryptoworks-Verschlüsselung parallel eingesetzten Codierung seiner über Satellit ausgestrahlten Programme nach dem alten Betacrypt-Standard. Mit dieser Maßnahme wurde im Hinblick auf einen geplanten regulären HD-Sendebetrieb von ORF 1 am 2. Juni 2008 eine bekannte Lücke im ORF-Verschlüsselungssystem geschlossen, die durch den korrumpierten Betacrypt Standard auch einen unberechtigten ORF-Empfang (z. B. im Ausland) ermöglicht hatte.[19]

Ende Jänner 2007 klagte der ORF gegen den deutschen Kabelnetzbetreiber Kabel BW, da der ORF in Deutschland nicht empfangen werden wollte. Nachdem der ORF Klage eingereicht hatte, nahm Kabel BW die Sender sofort heraus. Der ORF kauft Film- und Serienrechte nur für Österreich und müsste bei einer Ausstrahlung in Deutschland auch diese Rechte kaufen, was aufgrund der hohen Kosten jedoch unmöglich ist.

ORF in HDTV[Bearbeiten]
ORF-HD-Produktion in Kitzbühel

Am 23. Jänner 2008 erfolgte erstmals eine ORF-HDTV-Live-Übertragung „The Nightrace“ aus Schladming. Ein HDTV-Empfang wurde dazu in Eventform in den ORF-Landesstudios öffentlich präsentiert. Technikpartner war die Telekom Austria.[20]

Im Hinblick auf die Fußball-EM 2008 nahm ORF eins HD am 1. Juni 2008 um 17:25 Uhr mit der Sendung „Sport am Sonntag“ seinen HDTV-Sendebetrieb auf. Am Montag, den 2. Juni 2008, folgte vor Medienvertretern ein offizieller ORF-HDTV-Start mit einer Universum-Sendung in HD.[21]

Zur Fußball-Europameisterschaft 2008 wurde ORF eins HD auch über das am 6. Mai 2008 gestartete digitale HD-Kabelfernsehangebot der UPC Austria empfangbar,[22] weiters gibt es seitens der Telekom Austria seit Anfang Juni 2008 ein IPTV-Produkt in HDTV.[23]

Mit 5. Dezember 2009 folgte über Astra auch die HDTV-Ausstrahlung des zweiten österreichische Fernsehprogramms ORF 2 (die SD-Parallelausstrahlung der beiden österreichischen TV-Programme ORF eins und ORF 2 bleibt über Astra erhalten).[24]

Im April 2013 ging SimpliTV über DVB-T2 mit ORF eins HD und ORF 2 HD auf Sendung.

Da nur ausgewählte Inhalte in HDTV vorliegen, werden für einen 720p-Vollbetrieb herkömmliche ORF-Sendungen senderseitig hochskaliert.

Der ORF ist nach der BBC der weltweit zweite öffentlich-rechtliche Sender und der erste deutschsprachige, der sein gesamtes Vollprogramm parallel auch in HD-Signalen sendet, nicht jedoch ORF Sport Plus und ORF III.

Mit 26. Oktober 2014 wird der ORF die zwei Spartenkanäle ORF Sport Plus und ORF III, sowie die neun „Bundesland heute“-Sendungen auch hochauflösend senden. Damit steht ab diesem Datum die gesamte Senderfamilie des ORF in HD-Auflösung zur Verfügung.[25]

On-Screen-Design (Cornerlogo)[Bearbeiten]

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Für die genauen Datumsangaben bei den Logos.

Im Zuge einer Erneuerung der Corporate Identity wurde zwischen 1992 und 1994 durch den englischen Grafikdesigner Neville Brody das gesamte Erscheinungsbild des ORF sukzessive geändert und das neue ORF-Logo, der sogenannte „Ziegel“ eingeführt.[26] Das bis dahin bekannte „ORF-Auge“ trat als Aushängeschild zunehmend in den Hintergrund, wurde jedoch nie offiziell aufgegeben.

Auch wurde das alte, temporär eingeblendete Bildschirmlogo – der weiße normale Schriftzug „ORF" – durch ein ziegelformatiges ersetzt (weißer ORF-Schriftzug auf schwarzem Rechteck, rechts daneben schwarze Zahl auf weißem Quadrat).[27]

Im Jahr 2000 erhielten die beiden Kanäle ORF 1 und ORF 2 ein leichtes Redesign, das im Wesentlichen von einem beweglichen, gallertartigen grünen Quadrat mit der Ziffer 1 („Jelly-Look“), bzw. einem roten Quadrat mit einer goldgelben 2 geprägt ist.

Am 17. August 2005 wurde das On-Screen-Design neuerlich einem „Update“ unterzogen:[28] Um ein Einbrennen des Cornerlogos in Plasmabildschirmen zu vermeiden, ist die Sender-Kennung – im Bild rechts oben – nun nicht mehr grün für ORF 1 beziehungsweise rot für ORF 2 gefärbt, sondern wie davor einheitlich grau. Auch der Trailer von ORF 2 wurde geringfügig abgeändert; anstatt des roten Würfels mit gold-gelbem Zweier ist jetzt ein „abgeschlankter“ Kubus mit weißer Ziffer im Programm-Trailer zu sehen. Außerdem soll der von Neville Brody entworfene „Ziegel“ als Dachmarke verstärkt wieder im Mittelpunkt stehen.

Zum Schutz Jugendlicher kennzeichnet der ORF bestimmte Sendungen wie folgt:

  • Mit einem „X“ links neben dem ORF-Logo (nicht für Kinder)
  • Mit einem „O“ links neben dem ORF-Logo (nur für Erwachsene)[29]

Das musikalische Design (Sound Identity) von ORF eins wurde von dem Komponisten Hannes Bertolini gestaltet, für die Sound Identity von ORF 2 zeichnet der Komponist Thomas Rabitsch verantwortlich.

ORF-Sendungen[Bearbeiten]

Hörfunk[Bearbeiten]

Bezeichnung Logo Sendebeginn-
Jahr
Sendegebiet Rechtsform
Ö1 Ö1-Logo neu.svg 1967 Österreich (nur UKW), Südtirol (UKW und DAB), Anrainerstaaten öffentlich-rechtlich
Radio Wien Logo Radio Wien.svg 1955 Wien, Teile Niederösterreichs, Teile Burgenlands, Teile Oberösterreichs öffentlich-rechtlich
Radio Niederösterreich Logo Radio Niederösterreich.svg 1967 Wien, Niederösterreich, Teile Oberösterreichs öffentlich-rechtlich
Radio Oberösterreich Logo Radio Oberösterreich.svg 1967 Oberösterreich, Teile Salzburgs, Teile Bayerns öffentlich-rechtlich
Radio Burgenland Logo Radio Burgenland.svg 1967 Burgenland, Wien, Teile der Steiermark, Teile Niederösterreichs öffentlich-rechtlich
Radio Salzburg Logo Radio Salzburg.svg 1960 Salzburg, Teile Oberösterreichs, Teile der Steiermark, Teile Tirols, Teile Bayerns öffentlich-rechtlich
Radio Steiermark Logo Radio Steiermark.svg 1967 Steiermark öffentlich-rechtlich
Radio Tirol Logo Radio Tirol.svg 1967 Tirol (nur UKW), Südtirol (UKW und DAB), Salzburg, Teile Bayerns öffentlich-rechtlich
Radio Vorarlberg Logo Radio Vorarlberg.svg 1967 Vorarlberg, Teile Bayerns, Teile Baden-Württembergs, Teile der Schweiz öffentlich-rechtlich
Radio Kärnten Logo Radio Kärnten.svg 1967 Kärnten, Teile der Steiermark, Teile Osttirols öffentlich-rechtlich
Ö3 Hitradio Ö3.svg 1967 Österreich (nur UKW), Südtirol (UKW und DAB), Anrainerstaaten öffentlich-rechtlich
FM4 FM4.svg 1995 Österreich (jedoch nicht flächendeckend, nur UKW), Südtirol (nur DAB), Anrainerstaaten. öffentlich-rechtlich
Funkhaus Wien in der Argentinierstraße, hier werden die Radioprogramme Ö1, FM4 und Radio Wien produziert; auch das Landesstudio Wien hat hier seinen Sitz

Der ORF produziert folgende Radioprogramme:

In den 1990er Jahren sind die ORF-Regionalradios zu Formatradios umgewandelt worden mit Schwerpunkt auf Volks- und volkstümlicher Musik, Schlager, Oldies und Superhits. Ihr Zielpublikum sind die über 35-jährigen, wo sie klare Marktführer sind.
  • Ö3 ist ein Contemporary Hit Radio (CHR) mit Schwerpunkt auf aktueller Popmusik in sehr enger Rotation. Ö3 ist das erfolgreichste österreichische Radioprogramm mit täglich etwa drei Millionen Hörern. Die meistgehörte Sendung ist der „Ö3-Wecker“ werktags von 05:00 bis 09:00 Uhr.
  • FM4 ist auf alternative Popmusik, Trends und Szene-Berichte spezialisiert. Das tägliche Programm von 01:00 Uhr bis 14:00 Uhr wird auf Englisch ausgestrahlt; Nachrichten werden wechselnd auf Englisch, Deutsch und Französisch gesendet – hier finden sich Reste des international orientierten Senders Blue Danube Radio, der ursprünglich auf dieser Frequenz sendete und in den 1990er Jahren schrittweise eingestellt beziehungsweise von FM4 abgelöst wurde. Aufgrund der ungewöhnlichen Musikauswahl und fehlender entsprechender Angebote deutscher Radiosender ist FM4 auch in Süddeutschland beliebt.
  • Radio 1476 ist ein spezielles Programm des ORF für Wien, das auf Mittelwelle auf der Frequenz 1476 kHz vom Standort Bisamberg bei Wien mit einer Sendeleistung von 60 kW bis Ende 2008 ausgestrahlt wurde.
  • Radio Österreich 1 International, wurde am 1. Juli 2003 eingeführt, als Radio Österreich International mit eigenem Programm aus Kostengründen eingestellt werden musste. Das neue Radio Ö1 International spielt jetzt zum größten Teil nur mehr Programm von Ö1.

Eine weitere eigene Abteilung des ORF Hörfunks bildet das Radio-Symphonieorchester Wien (RSO Wien).

Internet[Bearbeiten]

Auch auf dem Gebiet der Neuen Medien ist der ORF vertreten. Neben Community-Portalen für die Radios Ö1, Ö3, und FM4 besteht das Internet-Angebot vor allem aus dem Nachrichtenportal orf.at, das seit Ende der 1990er Jahre seine Stellung als meistbesuchte Nachrichtenwebsite Österreichs innehat. Die Website wird seit 1997 von der ORF-eigenen Tochterfirma ORF Online und Teletext GmbH & Co KG produziert. Eines der ersten Onlineangebote des ORF war das ORF-Religionsportal. Durch die Novellierung des ORF-Gesetzes, die am 1. Oktober 2010 in Kraft trat, wurde das Angebot von orf.at stark beschnitten.[30][31] Das wegen seiner netzkritischen Berichterstattung hoch angesehene ORF-Technikportal Futurezone wurde an den Kurier verkauft.[32]

Das ORF.at-Netzwerk ist das mit Abstand meistgenutzte Internetangebot Österreichs unter jenen, die von der Österreichischen Webanalyse erfasst werden. Im 1.Quartal 2013 erreichte ORF.at im Monatsdurchschnitt rund 56 Millionen Visits mit rund 347 Millionen Page Impressions und etwa 6,9 Millionen Clients. (Quelle: http://www.oewa.at/index.php?id=16641). Laut ÖWA Plus kam ORF.at im 4.Quartal 2012 mit rund 640.000 Unique Users auf eine durchschnittliche Tagesreichweite von 10,9 Prozent aller österreichischen Internet-User, im Wochendurchschnitt auf 1,57 Millionen Unique Users, das entspricht einer Wochenreichweite von 26,9 Prozent. (Quelle: ÖWA Plus Handbuch Nr. 12)

Abgesehen von den Nachrichtenmeldungen ist das Internetangebot des ORF mit dem ausländischer Rundfunkanstalten nicht vergleichbar. Informationen zu Sendungen, Videos, Archive, technische Informationen usw. gibt es, wenn überhaupt, nur in eingeschränktem Umfang. Das folgt dem Grundkonzept von ORF.at seit 1997, die Seite im Wesentlichen als tagesaktuelles Nachrichtenportal zu positionieren und nicht als Verlängerung der Radio- und TV-Programme. ORF.at wird von rund 40 Redakteuren in der ORF Online und Teletext GmbH & Co KG produziert sowie von einer etwa gleich hohen Anzahl Redakteure in den ORF-Landesstudios und in den TV- und Radioredaktionen. Herausragend bei ORF.at ist einerseits der Umstand, dass sowohl das Redaktionssystem, als auch alle Userinterfaces von der ORF Online und Teletext GmbH & Co KG selbst entwickelt werden, andererseits das Vorhandensein eines eigenen Lektorats für die tagesaktuelle Berichterstattung. Etwa 15 Prozent der Mitarbeiter der ORF Online und Teletext GmbH & Co KG sind in der Produkt- und Softwareentwicklung tätig. Die Werbeflächen im ORF.at-Netzwerk werden von der ORF Enterprise GmbH & CO KG vermarktet.

Das Projekt mit der meisten Medienkonvergenz war das Ö1-Inforadio. Das Radioprogramm, welches ausschließlich über Internet-Stream konsumiert werden konnte, sendete 24 Stunden täglich Nachrichten, Hintergründe, Analysen und Informationen aus Politik, Kultur, Zeitgeschichte, sowie Berichte aus dem In- und Ausland. E-Musik wurde nicht gesendet, so dass es sich im Gegensatz zu Ö1 um ein Voll-Wortprogramm handelte.

ORF-Internet-TV[Bearbeiten]

Die sieben Tage lang archivierten Bundesland-heute-Sendungen (Österreich Lokalprogramme) wurden im September 2008 700.000-mal als Internet-TV-Stream abgerufen, die vom ORF fälschlicherweise als „ORF IPTV“ bezeichneten aktuellen Online Videos (Videos der Nachrichtenagenturen) kamen im selben Zeitraum auf 480.000 Abrufe.[33]

ORF TVthek[Bearbeiten]
Logo der ORF TVthek

Der frühere Versuch des Österreichischen Rundfunks eine „ORF-Online-TV“ genannte Mediathek über den Privaten Verleger Georg Hoanzl zu realisieren, scheiterte an der heftigen Kritik des ORF Stiftungsrats, da dieser über die bereits fortgeschrittenen externen Plänen nicht informiert und auch nicht einverstanden war.

Nach einem Neustart des Projekts unter Thomas Prantner[34] ging schließlich am Freitag dem 13. November 2009 unter dem Namen ORF TVthek[35] eine hauseigene ORF-Mediathek online.[36][37]

Aktuell sind bereits um die 130 Sendungen größtenteils weltweit auf dem Portal abrufbar. Sämtliche ORF-Nachrichtensendungen (ZIB bzw. Zeit im Bild), die „Bundesland heute“-Sendungen, und Sendungen aus den Bereichen wie z.B Comedy, Religion, Sport oder Kultur sind über die TVthek abrufbar. Auch Livestreams von vielen Eigenproduktionen und Sport-Events sind verfügbar. Generell sind die Sendungen sieben Tage im Internet abzurufen.

Bemängelt wurde an der TVthek vor allem die geringe Auflösung der Videos, sowie die Bindung an den Windows Media Player von Microsoft. Inzwischen wird je nach Endgerät auch Flash und Cupertino Streaming angeboten.

Nun bedient auch der ORF den Markt für mobile Anwendungen. Geplant war, die ORF-TVthek bis Jahresende 2010 als Applikation auf die beiden Apple-Geräte iPhone und iPad zu portieren, in den Monaten danach ist dann auch das On-Demand-Angebot des ORF für weitere Betriebssysteme, wie Google Android verfügbar gemacht worden.[38]

Von 16. November bis Jahresende 2009 verzeichnete das neue Angebot 8,2 Millionen Abrufe. Im Jahr 2013 erreichte der ORF durchschnittlich 14,4 Millionen Video-Abrufe pro Monat.[39][40]

Mitarbeiter[Bearbeiten]

Beim ORF sind, auf Vollzeitstellen umgerechnet, 4.280 Personen beschäftigt.[41] Eine Statistik mit offiziellen Zahlen des ORF gibt für Ende 2011 2941 Beschäftigte an.[42]

Aktuelles Führungsteam[Bearbeiten]

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz

Der Generaldirektor wird vom Stiftungsrat für fünf Jahre gewählt und ist Alleingeschäftsführer des Gesamtunternehmens. Seit 1. Jänner 2007 ist Alexander Wrabetz Generaldirektor. Jedes ORF-Landesstudio wird von einem Landesdirektor geleitet.

Aktuelle Direktoren (Führungsteam Wrabetz II, Stand September 2012)

Aktuelle Leitung zweite Ebene (Wrabetz II, Stand September 2012)

Der ORF verfügt zur Unterstützung seiner Auslandsberichterstattung über einige Auslandsbüros und Korrespondenten. Koordinator der Korrespondentenbüros ist seit 2010 Roland Adrowitzer.[44]

Kritik[Bearbeiten]

Einflussnahme von Parteien

Die jahrzehntelange Sonderstellung des ORF im Bereich der elektronischen Medien durch das Rundfunkmonopol weckte schon seit den 1950er-Jahren die Begehrlichkeiten der politischen Parteien, sich einen Einfluss im ORF und damit auch auf das öffentliche Meinungsbild zu sichern.Während der SPÖ-Alleinregierung (1971–1983) wurde vielfach die Kritik geäußert, die damalige Regierung nutze massiv die Monopolstellung des ORF zur Umsetzung der eigenen parteipolitischen Ziele. Auch von 1986 bis 1999 (SPÖ/ÖVP-Koalition) wurde dem ORF vorgeworfen, dem großkoalitionären Proporzsystem zu gehorchen. Mitunter wurde dem ORF wegen seiner Personalpolitik und Berichterstattung eine Affinität zur SPÖ unterstellt.

Der Einfluss der politischen Parteien im ORF ist heute gestärkt und gesichert durch den ORF-Stiftungsrat, der u.a. den Generaldirektor wählt: 24 der 35 Stiftungsräte werden von Bundesregierung, Landesregierungen und Parlamentsparteien ausgewählt, 6 vom Publikumsrat, der aus 17 vom Bundeskanzler bestellten Mitgliedern besteht, weitere Stiftungsräte stellen Parteiakademien und Sozialpartner.[45] Somit lassen sich 32 von 35 Stiftungsräten Parteien zuordnen. Vorsitzender des ORF-Stiftungsrats ist Casinos-Austria-Vorstand und SPÖ-Parteimitglied Dietmar Hoscher.[46]

Proteste gegen Einflussnahme und Parteipolitik

Eine erste Gegenbewegung zu diesen parteipolitischen Vereinnahmungen gipfelte 1964 im „Rundfunk-Volksbegehren“, welches vor allem von den Printmedien aus den Bundesländern forciert wurde. Zwischen 5. und 12. Oktober 1964 unterschrieben 832.353 österreichische Wahlberechtigte das Begehren, welches schlussendlich zu einem neuen Rundfunkgesetz führte.

Im Jänner 2012 veröffentlichten 55, teils prominente Fernsehmoderatoren und Journalisten der Zeit im Bild-Redaktion des ORFs ein privat hergestelltes Protestvideo auf Youtube, worin Kritik an der ORF-Geschäftsführung geübt wird. Gefordert wird in der Kritik-Montage journalistische Unabhängigkeit, ein Ende des Postengeschachers, ein neues Aufsichtsgremium sowie ein neues Redaktionsstatut.[47][48]

2014 wurde von unabhängigen österreichischen Journalisten, darunter Ruth Pauli, Claus Reitan, Andreas Unterberger und Werner Reichel, die Website ORF-Watch.at gegründet, deren Ziel es nach eigenen Angaben ist, eine freie und öffentliche Debatte über die einseitige Berichterstattung und die Privilegien des von Staat und Politik abhängigen Gebühren-Radios und -Fernsehens sowie diverse Aspekte des Machtmissbrauchs zu ermöglichen. [49]

Rechtliche Kritik

Kritik zogen 2008 auch die ORF-Landesstudios auf sich. Die Medienaufsichtsbehörde zeigte 19 mutmaßliche Verstöße gegen das ORF-Gesetz und gegen Werbebestimmungen, die alle am 26. Mai 2008 stattfanden, beim Bundeskommunikationssenat an. Wegen illegaler Schleichwerbung, fehlender Werbetrennung und nicht erlaubter Crosspromotion (ORF wirbt für andere ORF-Programme) verurteilte der Bundeskommunikationssenat den ORF Ende 2008 in 16 der 19 Fälle.[50]

Landesstudios[Bearbeiten]

Hauptartikel: ORF-Landesstudio

Der ORF verfügt über je ein Landesstudio in den neun österreichischen Bundesländern, die jeweils einen eigenen Regionalradiosender betreiben und täglich Bundeslandfernsehen via ORF 2 verbreiten. Das Landesstudio Tirol produziert zusätzlich Regionalfernsehen für die deutschsprachige Bevölkerung von Südtirol.

In den Bundesländern gilt der ORF dennoch als sehr wienlastig, zumal es keine dezentralisierte Produktion von Fernsehsendungen gibt (vgl. dagegen das föderale Prinzip der ARD in Deutschland, in der jede ARD-Sendeanstalt Sendungen für die Gemeinschaftsprogramme produziert).

Sendeanlagen[Bearbeiten]

Die Programme des ORF werden u. a. über diese Sendeanlagen der ORS ausgestrahlt (Auswahl):

Geschäftszahlen[Bearbeiten]

ORF-Marktanteile
seit 1998 im Tages-Durchschnitt[51]
Jahr MA in %
1998 49,7
1999 48,1
2000 48,4
2001 48,0
2002 47,7
2003 45,9
2004 45,5
2005 43,4
2006 43,0
2007 39,4
2008 39,3
2009 39,1[52]
2010 37,8[53]
Jänner 2011 40,3[54]

Der ORF beschäftigt, auf Vollzeitstellen umgerechnet, rund 4.280 Mitarbeiter. Der Umsatz betrug 2007 918,2 Millionen Euro, davon 472,7 Millionen aus Gebühren, 300,2 Millionen aus Werbung und 145,2 Millionen aus Sonderwerbung und Lizenzerträgen.[55]

Sonstiges[Bearbeiten]

Gemeinsam mit der Presse zeichnet der ORF jährlich seit 2004 verdiente Persönlichkeiten aus den Kategorien Wissenschaft, Wirtschaft und Humanität als Österreicher des Jahres aus. Seit 1990 wird jedes Jahr vom Kurier die Goldene Romy in Gedenken an die in Wien geborene Schauspielerin Romy Schneider an die beliebtesten und besten Fernseh- und Filmschaffenden verliehen. Die Romy ist mittlerweile einer der wichtigsten österreichischen Fernsehpreise.

Im Rahmen des Film-/Fernseh-Abkommens stellt der ORF jährlich 0,56 % seiner Jahresgesamterträge, das sind derzeit rund 6 Millionen Euro, zur Förderung österreichischer Spielfilme zur Verfügung.

Des Weiteren betreibt der ORF den kostenlosen Kinder- und Jugend Telefonbetreuungsdienst 147 – Rat auf Draht.

Siehe auch: ORF-Bestenliste

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nur die Programmleitung soll das Programm gestalten In: Arbeiter-Zeitung, 12. Dezember 1957
  2. Eintrag zu Österreichischer Rundfunk in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (in AEIOU Österreich-Lexikon) abgerufen am 22. Jänner 2012
  3. Kurier: Rückschlag für den ORF, 19. November 2008
  4. DVB-T Österreich Infoseite: www.dvb-t.at
  5. Bundesgesetzblatt zur Änderung des ORF-Gesetz: ris.bka.gv.at
  6. Harald Fidler: ORF-Tochter verkaufte alle Rechte am Archiv des ORF. Der Standard, 4. März 2009, S. 30
  7. ORF-Logo mir ORF-Schriftzug, Homepage des MAK Wien
  8. Drehende Logos FS1 und FS2 auf Youtube
  9. Redisign durch Neville Brody auf Youtube
  10. „ORF-Auge“ verschwindet aus ORF 1, DerStandard.at/Etat, 16. November 2010
  11. [Eule und Wiesel aus „2 x 7“], Youtube
  12. ORF-Kinderprogramm: Lila Wildschwein statt Confetti, die Presse, 8. August 2008
  13. Krisensitzung im ORF wegen sinkender Quoten kurier.at, abgerufen am 29. November 2014
  14. Seherschwund bei ORF-Infosendungen orf-watch.at, abgerufen am 29. November 2014
  15. ORF konzentriert sich auf Küniglberg kurier.at, 6. März 2014
  16. http://blog.ors.at/stories/21410/
  17. http://derstandard.at/1363705663124/19-Millionen-Oesterreicher-empfangen-TV-via-Satellit derStandard.at, abgerufen am: vom 22. März 2013 „ASTRA TV-Monitor“ 2012
  18. Österreich: Eine Million digitale Satellitenhaushalte Bericht „Digitalfernsehen“ vom 26. März 2007
  19. ORF beendet verschlüsselte Betacrypt-Ausstrahlung per Satellit Sat+Kabel vom 20. Mai 2008
  20. „Telekom Austria und ORF realisierten technische Netzkonfiguration für HDTV“ Pressetext.at vom 23. Jänner 2008
  21. ORF startet in HDTV-Ära ORF-On vom 2. Juni 2008
  22. ORF ON vom 6. Mai 2008: „UPC startet digitales HDTV-Angebot“
  23. Bericht Wirtschaftsmagazin Report Plus, TA plant HDTV per IPTV ab Juni 2008
  24. futurezone.orf.at: ORF2 HD kurz vor dem Start
  25. http://futurezone.at/digital-life/orf-baut-hdtv-angebot-weiter-aus/58.804.172
  26. mediaresearch.orf.at: Die österreichische Rundfunk-Chronik
  27. youtube.com: Vergleich Screenlogo vor und nach Neville Brodys Design Anfang 90er
  28. derstandard.at: Auge zu: Der ORF ergraut
  29. Maßnahmen des ORF zum Schutz von Minderjährigen
  30. Heise Online: Österreichischer Rundfunk: Mehr Geld und Werbung – dafür weniger Online-Inhalte, abgerufen am 15. Juli 2010
  31. derStandard.at: Download: Neue Mediengesetze, neues ORF-Gesetz, 26. Juli 2010. Abgerufen am 13. September 2010.
  32. Kurier online: KURIER.at kauft ORF Futurezone (Version vom 11. September 2010 im Internet Archive)
  33. Kabel-Betreiber wollen ORF-Archive anzapfen, Der Standard, 17. Oktober 2008
  34. Contentverwertung auf allen ORF-Plattformen. medianet. 18. Juni 2013. Abgerufen am 18. Juni 2013.
  35. http://tvthek.orf.at
  36. ORF baut auf On-Demand-Videos. derstandard.at. 8. Oktober 2009. Abgerufen am 10. Mai 2011.
  37. ORF startet Online-Videoportal TVthek http://www.fuzo-archiv.at/artikel/1631699v2 ORF Futurezone vom 13. November 2009
  38. DerStandard.at: ORF will mit der TVthek auf iPad und Co. gelangen, abgerufen am 1. September 2010.
  39. ORF-Marktanteile 2009 auf historischem Tiefststand derstandard.at am 4. Jänner 2009 (Agenturmeldung, deshalb mittlerweile offline).
  40. [1] derstandard.at am 2. Jänner 2014.
  41. Harald Fidler: Medienriesen des kleinen Österreich. Der Standard, 2. Mai 2008, S. 32
  42. Statistik Austria: Personal (Beschäftigte) des ORF nach Verwendungszweigen 1970 bis 2011, online
  43. derStandard.at - Eva Schindlauer neue ORF 3-Geschäftsführerin. Artikel vom 25. November 2014, abgerufen am 26. November 2014.
  44. ORF: Roland Adrowitzer „Koordinator der ORF-Korrespondentenbüros“, 11. Mai 2010, online
  45. Der-politische-Einfluss-im-ORF-hat-sich-verfestigt Website der Tageszeitung Die Presse, Wien, 7.Mai 2014,
  46. ORF-Stiftungsrat für weitere vier Jahre fest in Regierungshand Website der Tageszeitung Die Presse, Wien, 7.Mai 2014,
  47. ZIB-Redaktion des ORF: Das Protest-Video
  48. Der Standard, 16. Jänner 2012: Keine Produktion des ORF. ZiB-Redaktion macht für Protest-Video Kanal auf YouTube auf
  49. ORF-Watch.at
  50. Der Standard, 15. Dezember 2008, Seite 18
  51. Jahresmarktanteil in österreichischen Kabel- und Satellitenhaushalten, Zuschauer ab 12 Jahre; zitiert aus: derStandard.at: Zumindest die Quote blieb im ORF stabil. Artikel vom 19. Dezember 2008, abgerufen am 5. November 2014
  52. http://kundendienst.orf.at/unternehmen/zahlen/kasat912.html
  53. http://mediaresearch.orf.at/index2.htm?fernsehen/fernsehen_ma.htm
  54. http://service.orf.at/unternehmen/zahlen/kasat1101.html
  55. Harald Fiedler: Medienriesen des kleinen Österreich. Der Standard, 2. Mai 2008, S. 32

Weblinks[Bearbeiten]