Tit for tat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

Tit for tat (auf deutsch „wie du mir, so ich dir“), ist eine durch Robert Axelrods Buch Die Evolution der Kooperation bekannt gewordene Strategie für ein Spiel im Sinne der Spieltheorie. Erfunden wurde die Strategie des „Tit for Tat“ von Prof. Anatol Rapoport (Universität Toronto).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Definition

Die zu Grunde liegende Taktik hinter dieser Strategie kann mit dem Motto wie du mir, so ich dir beschrieben werden. Ein Spieler, der sich dieser Strategie bedient, wird immer das tun, was sein Gegner gerade getan hat. Allerdings ist, wenngleich das aus dem Namen nicht hervorgeht, der Spieler zu Beginn auf jeden Fall kooperativ. Es handelt sich also um eine freundliche Strategie. Wenn zwei Tit-for-Tat-Spieler aufeinander treffen, kooperieren sie immer.

[Bearbeiten] Beispiel

„Tit for tat“ wurde als erfolgreiche Strategie im wiederholten (iterierten) Gefangenendilemma bekannt, in dem zwei Gefangene gedrängt werden, den jeweils anderen zu beschuldigen. Sagt keiner von beiden aus, erhalten beide eine geringe Haftstrafe (weil ihnen nur wenig nachgewiesen werden kann). Sagt nur einer aus, wird seine Haftstrafe vermindert, die des anderen jedoch stark erhöht. Sagen beide aus, erhalten beide Gefangene mittlere Haftstrafen. Werden die beiden Gefangenen wiederholt vor diese Entscheidung gestellt und ist beiden die jeweils vorherige Entscheidung des anderen bekannt, gibt es verschiedene Strategien, um das Spiel erfolgreich zu durchlaufen. „Tit for tat“ ist dabei eine der erfolgreichsten. In diesem Beispiel bedeutet das, dass einer der Gefangenen generell kooperativ in das Spiel geht und dem anderen Teilnehmer hilft, indem er schweigt. Sollte der andere Gefangene nun nicht schweigen, so rächt sich der „Tit for Tat“-Spielende in der folgenden Runde, indem er auch nicht schweigt. Allerdings ist er bereit, sofort zu vergessen, wenn sich der Mitspieler bessert und wieder kooperativ spielt. In der nächsten Runde wird er auch wieder kooperativ spielen.

[Bearbeiten] Eigenschaften

Mit „tit for tat“ kann man in einem Spiel über mehrere Runden zwar nie besser abschneiden als der eigene Gegenspieler, aber der maximale Rückstand ist dafür verhältnismäßig klein. Wenn der andere ebenfalls Tit for Tat spielt (oder eine andere Strategie, die auf Freundlichkeit immer freundlich reagiert), entsteht kein Rückstand.

In einem Spiel mit mehreren Mitspielern dagegen schneidet man in vielen Fällen besser ab, als Spieler mit anderen Strategien, da sich dort Kooperation bezahlt macht, die „Tit for Tat“-Strategie sich aber zugleich nicht „ausbeuten“ lässt (im Gegensatz zum Beispiel zur ausbeutbaren Strategie: „Kooperiere immer“).

Die vier Grundregeln, die diese Taktik über lange Zeiträume so erfolgreich machen, sind: „Sei nett, provozierbar, versöhnlich und durchschaubar!“.

[Bearbeiten] Kritik

Dixit/Nalebuff kritisieren die schnelle Provozierbarkeit sowie den Vergeltungsautomatismus der "Tit-for-Tat"-Strategie. So sei die Regel in Situationen gefährlich, in denen Missverständnisse zur Auslösung des "Tit-for-Tat"-Mechanismus führen könnten (Dixit/Nalebuff, Spieltheorie für Einsteiger, Schäffer-Pöschel, Stuttgart 1997, S. 105 ff., 108).

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Literatur

  • Robert Axelrod: Die Evolution der Kooperation., Oldenburg, 2005 ISBN 3486539957
  • Richard Dawkins: Das egoistische Gen, Rowohlt, 1996, ISBN 3499196093
  • Anatol Rapoport / Albert M. Chammah: Prisoner's Dilemma., Ann Arbor, 1970 (2. Aufl.)
  • Michael Taylor: The possibility of cooperation Studies in rationality and social change. , Cambridge (GB), 1987
Persönliche Werkzeuge