Mehrspieler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Bei Computerspielen bezeichnet Mehrspieler (englisch multiplayer) einen Modus, bei dem man mit oder gegen andere Menschen spielt. Üblicherweise geschieht dies in einem Netzwerk (Internet, LAN-Party) von mehreren separaten Computern bzw. Spielkonsolen oder über die gemeinsame Nutzung nur eines einzelnen Geräts und Bildschirms mit mehreren Eingabemedien, zum Beispiel Gamepads. Auch rundenbasierte Spiele, in denen sich mehrere Spieler ein Gerät teilen und die Spielzüge abwechselnd ausführen, gehören dazu.

Meistens konzentriert sich dabei das Spielkonzept auf die kompetitiven, sportlich-spielerischen Elemente und vernachlässigt oft typische Einzelspieleraspekte, wie eine Geschichte oder die Atmosphäre.

Der Reiz liegt darin, gemeinsame (soziale) Spielerlebnisse mit anderen Personen (auch anderer Herkunft) zu erleben und einen direkten Leistungsvergleich vornehmen zu können. Es gibt eine wachsende Vielfalt von mehrspielerspezifischen Spielmodi mit eigenen Regeln. Die Schwächen der Computergegner, wie mangelnde künstliche Intelligenz oder schematisches Handeln fallen hierbei weg. Die Kommunikation zwischen menschlichen Spielern, die nicht im gleichen (realen) Raum spielen, kann klassisch über Chat erfolgen, manchmal wird aber auch die direkte Stimmkommunikation über Mikrofon und Kopfhörer (Headset) unterstützt.

Die am häufigsten gespielten Mehrspielermodi findet man in Spielen der Genres Ego-Shooter (Counter-Strike, Battlefield, Unreal Tournament, Quake III Arena…) und Echtzeit-Strategiespielen (Warcraft III, StarCraft, Blitzkrieg …).

Ein spezielles Genre bilden die Massively Multiplayer Online Role-Playing Games (MMORPG), da es sich hierbei um Rollenspiele handelt, die ausschließlich im Mehrspielerbetrieb existieren. Der Oberbegriff für andere Genres lautet Massively Multiplayer Online Game (MMOG).

Als eine indirektere Art des Leistungsvergleichs können High Scores angesehen werden.

Bei Spielen mit mehreren menschlichen Teilnehmern besteht häufig die Gefahr, dass die anderen Mitspieler sich über die Regeln des Spiels hinwegsetzen (siehe cheaten).

Die ersten Netzwerk-Mehrspielerspiele entstanden etwa 1973.

Mehrspieler-Modi[Bearbeiten]

Es gibt klassische Mehrspieler-Modi, die sich je nach Genre des Spieles unterscheiden lassen:

Actionspiele
unterteilen sich in die gebräuchlichsten Modi:
  • Angriff/Search and Destroy: Gruppenbasierter Modus, in dem jede Mannschaft bestimmte Ziele erreichen muss bzw. die andere Mannschaft am Erreichen dieser Ziele hindern muss - auch bekannt unter anderen Namen wie zum Beispiel Assault
  • Capture the Flag: Es gibt zwei Mannschaften, die jeweils über eine Fahne verfügen. Zum Punkten muss die gegnerische Fahne entwendet und zur eigenen Fahne gebracht werden.
  • Deathmatch, auch als Zweikampf und Team-Deathmatch
  • Eroberung: Auf einer Karte sind Flaggen verteilt, die das Team einnehmen muss. Je mehr Flaggen das Team besitzt, umso schneller verringern sich die Tickets des gegnerischen Teams
  • King of the Hill: Als Einzelkämpfer oder als Mannschaft muss man ein bestimmtes Gebiet eine Zeit lang verteidigen
  • Koop-Modus: Mehrere Spieler können gemeinsam die Einzelspielerkampagne des Spieles spielen; Beispiel: Serious Sam
  • Last Man Standing: Jeder spielt gegen Jeden, der letzte überlebende Spieler gewinnt
  • Auf spezielle Actionspiele zugeschnittene Modi, wie beispielsweise Onslaught
  • Rush: Ein Team greift an und versucht Kisten zu zerstören um ins nächste Gebiet zu kommen, das andere Team versucht dies zu verhindern. (UT 2004) oder Race (Halo) nutzen Besonderheiten des jeweiligen Spieles aus.
Strategiespiele und Aufbauspiele
unterscheiden sich im Mehrspielmodus inhaltlich meistens kaum von ihren Einzelspielermodi, da die Computergegner in diesen Spielen üblicherweise ohnehin schon den gleichen Regeln folgen wie menschliche Spieler. Normalerweise werden hier einzelne voneinander unabhängige Gefechtsmissionen gespielt.
Rollenspiele
Herkömmliche Rollenspiele unterstützen meistens nur den kooperativen Spielmodus (Koop-Modus), erlauben den Spielern also nur die Möglichkeit, den normalen Einzelspieler-Modus gemeinsam zu spielen. Es gibt aber auch so genannte Massively Multiplayer Online Role-Playing Games (MMORPG), die speziell für den Mehrspieler-Modus über das Internet ausgelegt sind. Übliche Spielinhalte bei MMORPGs sind:
  • PvE, "Player versus Environment": Mehrere Spieler kämpfen gegen vom Computer gesteuerte Gegner.
  • PvP, "Player versus Player": Der Spieler kämpft gegen andere Spieler.
  • RvR, "Realm versus Realm" oder "Race versus Race": Dabei kämpfen ganze Rassen oder Fraktionen gegeneinander.
  • in Instanzen, abgeschlossenen Bereichen wie Dungeons, kämpft der Spieler gegen Gegner oder löst Aufgaben.

Sportspiele

Sportspiele ermöglichen die jeweilige Sportart gegen menschliche Mitspieler zu spielen. Vor allem Ballsport- und Kampfsportspiele lassen sich dabei leicht auf nur einem Bildschirm umsetzen, da hier normalerweise nur eine virtuelle Kamera benötigt wird, um beiden Spielern die relevante Spielsituation darzustellen.